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Archiv für die Kategorie ‘Medien’

BFBS funkt aus Guetersloh

18. November 2010 Kommentare ausgeschaltet

Manchmal ist das gute, alte "Dampfradio" doch noch fuer eine Ueberraschung gut. Das "Nordmende Bohème", eine Hinterlassenschaft der Oma, wird alle paar Monate mal fuer kurze Zeit angeworfen, damit die darin befindlichen Bauteile zumindest sporadisch mal wieder "formatiert" werden…

Beim nostalgischen Kurbeln tauchte ploetzlich eine ungewohnte UKW-Station in englischer Sprache bei 91mhz mit starkem Signal auf. Eine Online-Recherche ergab, dass das zweite Radioprogramm des britischen Soldatensenders BFBS schon seit dem 2. August 2010 von Guetersloh ausgehend auf UKW 91,7 mhz analog ausgestrahlt wird.

Schon vor einigen Jahren begann der "normale" BFBS-Sender (hier in der Gegend auf 103 mhz zu hoeren), sich negativ zu veraendern. Gern gehoerte Sendungen wurden ploetzlich in das zweite Programm verlegt, welches bis dato nur ueber einen schwaecheren Sender aus Bielefeld zu empfangen war. BFBS1 spielte danach oft voicecoderlastigen Plastik-Party-Pop bis zum Abwinken, der wiederum von vermeindlich-"hippen" Moderatoren in bester Klatschtantentradition "moderiert" wurde und wird. Die Aufschaltung des "BFBS Radio 2" laesst dagegen nun wieder Hoffnung auf bessere, englischsprachige Unterhaltung aufkeimen…

Zeitgleich wird die Praesenz der britischen Streitkraefte hier in der Gegend dezimiert. Der bisher reichweitenstaerkste BFBS-Sender Langenberg (96,5 mhz) wurde mittlerweile dem Deutschlandradio zugesprochen (siehe Pressemitteilung). Somit duerfte das Ende des BFBS in Deutschland trotz der aktuellen Umstrukturierungen in absehbarer Zeit besiegelt sein…

KategorienLokales, Medien

40 Jahre Tatort

5. November 2010 Kommentare ausgeschaltet

In diesen Tagen feiert die beliebte ARD-Krimiserie TATORT ihr 40-jaehriges Bestehen. Seit 1970 sind viele Kommissare gekommen und gegangen. Ein paar davon sind durchaus schon in Vergessenheit geraten, einige andere haben aber nach wie vor einen gewissen "Kultstatus"…

Legendaere Szenen wie das "Rohe-Eier-Trinken" eines Horst Schimanski in "Duisburg-Ruhrort", die Gesangsduette der Herren Krug und Brauer in den NDR-Folgen oder der Auftritt von Nastassia Kinski im "Reifezeugnis" hat die Serie genauso zu bieten wie leider manchmal auch gepflegte Langeweile. Doch welche Serie ist schon durchgehend auf hoechstem Niveau?

Fakt ist, dass der Tatort gegenwaertig beliebter zu sein scheint als in vielen vergangenen Epochen. Damals gab es ja auch noch die direkte Konkurrenz mit dem "Alten", "Derrick", dem "Polizeiruf 110" und wie sie alle hiessen. Die traditionellen Krimifans (denen der Kult um einschlaegige, amerikanische Trend-Serien oftmals ziemlich egal ist und die im Laufe der Woche eigentlich taeglich irgendeine Tatort-Wiederholung in einem der "Dritten" Programme finden koennen) werden regelmaessig an Sonntagabenden mit neuem Tatort-Krimifutter bedient. Das fuehrt mittlerweile sogar zum "Tatort-Rudelgucken" in diversen Kneipen auf Grossbildschirmen…

Dieses Phaenomen gab es aber auch schon frueher. "Wir schalten nun um zur ARD nach Deutschland, bitte haben Sie einen Moment Geduld", hiess es in den fruehen 80er-Jahren noch im oesterreichischen Fernsehen "FS1", wenn der Tatort-Krimi uebernommen wurde. Selbst waehrend des Winterurlaubs versammelten sich viele Hotelgaeste im Fernsehraum des Hotels, um Schimanski und Thanner in Duisburg bei der Arbeit zuzusehen. Und es hat Spass gemacht!

Zwischenzeitlich drohte der "Tatort" dann in der Masse unterzugehen und zu beliebig zu werden, doch gegenwaertig ist er praesent wie selten zuvor. Richy Mueller & Co. haben wirklich ganze Arbeit geleistet…

In diesem Jahr ist uebrigens eine Audio-CD-Sammlung mit den Hits aus vierzig Jahren "Tatort" erschienen. Darauf befinden sich auch einige seltene Sachen, die es bisher nicht auf CD oder als Download gab. Mehr darueber war schon im April dieses Jahres im NormCast 162 zu hoeren und in den zugehoerigen Shownotes zu lesen.

