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Archiv für die Kategorie ‘Medien’

Weniger ist Mehr

17. April 2013 Kommentare ausgeschaltet

ARD und ZDF muessen sparen. Und anscheinend macht man sich Gedanken:

(…) Angesichts dieser Herausforderungen schlägt die ARD dem ZDF nun eine Kooperation bei den Digitalkanälen vor, die mittelfristig die Zusammenlegung jeweils eines ARD- und eines ZDF-Senders vorsieht. Ein gemeinsamer Jugendkanal könnte aus den Kanälen ZDFkultur und EinsPlus entstehen, das Programm für jüngere Erwachsene (30 bis 49 Jahre) aus EinsFestival und ZDFneo. Letztlich könnte aus ZDFinfo und Tagesschau24 ein gemeinsamer Infosender entstehen. (…) Quelle Digitalfernsehen.de:

Das liest sich doch erstmal ganz gut. Die beiden ARD-Digitalkanaele "EinsPlus" und "EinsFestival" suchen nach wie vor nach einem Profil, "ZDF Kultur" soll ohnehin eingedampft werden. Lediglich "ZDF Neo" scheint sich zu etablieren. Kein Wunder, sticht dieser Sender doch sowohl u.a. durch moderne Formate und auch durch Wiederholungen alter, aber beliebter Serien hervor. Ja, genau die Serien, die manche Leute in den Aufsichtsgremien gerne als "ueberfluessig" bezeichnen. Doch ein Thomas Magnum in akzeptabler DVD-Qualitaet und ein Captain Kirk in remastertem Hochglanz vermoegen auch heute noch zu begeistern. Allerdings stimmt der Vorwurf, dass manche Wiederholungen (leider insbesondere von "Raumschiff Enterprise") zuviel Raum beim "ZDF Neo" einnehmen. Dafuer verschwendet "ZDF Kultur" wertvolle Energie mit der optischen Verschandelung alter Serien durch einen sogenannten "Retro-Rahmen".

Warum zaubert man aus "Einsfestival" und "ZDF Neo", "ZDF Kultur" und "Einsplus" nicht einen (!) frischen Unterhaltungskanal, der junge Formate praesentiert, der aber auch alten Serienklassikern in guter, werbefreier Qualitaet einen Platz bietet und der auch Vorab-Premieren diverser TV-Mehrteiler oder anderer Produktionen liefert?

"Tagesschau24" und "ZDF Info" wuerden sich, wie im obigen Zitat schon erwaehnt, prima zu einem Info-, Nachrichten- und Dokukanal verschmelzen lassen, vielleicht sogar unter Einbeziehung von "Phoenix".

Aber nein, diese eigentlich logischen Ideen werden fast im Keim vom ZDF abgeschmettert, unter anderem, weil auch hier auf die schwaechelnden Quoten der digitalen ARD-Ableger geschielt wird. Alle erwaehnten Nischenprogramme fuehren bisher ein Nischendasein. Warum also nicht buendeln und Profile schaerfen? An dieser Stelle sollten ARD und ZDF nicht gegeneinander "kaempfen", sondern sich zusammentun. Zum Wohle der (zwangs-) gebuehrenzahlenden Fernsehzuschauer, die solche Sender dann eventuell auch mehr frequentieren wuerden…

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Telekom: Back to the Steinzeit

23. März 2013 Kommentare ausgeschaltet

via Digitalfernsehen.de:

"Bei der Deutschen Telekom werden aktuell Pläne diskutiert, auch bei Internet-Anschlüssen über das Festnetz ein Datenvolumen einzuführen. Das könnte zu großen Einschnitten für die Nutzer führen. (…) Nach dem Erreichen eines je nach Vertrags unterschiedlichen Datenvolumens soll die Geschwindigkeit auf 384 KBit/s gedrosselt werden. (…) Die Telekom weist in ihrem Blog darauf hin, dass bei den Tarifen vorerst alles beim Alten bleibt. Sollte sich das Datenvolumen für Festnetzanschlüsse jedoch beim Telekommunikationsriesen durchsetzen, könnten auch andere Anbieter wie Vodafone oder die Kabelnetzbetreiber nachziehen."

