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Archiv für die Kategorie ‘Musik’

Endlich ordentliche MP3-Downloads!

14. April 2009 Kommentare ausgeschaltet

Das ist es! Tschuess iTunes und wie sie alle heissen…

Legale Musik-Downloads zu einem fairen Preis, in ordentlicher Qualitaet, ohne DRM und in einem allgemein-kompatiblen Format – das war bis vor gar nicht allzu langer Zeit noch voellige Utopie.

Das folgende soll wirklich keine platte Werbung sein, es ist ein kurzer Erfahrungsbericht ueber eine neue Plattform, die zumindest dem Schreiber dieser Zeilen exakt (!) das Gewuenschte bietet.

Via Amazon.de kann man seit kurzem auch komplette Alben oder einzelne Songs als MP3-Dateien herunterladen. Die Auslieferung erfolgt natuerlich sofort nach der Bestellung – als normaler Download.
In diesem Fall habe ich mich mal testweise fuer den "HDL-Song" von "Jasper" entschieden, allein schon deswegen, weil dieses Lied schon durch einige Podcasts gegangen ist und der Interpret Unterstuetzung verdient hat.

Die folgenden Bilder lassen sich durch Klick vergroessern…

Der Bestellvorgang ist denkbar einfach und duerfte fuer Leute, die ohnehin schonmal etwas bei Amazon bestellt haben, intuitiv zu bewaeltigen sein. Zunaechst geht es auf die MP3-Angebotsseiten und man sucht sich etwas aus. Viele gaengige Alben gibt es fuer ca. 5 Euro, einzelne Songs fuer ungefaehr einen Euro.

Der gewuenschte Song wird angeklickt und danach in den virtuellen "Einkaufswagen" verschoben. Wurden alle Titel ausgewaehlt, klickt man auf "Zur Kasse gehen" und eine optionale Installation eines "Amazon-MP3-Downloaders" wird angeboten, der bei der Integrierung der kommenden Files in ein etwaiges iTunes- oder Windows-Media-Player-System helfen soll. Dieser Schritt wurde hier einfach uebersprungen, da ein eigenes System vorhanden ist. Letztendlich startet der Download sofort und automatisch ueber den Browser, wenn auf "Bestellung abschicken" geklickt wurde. Abgerechnet wird beispielsweise per Bankeinzug. Die MP3 war in wenigen Sekunden hier und abspielbereit.

Der "HDL-Song" duerfte wohl nicht mehr "podsafe" sein, da er mittlerweile bei Sony Music erschienen ist. Dafuer ist es eine neu-eingespielte Version, die sehr gut klingt. Die Datei hat allerdings nicht die urspruenglich erwarteten 256 kbps durchgehend-konstant, sondern ist variabel codiert. Die Bitrate schwankt also je nach Anforderung zwischen 192 und 320 kbps, also um den angegebenen Wert herum, was auch voellig in Ordnung ist. Die Datei ist ohne digitalen Kopierschutz und kann somit so oft wie gewollt gebrannt, gehoert oder kopiert werden.

Es muss keine proprietaere Software, die z.B. irgendwelche traegen Quicktime-Speichermonster in den Autostart schreibt, installiert werden. Das ist ein grosser Pluspunkt. Zudem haben die Dateien eine sehr gute Qualitaet, es gibt eine grosse Auswahl und groesstenteils sehr faire Preise.

Einwandfrei, ich bleib' dabei… (fuer diesen Beitrag erfolgte leider kein Sponsoring durch Amazon.de :))

KategorienComputerkram, Medien, Musik

GEE – Live in der Weberei

8. April 2009 Kommentare ausgeschaltet

GEE ist eine aufstrebende, junge Band aus Ostwestfalen. Eigentlich sind es fuenf Leute, die entweder "Plugged" oder "Unplugged" spielen, auf kleineren Buehnen schrumpft die Band aber auch mal zum Trio zusammen. Wie auch diesmal anlaesslich der "Kneipenkult"-Veranstaltungsreihe, im Rahmen derer die Band am 25.03.2009 Station in der Weberei-Kneipe machte, wo auch dieses Video entstanden ist.

