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Archiv für die Kategorie ‘Medien’

Podcastday 2007 in Koeln

21. Juni 2007 Kommentare ausgeschaltet

Schon wieder ein Jahr vorbei. Irgendwie kam es mir gar nicht so lang vor, die Treffen u.a. mit Gabe von "xolo.tv", Ewan Spence und C.C. Chapman auf dem Podcastday im letzten Jahr sind noch relativ frisch in Erinnerung…

Nun denn. Auch in diesem Jahr gab es wieder diverse Panels zu verschiedenen (Medien-) Aspekten zu besuchen, die leider manchmal terminlich kollidierten. Ohnehin schien die diesjaehrige Veranstaltung zwar zahlreich, aber nicht so "hochkaraetig" besetzt wie im Jahr zuvor. Waren 2006 noch so allgemein-prominente Namen wie Dr. Peter Stein, Peter Kloeppel und Christiane zu Salm zu hoeren und zu sehen, beschraenkte sich die diesjaehrige, anwesende Riege beispielsweise auf Mitarbeiter diverser Rundfunksender und einiger Wirtschaftsvertreter. Innerhalb dieser Gruppe waren allerdings einige, zumindest in ihrem jeweiligen Segment bekanntere (und einflussreiche?) Persoenlichkeiten vertreten.

Kritisch anzumerken ist im Nachhinein, dass zwar viel ueber Podcasts (Audio und Video) gesprochen wurde, dieses meistens aber mit dem Augenmerk auf Projekte diverser Radiosender geschah, die einmal mehr einen imaginaeren roten Teppich fuer das Bekanntmachen (und Rechtfertigen!) ihrer Podcast-Projekte ausgerollt bekommen haben. Natuerlich sollen sie die Moeglichkeit dazu bekommen, aber leider entstand nicht nur bei mir der Eindruck, dass die eigentlichen Gruender, Entdecker und Macher der Podcasts voellig unterrepraesentiert waren bzw. erst gar nicht vorkommen sollten.

Da sassen oftmals Leute, die erst weitaus spaeter auf den Zug aufgesprungen sind und nun versuchen, ihn in ihre individuellen Richtungen umzuleiten, die den eigentlichen "Kern" des Podcastings entweder nicht verstanden haben oder nicht verstehen wollen.
Leute wie Fabio Bacigalupo von "Podcast.de" kamen -auch aufgrund der Moderation- im entsprechenden Panel "Podcastformate der Zukunft" leider viel zu kurz. Dabei sind es gerade Leute wie Fabio, die direkt mit der Materie arbeiten und wohl betraechtlich zur (sachbezogenen!) Diskussion haetten beitragen koennen.

Eine zumindest interessante Besetzung, wenn es um den Begriff "Zukunft" geht, war sicherlich Risto Koski, der Business Manager der Firma Nokia. Der Finne bemuehte sich, generell in deutscher Sprache zu antworten, was ihm auch recht gut gelang. Die Moderatorin hat so manche Frage aber viel zu speziell gestellt, so dass er hoechstwahrscheinlich nicht alles verstehen konnte und dann eher allgemein-unverfaengliche Antworten geben musste. Schade.

Ein kleiner Lichtblick war das letzte Panel "Blogs und Podcasts als Kommunikationskanal fuer Werbung und Sponsoring", moderiert durch den "PodPimp" Alex Wunschel. Sympathisch und durchaus mit interessanten Ansaetzen, die hoechstwahrscheinlich nur ein Podcaster selbst den Leuten hat entlocken koennen. Zudem gab es nette und unterhaltsame Einblicke in die Entstehung und Vermarktung des "Horst-Schlaemmer-Blogs" durch Dr. Peter Figge, dessen Agentur das Projekt betreut hat.