Wehret den Anfaengen! Internette Freiheit ist tief mit dem Empfinden verknueft, dass man unbeschwert und ohne Zeitlimit "surfen" kann. Im Zeitalter von iTunes, Amazon Downloads, Video- und Fernsehportalen fallen nunmal groessere Datenmengen an und es ist erstaunlich, dass ausgerechnet die Telekom, die mit ihrem "T-Entertain"-Paket mit Sicherheit fuer einen grossen Anteil am aufkommenden Datenvolumen verantwortlich zeichnet, mit so einer Idee aufwartet. Laut dem oben zitierten Bericht waere bei einer angedachten Volumenbegrenzung von 75GB naemlich schon nach dem Genuss von ungefaehr vier Spielfilmen in HD-Qualitaet quasi Schluss, was der Attraktivitaet des IP-TVs sicherlich aeusserst abtraeglich waere. Ein klassischer Knieschuss also. Selbst wenn diese Daten herausgerechnet wuerden, waere das Limit durch andere, "normale" (und natuerlich legale) Nutzung bei dem ein- oder anderen weit vor dem Monatsende erreicht.

Vor etlichen Jahren, als es noch ISDN-Anschluesse, "Elsa Mikrolink" 56k-Modems und allerhoechstens DSL mit unter einem Mbit gab, "goennte" ich mir mal einen 5-Gigabyte-Volumentarif. Welch ein Luxus. Sollte man meinen. Tatsaechlich schaute man regelmaessig auf das verbrauchte Datenvolumen und kalkulierte etwaige, groessere Downloads (legale wohlgemerkt, wie beispielsweise ein 700-MB-Linux-CD-Image) fuer das Monatsende ein – sollte denn dann noch genuegend Volumen vorhanden sein. Immerhin machte man sich beim "Normalbetrieb" (Emails, Skype etc.) keine Sorgen bezueglich etwaiger Mehrkosten mehr. Doch erst mit der Flatrate kam die wirkliche (auch mentale) Internet-Freiheit. Ein Radiosender durfte auch mal ganztaegig mitdudeln, YouTube-Videos konnten oefters angeklickt werden, Videogespraeche kamen auf, sogar ganze Sendungen wie die "Podparade" entstanden hier komplett durch simultane Internetverbindungen in die Schweiz und nach Norddeutschland. Auch beruflich wurde vieles einfacher, da z.B. Rohentwuerfe fuer diverse Medienproduktionen hin- und hergeschickt werden konnten und man sich so viele Wege auf den verstopften Autobahnen (gemeint sind diesmal die richtigen) sparen konnte. Eine Flatrate ist fuer viele Menschen wichtig, um nicht zu sagen: unabdingbar!

Die Telekom wuerde, sollte sie diese "Idee" wirklich ernsthaft in Betracht ziehen wollen, Deutschland mal wieder ganz weit ins Abseits schiessen. Ganze Branchen, Webseiten, Portale waeren in ihrer Existenz bedroht. Das darf nicht passieren…

Update vom 23.4.2013:
Nun ist das Kind in den Brunnen gefallen: "Telekom macht mit DSL-Drosselung ernst"
Lesenswerter Kommentar hierzu: "Die Maske faellt…" bei Heise.de

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Schluss mit dem Trash-Bla-Bla

21. März 2013 Kommentare ausgeschaltet

Laut einer Meldung bei www.digitalfernsehen.de wird der Fernsehsender SAT1 die letzte, taegliche Talkshow im deutschen TV, "Britt", einstellen. Hurra, Hurra!

