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Archiv für die Kategorie ‘Medien’

MTV wird zum Bezahlsender

2. Januar 2011 Kommentare ausgeschaltet

Der folgende Beitrag stammt urspruenglich vom 5.10.2010 und wurde aus aktuellem Anlass wieder hervorgeholt. Mit Wirkung zum 1.1.2011 ist MTV nur noch als Bestandteil diverser Pay-TV-Angebote empfangbar. Obwohl MTV seit seiner Programmreform fuer den Schreiber dieser Zeilen laengst uninteressant geworden ist, geht hiermit trotzdem eine Aera zuende…

"M Is For Music" – sollte man meinen, denn schliesslich steht das Kuerzel "MTV" eigentlich fuer "Music TeleVision". Doch das, was in den 80er Jahren begann und ziemlich schnell zum "Youtube der 80er" wurde, ist mittlerweile -zumindest aus Sicht derjenigen, die MTV noch von frueher her kennen- nur noch ein Schatten seiner selbst. Vorbei sind die Zeiten, zu denen Legenden wie Ray Cokes oder Kristiane Backer auf ihre jeweils-spezielle Art und Weise die neuesten Musikvideos praesentierten – natuerlich nicht unterbrochen von irgendwelcher daemlich-nervigen Klingeltonwerbung. Nicht zu vergessen "Podfather" Adam Curry, der ebenfalls auf eine Karriere bei MTV zurueckblicken kann. Heutzutage strotzt MTV zwar nur so vor Selbstbewusstsein, wird sich aber aufgrund einer radikal-veraenderten Programmstruktur selbst untreu. Stupide "Dating-Soaps" und andere Sendereihen dominieren das Programm. Die Musik bleibt auf der Strecke. "Drawn Together" statt "MTV Masters"…

Diejenigen, die sich nach dem guten, alten Musikfernsehen zuruecksehnen, haben laengst andere Sender wie "Deluxe Music" oder "GoTV" fuer sich entdeckt und/oder schauen auf Tape.TV, YouTube & Co. im Internet.

Und nun das:

"Der Musikkanal MTV schaltet auf Bezahlfernsehen um. Vom kommenden Januar an wird das Programm ausschließlich als Abosender auf digitalen Kabel-, Satelliten- und Breitbandplattformen zu empfangen sein, sagte Dan Ligtvoet, Deutschland- und Nordeuropachef von MTV Networks, der FTD. Die Verbreitung im frei empfangbaren Fernsehen wird eingestellt. Im Gegenzug wird der Schwestersender Viva zum zentralen Musik- und Entertainmentkanal im Free-TV umgebaut – und soll dort künftig erfolgreiche Formate aller Sender des Netzwerks ausstrahlen. (…)" Quelle: FTD

Viva – einst auch glanzvoll gestartet und in den 90ern in Deutschland (zurecht!) zum Nummer-1-Musikvideokanal mutiert, fristet seit der Uebernahme durch MTV eigentlich auch nur noch ein Schattendasein. Umso erfreulicher koennte der nun anstehende Wandel fuer diesen "Zweitsender" tatsaechlich sein, denn weniger ist manchmal mehr…

"Mit dem Wechsel von MTV ins Pay TV geht Ligtvoet bewusst das Risiko ein, Marktanteile einzubüßen" schreibt die Financial Times Deutschland weiter – und das wird auch so kommen. Zumindest uebergangsweise. Interessant ist dieser an sich mutige Schritt insofern, als dass er zukuenftig durchaus Modellwirkung haben koennte. Die Betreibergruppen anderer Sender werden diesen Prozess bestimmt sehr genau beobachten. Ob dieser letztendlich auf die weit verbreiteten "Volkssender" (wie z.B. RTL, Sat1, ProSieben & Co) uebertragbar ist, wird sich zeigen. ARD & ZDF fallen hier jetzt schon heraus, denn schliesslich handelt es sich bei den oeffentlich-rechtlichen Sendern sowieso schon um eine Art "Pay-TV"…

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Der beste Mix bei Antenne XXX

29. Dezember 2010 Kommentare ausgeschaltet

Frage an die Band Boppin’B im NormCast Nr. 169 :
"Ist das Radio fuer euch Unterhaltung, Aergernis oder Inspiration?" Die Antwort : "Trauer". Besser haette man es kaum ausdruecken koennen…

Eine ungefaehr achtstuendige Autofahrt, kurz vor Weihnachten. Die extra-gebrannte CD-RW mit den bislang verpassten Podcasts, Musikalben und Hoerbuechern liegt im Player. Das Radio an sich werkelt im Hintergrund und soll eigentlich nur die Verkehrshinweise einblenden…
"Bei uns der schnellste Verkehrsservice – immer zuerst", toent es auf einmal. Aha… man ist in sueddeutschen Gefilden angekommen. Da sich die Empfangslage von einem zum naechsten Tal schnell mal aendert, ziert der Hinweis "Traffic Info" kurze Zeit spaeter wieder das Display. Allerdings bedankt sich ein Sprecher bei einem Hoerer fuer eine Spende und verspricht, den gewuenschten "Superhit" in der naechsten Stunde nach Robbie Williams und einem weiteren "besten Hit der 80er" zu spielen. Stimmt, es ist ja Weihnachten und die Privatsender uebertrumpfen sich zu dieser Zeit gegenseitig mit ganztaegiger Audiomilde. Nichts dagegen, man muss es sich ja nicht anhoeren, aber trotzdem wirkt alles sehr gekuenstelt…