GEE spielen "Higher Than The Sun":

Was zeichnet die Truppe aus? Ganz klar: Sie schreiben und spielen eigene Songs und klingen nach ihrem Studio-Debut "Pure" auf ihrer zweiten CD "Unplugged – City Of Feelings" schon sehr reif…

"Nachdem die junge Band bereits als Support für "Manfred Mann’s Earth Band" spielt und Newcomer bei NDR2, einem der größten Radiosender im Norden, wird, entschließen sich die Fünf schließlich auch dazu, ihr Set unplugged tauglich zu machen. Heraus kommt eine wilde Mischung aus Jazz, Funk, Soul, Country und Rock." (Quelle: GEE-Band.de)

Yvi, die Frontfrau der Band, hatte schon ein Gastspiel beim "Bundesvision Song Contest" zusammen mit "Culcha Candela" und im NormCast Nr.106 war sie deswegen auch schon zu hoeren. Demnaechst wird sie zusammen mit Henrik, Sven und zwei weiteren Songs aus der Unplugged-CD noch einmal im NormCast zu hoeren sein, da an diesem netten Abend in der Weberei auch ein kleines Gespraech aufgenommen wurde…
http://www.myspace.com/geeband

KategorienLokales, Musik, Videos

GEMA gegen den Rest der Welt?

3. April 2009 Kommentare ausgeschaltet

YouTube hat sich mittlerweile zu einem im allgemeinen fuer den User kostenlosen, aber gewaltigen Online-Archiv fuer audiovisuelle Inhalte gemausert. Und das ist gut so. Viele Leute entdecken in ihren Kellern alte Videocassetten und spielen beispielsweise seltene und natuerlich alte TV-Aufnahmen, die so heutzutage einfach nicht mehr zu bekommen sind, bei YouTube ein und das zur Freude der Leute, die gerne mal in Erinnerung schwelgen. Die alte RTL-Nachtschleife, der Sendeschluss der ARD und vieles mehr, von dem man meint, es wuerde keinen mehr interessieren. Weit gefehlt…

Legendaere Ausschnitte aus alten Filmen gibt es dort, nicht immer zur Freude der Urheber, die aber trotzdem davon profitieren und in positiven Ausnahmefaellen sogar die Not zur Tugend machen. Die britische Comedy-Truppe "Monty Python" hat es eindrucksvoll vorgemacht und praesentiert Videoschnipsel aus ihren eigenen Werken auf einem eigenen, offiziellen YouTube-Profil. Und das ist voellig zurecht sehr erfolgreich.

Ein Besuch bei einem ebenfalls musikbegeisterten Kumpel endete vor gar nicht allzu langer Zeit damit, dass wir gemeinsam vor dem Flachmonitor sassen und uns gegenseitig mit aktuellen Musiktipps und/oder alten, ganz seltenen Videos via YouTube ueberboten haben. Bei einer "Kanne Bier" war das ein aeusserst netter Abend, nach dem man dieses gigantische Musikvideoarchiv erneut zu schaetzen gelernt hatte.

Jetzt kommt der institutionelle Spassverderber schlechthin daher und traegt wahrscheinlich eine gehoerige Mitschuld daran, dass YouTube sich genoetigt sieht, den Zugriff auf viele Musikvideos fuer deutsche Anwender zu sperren. Die "Sueddeutsche" bezeichnet das als "Digitales Saebelrasseln".