Der Trashtalkwahn hat also bald ein Ende. Doch es gibt mit Richtershows und vor allen Dingen inflationaer-vielen Kochshows bereits Nachfolgeformate. Allerdings sind die allermeisten Kochsendungen sicherlich in punkto Niveau hoeher als saemtliche Nachmittagstalkshows einzuordnen…

Ein weiterer Lichtblick am Mattscheibenhorizont ist die Tatsache, dass in juengerer Vergangenheit immer mehr Reality-Doku-Soap-Formate aufgrund von anhaltender Erfolglosigkeit eingestampft werden. Anscheinend wollen die Leute keine gestellten, pseudo-realistischen Szenarien mit untalentierten Statisten mehr sehen. Hurra, Hurra! Weiter so! :-)

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European Podcast Award 2012

18. März 2013 Kommentare ausgeschaltet

Das Team rund um Michel Mertens hat die dies- bzw. eigentlich letztjaehrigen Gewinner des "European Podcast Award" bekanntgegeben. Die internationalen Gewinner lassen sich, ebenso wie die nationalen, auf der Webseite des EPA einsehen.

Auf bundesdeutscher Ebene hat in der Kategorie "Personality" KWOBB das Rennen gemacht. Dieses Projekt ist mir schonmal beim Zappen auf "Dr.Dish TV" begegnet und allein die Tatsache, dass es dort, ebenso wie der in der Vergangenheit ebenfalls mit einem EPA bedachte "Computerclub 2", ausgestrahlt wird, bedeutet sicherlich, dass es seine guten Qualitaeten haben duerfte. Mich hat die dort in Form von Videokonferenzen behandelte Computerspielematerie bisher nicht so interessiert. Trotzdem: Glueckwunsch!

Weitere Gewinner sind "Raumzeit" in der Kategorie "Non-Profit", "detektor.fm" in der Kategorie "Professional" und -ganz besonderer Applaus verbunden mit vielen Gruessen darueber- "Happy Shooting" von und mit Boris & Chris in der Kategorie "Business".

Wenn ich mir die folgende Top-20-Gewinnertabelle der Kategorie "Personality" ansehe, stelle ich fest, dass ich viele der gelisteten Sendungen gar nicht kenne. Tja, die Zeit geht halt weiter und ein Tag hat nur 24 Stunden, man kann also nicht alles hoeren und/oder sehen…
Doch mit "Duebel’s Geistesblitz", dem "Fragezeichenpod" und drei bis vier weiteren sind immerhin noch eine Handvoll "alte Bekannte" dabei…

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Galaktische Dauerschleife

14. März 2013 Kommentare ausgeschaltet

Das kleine Bildchen zeigt einen Programmausschnitt des Fernsehsenders "Tele 5". Demnach zeigt dieser am Abend "Endspiel", die letzte Folge der Serie "Star Trek Voyager", um danach sofort mit der Pilotfolge fortzufahren. Zwischen diesen beiden Episoden liegen ueber 170 Einzelfolgen in sieben Serienstaffeln.

Es ist doch schade, dass eine solche Serie dermassen "verheizt" wird. Seit etlichen Monaten zeigt Tele5 drei Star-Trek-Serien (TNG, Voy und DS9) gefuehlt-ganztaegig quasi in einer Dauerschleife. Und das zudem in einer unterirdischen Bildqualitaet. Okay, man muss es ja nicht anschalten, aber diese Dauerberieselung wird der Qualitaet dieser Serien nicht gerecht und ist wirklich bedauerlich.

Aktuell wird "Star Trek – The Next Generation" in einer komplett ueberarbeiteten HD-Version auf Blu-Ray veroeffentlicht – und vielleicht kommt irgendwann mal ein Sender wie "ZDF Neo" daher und zeigt das in vernuenftiger Reihenfolge nebst entsprechender Bildqualitaet; aehnlich, wie es mit der digital aufgefrischten Urserie auch gemacht wurde. Das zeugte immerhin von Respekt gegenueber einem sehenswerten Stueck Fernsehgeschichte – jenseits von Werbequoten. Weniger ist oftmals mehr, Tele5!

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