Dazwischen gab es viele Gelegenheiten zum Austausch mit Gleichgesinnten und Interessierten. Das Gelaende war grosszuegig angelegt und der angrenzende Biergarten von "CenterTV" sehr gut besucht. Trotzdem fehlten in diesem Jahr die Hoerer/innen, die im letzten Jahr noch zahlreich erschienen waren. Die zunaechst unguenstige Preisstruktur der Veranstaltung hat sicherlich dazu beigetragen. Die Anzahl der anwesenden, aktiven Podcaster war verhaeltnismaessig gering. Eine Autoausstellung ohne Autos wuerde auch nicht richtig funktionieren und das ist sicherlich ein Ansatz, der ueberdacht werden muss…

Es wurde wie ueblich mit einigen Mikrophonen durch die Gegend gefuchtelt und Kameras liefen auf Hochtouren. Der naechste "NormCast"-Podcast wird einige Mitschnitte beinhalten, kann aber aus technischen Gruenden (=>Speicherplatz bei Podhost) nicht vor dem 25.6. erscheinen…

Fazit: Der "Podcastday 2006" war eine tolle Veranstaltung, der "Podcastday 2007" leider nur ein Schatten davon, zumindest in Bezug auf die "Podcast-Community", die aber wiederum nicht unbedingt die eigentliche Zielgruppe gewesen zu sein scheint. Der "Podcastkongress" des Eco-Verbandes ist zumindest in punkto "richtiges Podcasting" doch weitaus naeher an der Kernmaterie selbst angesiedelt. Nun muss man natuerlich insofern relativieren als das der "Podcastday" nur ein Teil der Gesamtveranstaltung "Medienforum NRW" ist, an der ja immerhin auch die Bundeskanzlerin in diesem Jahr teilgenommen hat. Trotzdem fiel auch im Umfeld auf, dass mit dem "Schmuckkanal", "QVC" oder "DMAX" eher die "B-Fernsehsender" vertreten waren und mit "CNN" und evtl. noch mit "Das Vierte" nur wenige Programme, die ggf. auf den vorderen Speicherplaetzen der heimischen Fernbedienungen zu finden sind….

Das eigentliche "Highlight" des Tages war fuer mich dann ein abendliches Treffen in einem anderen Stadteil Koelns mit einer recht bekannten Person fuer ein Interview. Aber das ist eine andere Geschichte und die soll ein anderes Mal erzaehlt werden :)

Links
Medienforum NRW
Podcastday – Webseite
Fabio`s Podcast.de
Horst Schlaemmer
Was mit Medien
ifranz.tv
iSightseeing.de
Podpimp.de
Wolfgang Rudolph
Eco-Verband

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DRM-frei und Spass dabei?

6. Juni 2007 Kommentare ausgeschaltet

Im "iTunes" gibt es mittlerweile DRM-freie Musik. So weit, so gut. Auch das Brennen dieser Songs auf CD fuer private Zwecke ist mittlerweile moeglich und erlaubt. Auch gut. Das Manko: In jeder gekauften Datei sollen der Name des Kaeufers sowie dessen Email-Adresse gespeichert werden. Hallo wach??? Mal angenommen, der zugehoerige iPod wird geklaut und die darauf befindlichen Dateien landen kurz darauf in einer (unter Umstaenden illegalen) Internet-Tauschboerse. Der urspruengliche Besitzer der Musik muss dann Forderungen von der derzeit sehr klagefreudigen Musikindustrie (ein schlimmer Begriff…) fuerchten. DAS kann`s doch nicht sein, oder? Okay, ein Auto ist auch personengebunden zugelassen. Auch dieses kann jederzeit geklaut und z.B. als Fluchtfahrzeug bei einem Bankueberfall benutzt werden. Das ist so gesehen "hoehere Gewalt". Aber es vervielfaeltigt sich nicht so schnell wie eine MP3-Datei im Internet…

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Teletubbies und kleine Ferkel

2. Juni 2007 Kommentare ausgeschaltet

Es ist ja echt schon irgendwie "abgefahren", auf welche Ideen manche Leute kommen. Da wurde der Figur "Tinky Winky" aus der Kinderfernsehsendung "Teletubbies" unterstellt, sie sei sexuell gestoert, weil sie mit einer Handtasche durch die Gegend laeuft. Obelix haut jede aus den Anzug, mit der Asterix anbaendelt, weibliche Mainzelmaennchen gibt es nicht usw.