"Ein Streit ist entbrannt. Für die einen kleinkariert, für die anderen völlig berechtigt. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen." (Quelle: Readers-Edition.de)

Die GEMA sollte eigentlich ein "Supporter" der bei ihr registrierten Bands und Kuenstler sein. Stattdessen wirft sie ihnen gerade in punkto Downloads, Podcasts, Streaming etc. mittlerweile gehoerig-grosse Steine in den Weg. Da werden Kuenstler ermahnt, die ihre Songs als MP3-Download auf ihre Seiten stellen (meistens finden nur gekuerzte Streams den Segen), da muessen Bands fuer die Live-Darbietung ihrer eigenen Songs GEMA-Gebuehren bezahlen und jetzt werden die im Normalfall werbewirksamen und sich auf viraler Ebene schnell verbreitenden Musikvideos schlichtweg abgemurkst.

"Das YouTube für die Künstler in erster Linie ein Promotion-Medium ist und war scheint die GEMA dabei vollkommen zu ignorieren – und beweist wieder einmal, wie weit hinterher der große Komplex ‘Musikindustrie’ hinsichtlich neuer Medien ist: Anstatt Trends zu erkennen und zu fördern, immerhin ist man ja Vertreter der Künstler, wird die Hand noch weiter aufgehalten und damit ein Werbemedium vollends zerstört." (Quelle: NerdTainment.de)

Viva und MTV zeigen Musik -wenn ueberhaupt- fast nur noch im Nachtprogramm, da schlechte und stumpfsinnige Dating- und Doku-Soaps anscheinend Vorrang haben. Teilweise sehenswerte Spartensender wie DeluxeTV, GoTV oder iMusicTV haben ein Defizit an technischer Reichweite und sind meistenteils den Sehern des Astra-Digital-Satelliten vorbehalten. Andere Videoportale abseits von YouTube haben oftmals nicht das Gewuenschte im Archiv.

"Noch dazu kommt, das gerade Teenies YouTube für die Musikberieselung genutzt haben – wofür die Künstler ja auch vergütet wurden. Die Möglichkeit fällt weg – wo sich die angesprochene Zielgruppe dann bedient, kann sich jeder mit gesundem Menschenverstand vorstellen: Dann geht es eben in Richtung Rapidshare oder auch Piratenbucht – und davon sehen die Künstler nicht einen Cent.
(Quelle: NerdTainment.de)

Wem schaden Musikvideos? Keinem. Sie sollen foerdern, promoten, sich verbreiten, wollen gesehen werden. Das MTV der Gegenwart ist nunmal internett. Wann sehen diese Leute, die sich nach wie vor an alten Zoepfen festklammern, das endlich ein?

"Mittlerweile hat man das Gefühl, dass die Gema, die allein im Jahr 2007 insgesamt 850 Millionen Euro einsammelte, durch ständige Gebührenerhöhungen nur noch ihren gewaltigen Beamtenapparat finanzieren will." (Quelle: Welt.de)

Zu einem Streit gehoeren immer wenigstens zwei Seiten und es ist in diesem Fall natuerlich auch wieder bedenklich, dass YouTube mit Google im Ruecken mal wieder seine digitale Macht nahezu unbehelligt ausspielen kann und darf, zum Leidwesen vieler.

Diverse Fernsehserien, die man in den USA bequem und legal auch via YouTube abrufen kann, sind in Deutschland ebenfalls nicht zugaenglich, "sorry, this video can’t be displayed in your country" und aehnlich lautende Fehlermeldungen verleiten den geneigten Zuseher immer haeufiger dazu, gepflegt in den Tisch zu beissen. Diverse Videos werden mittlerweile stummgeschaltet, weil im Hintergrund ein Voegelchen eine Sequenz aus einem bei der Warner Music Group registrierten Song pfeift. Geht’s noch?

Geld verliert man nicht unbedingt durch bei YouTube eingespielte Musikvideos, die u.U noch Werbeinblendungen enthalten (TV-Aufnahmen). Im Gegenteil, selbst diese "minderwertigen" Filmchen tragen massgeblich zum Bekanntwerden eines Songs oder zum Erinnern an ihn bei. Diejenigen, die die Videos in wirklich guter Qualitaet sehen oder besitzen wollen, kaufen entsprechende Downloads oder DVDs und/oder haben das Equipment nebst "Know-How", um das Gewuenschte aus den gnaedigen Nachtschleifen der ehemaligen Musiksender zumindest in 720*576 Pixeln aufzuzeichnen (wovon der Urheber an sich zumindest finanziell zunaechst auch nicht profitiert).