Rueckfahrt, kurz nach Weihnachten. Ein ueberdrehtes Moderatorenpaerchen bespasst die Fruehaufsteher via "Hitradio (…hier irgendeinen Namen einsetzen…)":
"Weisst Du schon das Neueste?" "Nein, aber du wirst es mir sicher gleich sagen" -gnihihihihiiii- "Elton John hat ein Kind bekommen. Wie er das wohl gemacht hat! hö-hö-hö…"
Und wieder ist ein aufgesetztes "Hihihihihi" der kieksenden Co-Moderatorin zu vernehmen.

Danach Bon Jovi. Mal wieder. "It’s my life", aber gefuehlt-kuerzer. Mittendrin wurde einfach ein Instrumentalpart herausgeschnitten. Mittlerweile kastrieren die Formatradios also auch schon die Songs ihrer Stammlieferanten…. "I need a dollar, dollar, dollar…", zum ersten.

"Don’t let go – never give up – it’s such a wonderful life"… Aaaaahhh…. eine Wohltat… aber: wie klingt das eigentlich? Keine Dynamik, die leisen Stellen sind genauso laut wie die "lauten". Ach ja. Das ist ja wieder das Radio. Der Limiter leistet ganze Arbeit. Alles wird auf einen Pegel geregelt und laesst viele Songs zu einem Soundbrei werden. "In der naechsten Stunde wieder die besten Hits – nur bei uns". Und danach ist in der Werbung alles "X-X-X"… Kurz vor den Nachrichten noch einmal "I need a dollar, dollar, dollar…", zum gefuehlt-siebzehnten Mal an diesem Tag…

Dabei ist es uebrigens unerheblich, ob ein oeffentlich-rechtliches "Mainstreamprogramm" oder die private "Antenne (hier irgendeinen Namen einsetzen…)" laeuft. Es gibt mittlerweile nahezu ueberall die gleichen Strukturen, Floskeln, Features, Sprueche und die immergleiche Musik der "Gute-Laune-Terroristen mit ihren Top-500-Listen" (Danke, Markus :)).
Die wenigen, guten Sendungen verschwinden in den "untergeordneten" Programmen einer Senderkette, sofern vorhanden.

Frueher freute ich mich, wenn auf einer Fahrt in den Sueden im Display endlich "hr3", "Bayern3" oder "OE3" zu lesen war. Heute ist alles – eins. Und traurig. Siehe oben.

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JMStV – Deplatzierte Regelwut

15. Dezember 2010 Kommentare ausgeschaltet

Eine Abkuerzung geistert derzeit durch die Medien: "JMStV".

Der JugendMedienschutzStaatsVertrag trieb und treibt die Blogger auf die Barrikaden, und das voellig zurecht. Dieses unausgegorene Machwerk haette -wenn es denn so durchgekommen waere- teilweise fatale Folgen fuer viele Webseiten und Blogs gehabt, die fuer viele sicherlich existenzbedrohend gewesen waeren.

Eine Jugendschutzkennung nach dem FSK-Modell haette generell und/oder beitragsabhaengig eingebunden werden muessen, ein "Jugendschutzbeauftragter" haette im jeweiligen Impressum benannt werden muessen und weitere Huerden (wie z.B. "Sendezeiten" fuer angeblich nicht jugendfreie Inhalte) haetten den Bloggern und vielen anderen Webseitenbetreibern gehoerig-viele Steine in den Weg geworfen. Eine Abmahnwelle durch finanziell motivierte Rechtsanwaltskanzleien wurde befuerchtet.

"Deutschland verabschiedet sich aus dem Netz" und "Deutschland! Wir koennen fast alles – ausser Internet" – nur zwei von vielen, ablehnenden Ueberschriften. Jetzt scheint das Ganze aber doch noch ein gutes Ende zu nehmen, denn allem Anschein nach soll die Sache nun endlich gekippt werden (siehe Heise-Meldung).

"Und dann will es keiner gewesen sein und keiner hat’s geseh’n…" Der alte Liedtext passt derzeit sehr gut in die hiesige Parteienlandschaft. Interessant ist, dass ausgerechnet die CDU jetzt von ihrem eigenen "Machwerk" abzuruecken scheint.

Das Internet ist kein Kindernet. Wir koennen nicht alle Inhalte auf den kleinsten gemeinsamen Nenner herunterschrauben. Das soll kein Freibrief fuer generell abzulehnende Inhalte einschlaegiger Art sein, aber letztendlich ist das Netz fuer alle da. Eine typisch-deutsche Regelwut wuerde an dieser Stelle dieses Land gewaltig in den Hintergrund draengen.