Sicherlich sind Comicabenteuer oftmals Projektionen innerer Wuensche der Autoren (z.B. "Superman"), aber das trifft auf viele Buchromane und Filme ebenfalls zu. Vieles laesst sich vielseitig ausdeuten und gerade das macht diese Comicwelt sprichwoertlich so bunt.

"Tinky Winky" ist aber anscheinend nicht schwul, wie mittlerweile "bewiesen" wurde. Auf der Webseite der Sueddeutschen Zeotung gibt es derzeit eine kleine Bildstrecke mit "verdaechtigen" Comicfiguren. Link: Sueddeutsche.de

Auf die "Teletubbies" gibt es uebrigens eine Parodie mit dem Namen "Telenobbies", dort heissen die Hauptdarsteller dann "Stinki-Stinki, Pepsi, Kaka und Klo" :))

Viel skurriler erscheint allerdings die Tatsache, dass z.B. die Disney-Serie "Winnie Puuh" im tuerkischen Staatsfernsehen "TRT" nicht ausgestrahlt wird. Die Abenteuer des Zeichentrick-Baeren, zu dessen Freunden ein kleines Ferkel zaehlt, sind dort anscheinend nicht erwuenscht.

Sendungen, die nicht zur "türkischen Kultur" paßten, würden nicht gesendet (…) Im Islam gelten Schweine als unreine Tiere, deren Fleisch nicht gegessen werden darf. Daß das kleine Ferkel in "Winnie Puuh" von niemandem verspeist wird, sondern nur bei lustigen Episoden mitwirkt, gilt Kritikern als Beweis dafür, daß bei TRT religiöse Eiferer am Werk sind, denen Schweine in allen Lebenslagen ein Greuel sind (…) Ohnehin kämen die Sittenwächter bei TRT zu spät. "Winnie Puuh" lief schon in türkischen Privatsendern (…) Quelle: Welt Online

Also, selbst harmlos anmutende Kindersendungen sind oftmals Bestandteil von weitreichenden Grundsatzdiskussionen, die die Schoepfer dieser Figuren und Sendungen in den allermeisten Faellen wohl nicht fuer moeglich gehalten haben…

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Schon GEDroht?

1. Juni 2007 Kommentare ausgeschaltet

Kuechenparty bei einer Bekannten. Auf dem Tisch liegen die Reste ihres noch zu erledigenden Papierkrams, den sie schnell beiseite raeumt. Obenauf ein Schreiben der GEZ. Sie stutzt, schaut mich an und sagt: "Du machst doch was mit Medien…" (ich bin zwar nicht Herr Fiene, aber irgendwie hat sie recht) "…was muss ich denn da eintragen, die schreiben was von ’neuartigen Rundfunkgeraeten'?"

Ich studiere das Schreiben und bin erschrocken. Ueber die Sache an sich nicht, denn es ist ja bekannt, dass sich diese Behoerde in diesem Land anscheinend fast alles erlauben darf. Was schlimm genug ist. Aber nach einigen gelesenen Zeilen ging mir der innere Hut mal wieder hoch….

…pruefen Sie ihre gesetzlichen Verpflichtungen (…) Sie sind verpflichtet, jedes einzelne Rundfunkgeraet bei der GEZ anzumelden (…) Hierzu gehoeren auch Radios und Fernsehgeraete, die zu Schulungs-, Konferenz-, Sicherheits-, Ueberwachungs-, oder Aufzeichnungszwecken genutzt werden (…) Auch Navigationsgeraete mit Empfangsteil in Kraftfahrzeugen (…) Auf die technische Beschaffenheit, z.B. die Groesse des Geraetes, die Wahl oder Anzahl der empfangbaren Programme sowie die tatsaechliche Nutzung kommt es nicht an. (Schlimm genug, das sollte mal geaendert werden…)

Dann die Definition sogenannter "Neuartiger Rundfunkgeraete":
z.B. Rechner, die Rundfunkprogramme ausschliesslich ueber Angebote aus dem Internet wiedergeben koennen, PDA und Mobiltelefone mit UMTS- oder Internetanbindung).