KategorienMedien

Ich bin dann mal weg…

2. November 2010 Kommentare ausgeschaltet

…und zwar bei Facebook. Viele Leute, die bisher ein Profil bei "MySpace.com" pflegten, setzen diesen Satz mittlerweile sozusagen als letzte Botschaft dort hinein. "MySpace gleicht mittlerweile einer Geisterstadt", schreibt die Sueddeutsche Zeitung. Weiterhin heisst es dort:

(..)Um fast die Hälfte ist die Zahl der Besuche bei Myspace innerhalb eines Jahres zuletzt gesunken. 130 Millionen Nutzer behauptet Myspace noch zu haben, auch wenn der Branchenanalyst comScore nur noch 90 Millionen zählt. So oder so zu groß, um wirklich als tot zu gelten. Aber seit Jahren befindet sich die Seite in einer Abwärtsspirale der Nutzerzahlen, des kommerziellen Erfolgs und im Image bei der Zielgruppe.(…)

Im siebten Jahr seines Bestehens muss MySpace sich dem nach wie vor anhaltenden Facebook-Boom erstmal geschlagen geben. Dabei startete das Portal sehr vielversprechend und es war natuerlich primaer fuer Musiker jeglicher Art ausgelegt. Es bot eine schnelle Moeglichkeit, mit den Stars, die zuvor oftmals unerreichbar schienen, in mehr oder weniger direkten Kontakt zu treten. In vielen Faellen waren es auch die Bands und Musiker hoechstselbst, die dort mit den Besuchern ihrer Profile interagierten. Das Freundeprofil des Ottonormalverbrauchers fuellte sich daher schnell mit den Logos der Lieblingsbands und genau das machte auch den Reiz des Portals aus.

MySpace wuchs und wurde immer interessanter, aber auch unuebersichtlicher. Unautorisierte Fanseiten schossen wie Pilze aus dem virtuellen Boden und zeigten oftmals ein verfaelschtes Bild der jeweiligen Musiker. Viele Musiker beauftragten daraufhin irgendwelche Agenturen mit dem Erstellen und Betreuen ihres Myspace-Profils, worunter wiederum die Authentizitaet litt…

Myspace war und ist kostenlos, daher war und ist Werbung unerlaesslich. Diese nahm und nimmt dort mittlerweile allerdings Ueberhand und nervt auch diejenigen, die ihr Profil in Ruhe und unbehelligt pflegen wollen. Flash-Animationen, die sich ueber den Login-Bereich legen und somit die Anmeldung zumindest kurzzeitig verhindern, sind kontraproduktiv. Viele Profile sind ueberladen mit Flash- und Videoelementen, so dass das Laden derselben oftmals gefuehlte Ewigkeiten in Anspruch nimmt. Die Profilvorlagen selbst sind in vielen Faellen mangelhaft und fragwuerdig programmiert, was auch die Wartung und Aktualisierung dieser Profile erschwert.

Zuletzt begann Myspace damit, diverse Facebook-Elemente in das System einzubauen. Doch das war und ist irgendwie nicht im Sinne der Sache, denn die allermeisten Musikschaffenden wollen sich und ihre Musik dort einfach nur praesentieren und ggf. in Kontakt mit ihren Fans treten. Doch oftmals steht dem der ohnehin stark aufkommende Spam im Weg, denn auch leicht bekleidete Maedels und aehnliche, eher musikunabhaengige Gruppierungen mein(t)en, auf den Myspace-Zug aufspringen zu koennen…

Nichtsdestotrotz hat Myspace anfaenglich Spass gemacht, versinkt in seiner jetzigen Form aber zunehmends im Facebook-Sumpf. Dabei war und ist Facebook in den Augen vieler neugieriger Plattformwechsler zunaechst erstmal unuebersichtlich und mit dummen Spielchen gespickt, was wiederum zur Sinnfrage fuehrt. Doch mit der Zeit entwickelt(e) das "Gesichtsbuch" eine gewisse Eigendynamik, die in vielen Faellen positive Auswirkungen zeigt. Man trifft verloren geglaubte Schulfreunde und mittlerweile auch die allermeisten Bands und Musiker, Kuenstler, Sportler, usw. Somit hat sich der urspruengliche MySpace-Effekt trotz fragwuerdiger Datensicherheitspolitik auf Facebook verlagert und genau daran werden die Myspace-Macher leider zunehmends zu knacken haben…

KategorienComputerkram, Medien

Die Medienzeitmaschine

26. Oktober 2010 Kommentare ausgeschaltet

Der Sendestart der "PKS", die Einfuehrung der CD in den 80ern… Na, klingelt’s? Richtig, das waren unter anderem Themen, die auch hier auf dieser Seite und/oder im zugehoerigen Podcast vorkamen. Wohl auch deswegen empfahl mir ein Hoerer desselben die "Medienzeitmaschine".

Wie haben Medienleute vor 25 Jahren gearbeitet? Wie recherchierte man ohne Google? Wie vernetzte man sich ohne Facebook und Xing? Wer hat im Jahr 1985 die Medienszene geprägt und wer und was steckte hinter Geschichten und Kampagnen der 80er Jahre?

Björn Eichstädt und Tom Hillenbrand sind Technologie-Fans der ersten Stunde und basteln mit der Medienzeitmaschine ein digitales Medienarchiv. Im Fokus: Das Orwell-Jahr 1984 und das „Back to the Future“ Jahr 1985. (…)

Wirklich interessant. Auch fuer Apple-Fans… :-)

KategorienMedien

Nachruf auf die MC

24. Oktober 2010 Kommentare ausgeschaltet

Der folgende Zeitungsausschnitt stammt aus der Printausgabe der "Neue Westfaelischen" vom 23.10.2010 und passt eigentlich sehr gut zu den Themen, die auf dieser Seite gerne mal behandelt werden (z.B. hier). Das haette so ungefaehr auch von mir kommen koennen :)

Die Autorin Anne-Lena Jaschinski ist auch in diesem interessanten Videobeitrag ueber ein Bielefelder Musiclabel kurz zu sehen. Zu ihrem Kommentar passt auch diese derzeit aktuelle Heise-Meldung ueber das "Aus fuer Sony’s Kassetten-Walkman"

KategorienMedien