Man stelle sich das mal vor: Waehrend die ach so gefaehrdeten Jugendlichen (die mit Sicherheit mehr Ahnung von der Materie haben als diejenigen, die sich den "JMStV" ausgedacht haben) sich auf irgendwelchen auslaendischen Seiten weiterhin die gewuenschten Inhalte betrachten, stampfen die Ottonormalblogger ihre Hobbyseiten ein – aus Angst vor uebereifrigen Anwaelten. Ein wahrlich skurriles Szenario…

"Der Gesetzestext ist eine Katastrophe" – stimmt. Eine Katastrophe, die es abzuwenden gilt.

Dank an all diejenigen, die sich die Social-Media-Netzwerke zur anscheinend (und hoffentlich) erfolgreichen Bekaempfung dieses Irrsinns zunutze gemacht haben…

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Tragischer Unfall bei Wetten, dass…

5. Dezember 2010 Kommentare ausgeschaltet

Ein Wettkandidat stuerzte im Wetten-Dass-Studio bei der Ausuebung seiner Wette so schwer, dass er letztendlich regungslos auf dem Boden liegen blieb. Der Schreck sass tief, beim Publikum und natuerlich auch bei allen Beteiligten. Waehrend diverse andere, einschlaegige Fernsehsender in diesem Moment sicherlich "einfach draufgehalten" haetten, beschraenkte sich das ZDF auf eine sofortige Einblendung des Publikums unter Beibehaltung des Tons, dem das schwere Ausmass des Geschehenen eindeutig entnommen werden konnte. Sanitaeter kuemmerten sich um den Verunglueckten waehrend das ZDF letztendlich umschaltete und ein paar aufgezeichnete, aeltere Musikauftritte aus "Wetten, dass…?" zeigte. Schliesslich wandte sich Thomas Gottschalk ein paar Minuten spaeter wiederum live an seine Zuseher und verkuendete, dass die Sendung unter diesen Umstaenden nicht fortgefuehrt werden koenne und daher abgebrochen werden wuerde.

"Ich halte es als Entertainer fuer meine Pflicht zu sagen: Es hat keinen Sinn, dass wir hier in der Halle ihnen zuhause etwas vorspielen (…), deswegen bitte ich sie um Verstaendnis, das ist mir zum ersten Mal in meiner langen, langen Karriere passiert und wir haben viele gefaehrliche Wetten gespielt und ich habe immer gesagt, das waere fuer mich das Allerschlimmste, wenn einem meiner Kandidaten in einer Live-Sendung irgendetwas passiert – das ist jetzt eingetreten, das bedauere ich unendlich (…) In diesem Fall bitte ich sie also um Verstaendnis. Wir werden diese Sendung hier an dieser Stelle abbrechen, (…) alles andere waere falsch und gerade wir im ZDF fuehlen uns verantwortlich, hier nicht auf heiter zu machen, wenn wir nicht wirklich heiter sind (…)"

(Thomas Gottschalk am 4.12.10 waehrend der "Wetten, dass…?" – TV-Livesendung)

Chapeau! Alles richtig gemacht!

Justin Bieber, Cameron Diaz, Robbie Williams & Take That… alle waren bereits vor Ort und konnten nun nicht mehr auftreten. Man ueberlege jetzt auch mal im Nachhinein, was an diesem Abend alles "aufgegeben" wurde… Es gehoert schon eine gewisse Groesse dazu, einen solchen Event schlicht und ergreifend spontan abzubrechen. Auch bei "Twitter" gab es breite Zustimmung, wenn auch zeitgleich ein Wettrennen um das erste YouTube-Video des Unfalls unter diversen, zweifelhaften Zeitgenossen entbrannte. Tatsaechlich dauerte es nur wenige Minuten, bis dass das erste Video auf der Plattform erschien – kurz danach war es dann wieder verschwunden… Tja, so liegen Niveau und Abgrund nach wie vor eng beieinander…

Doch in einem Punkt haben viele Twitterer z.B. mit dem Erscheinen der heutigen "Bild am Sonntag" Recht bekommen: Mit der Befuerchtung, dass sich nicht alle so korrekt verhalten werden, wie es Gottschalk und das ZDF an diesem Abend getan haben…

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Fernsehnostalgieadventskalender

3. Dezember 2010 Kommentare ausgeschaltet

Diese kultverdaechtige Webseite ist derzeit einen taeglichen Besuch wert:
Der TV-Nostalgie-Adventskalender.
Unter anderem durch "Retro-TV" realisiert, verbirgt jedes virtuelle Tuerchen ein kleines Fernsehdokument aus alter Zeit. Das kann ein Werbespot sein, ein Ausschnitt aus einer schwarz-weiss-Serie und vieles mehr. Die Optik erinnert an die legendaere Risiko-Ratewand aus der alten Quizshow "Der Grosse Preis".

Tolle Idee, schoene Umsetzung! Wir sagen: "Das war spitze" :)

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