Interessant ist folgende Aenderung: "Autoradios in Firmenwagen muessen vom Unternehmen angemeldet werden. Dies gilt auch dann, wenn Mitarbeiter eigene Autoradios in die Geschaeftsfahrzeuge eingebaut haben.
Was soll das denn??? Was hat die Firma damit zu tun? Muss sie auch Vergnuegungssteuer zahlen, wenn ein Mitarbeiterpaerchen es sich in der Mittagspause auf dem Ruecksitz gemuetlich macht? :)) Der Eigentuemer des Rundfunkgeraetes hat zu zahlen. Mit einem nackten Bulli kann man kein Radio hoeren… unglaublich….

Abgesehen davon kassiert die GEZ dann gleich zweimal. Einmal vom Eigentuemer des Autoradios selbst und zusaetzlich von der Firma, in deren Fahrzeug es ggf. eingebaut wurde. Gerecht ist das nicht…

Wie gesagt, die Bewertungsgrundlage(n) der GEZ sind absolut unzeitgemaess und gehen tatsaechlich schon in Richtung "Abzocke" fuer eine Leistung, die viele Leute nicht nutzen und auch nicht nutzen wollen. Die urspruengliche Legitimation der GEZ, die vor allen Dingen die Verguetung der Sicherstellung der "Grundversorgung" durch die oeffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten abwickeln sollte, ist schon lange nicht mehr gegeben, im Zeitalter der "neuen Medien" schonmal erst recht nicht…

Das Schlimmste in diesen GEZ-Schreiben sind aber die sehr offensiven Drohungen, die dort (meistens sogar fettgedruckt) hinterlassen werden. Die zugehoerige Art der Fragestellung ist oftmals anmassend, beleidigend und unterstellend.

Wie gesagt: Ich habe nichts gegen oeffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten an sich, aber diese Behoerde gehoert wirklich auf den Mond geschossen. Da koennen sie dann pruefen, ob metallische, in Parabolform angeordnete Mondgesteine die reflektierten Aussendungen der Astra-Satelliten auffangen koennen und dafuer dann Gebuehren kassieren… :)

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Geiz WAR geil…

30. Mai 2007 Kommentare ausgeschaltet

Der Werbespruch "Geiz ist geil" ist nun schon fuenf Jahre alt. Was zunaechst witzig war und absolut in die Zeit passte, geht mittlerweile vielen Leuten auf die Nerven. Die aggressive, gebetsmuehlenartige Wiederholung des Slogans auf saemtlichen Werbeplattformen funktioniert in Verbindung mit der aufsteigenden Konjunktur mittlerweile nicht mehr so richtig. Die Leute "goennen sich wieder was", wie die SZ schreibt und fragen daher verstaerkt nach "besseren" Produkten…

In Deutschland war diese Kampagne mit der etwas dominant-wirkenden, glattgescheitelten Dame, die den Spruch mit scharfer, bestimmender "Ruf-mich-an-Stimme" von sich gab, sogar recht stimmig. In Oesterreich dagegen floetet ein Mann froehlich und halb singend dieselben Worte ins Mikro und es klingt irgendwie merkwuerdig-daemlich…

Hoffentlich verschwindet der Slogan bald. Im Rahmen von "Die ultimative Jahrzehntshow 2000-2010" auf RTL 18 VHDTV (VeryHighDefinitionTelevision) werden in zwanzig Jahren vielleicht ein paar dann "hippe" Moderatoren das Ganze wieder aufleben lassen…

Ach ja… und BITTE (!!!) verbannt die inflationaer-oft genudelte "EVO Elektroheizungen"-Radiowerbung und natuerlich den "Spiesser" aus dem Radio. Danke :)

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