"Es wird vermutlich noch Jahre dauern, bis sich im Netz eine direkte oder indirekte Bezahlmethode entwickelt bzw. durchgesetzt hat, von der alle Leben können. Bis dahin könnten die Musiker YouTube dann als Chance begreifen, sich, ihre Marke und ihre Musik bekannter zu machen.
Wenn von 100.000 Leuten nur 1%, also 1000, eine CD oder digitales Album kauft, dann haben sie schon 10.000 Euro Umsatz erzielt." (Quelle: Kommentar bei Readers-Edition.de)

Dies hier soll keine fundierte Analyse sein, genauso wenig wie der Beitrag von Thomas Wanhoff, in dessen Fahrwasser dieser Beitrag entstanden ist und aus dem das folgende, aeusserst treffende Schlusswort stammt:

"Liebe Deutsche Künstler, erst wenn Euer letzter Song aus den Tauschbörsen verschwunden ist, Youtube Euer letztes Video gesperrt hat und iTunes den neuen Preisforderungen nicht nachgibt und zumacht, werden Ihr merken, dass es gar keine Plattenläden mehr gibt – und auch die Gema Euch nicht mehr ernähren kann."

KategorienMedien, Musik

YES! They still can…

28. März 2009 Kommentare ausgeschaltet

Die "Pet Shop Boys" koennen zurecht mit Stolz auf eine lange Hitreihe zurueckblicken. Seit ihrem legendaeren "West End Girls" sind sie aus der Popwelt nicht mehr wegzudenken. Jetzt erscheint mit "YES" ein neues Album der beiden Englaender, welches eigentlich nichts Neues zu bieten hat, aber trotzdem ueberzeugt. Es haette genauso gut auch irgendwo zwischen "Actually" und "Very" erscheinen koennen und waere dabei nicht sonderlich aufgefallen, denn die Pet Shop Boys machen das, was sie am besten koennen: melodische Popsongs mit ein wenig Bombast auf Neil Tennant’s charismatische Stimme abzustimmen. Der Mann kann bestimmt nicht in Moll singen, daher gibt es auch hier wieder zuckersuesse Melodeien und bewaehrte Strickmuster. Wer sich die Pet Shop Boys bisher nicht leidgehoert hat, der wird dieses Album moegen. "Love etc.", die erste Single daraus, "tut nicht weh", wie man so schoen sagt, bleibt aber trotzdem im Ohr haengen. "Vulnerable" hat einen noch hoeheren Ohrwurmcharakter, waehrend "Beautiful People" sogar mit ein paar wieder aktuellen Retro-Beats hintergruendig daherkommt. Lediglich das letzte Stueck "Legacy" ist ein wenig anstrengend, ansonsten ist dieses eine nette, melodische Autofahrerplatte. Kein Meilenstein, aber angenehm vertraut…

KategorienMusik

Fools Garden’s Blogparade

24. März 2009 Kommentare ausgeschaltet

So, nun sitzt man hier zu naechtlicher Stunde, hat die handsignierte Vinyl-LP "Go And Ask Penny For The Principal Thing" von "Fools Garden" aufgelegt und denkt ueber Narrengaerten, Musikpromotion, Podcasts und so’n Zeugs nach :-)
Natuerlich verbindet mich eine gewisse Sympathie mit dieser Band, deren Frontman Peter Freudenthaler schon im "NormCast" Rede und Antwort stand (siehe "Besonderes") und die sogar schon live hier in Guetersloh aufgetreten ist.
Es sind sympathische, nahbare, wirklich nette Leute, die zudem auch noch verdammt-gute Musik machen, die in qualitativer Hinsicht oftmals weiiiit ueber ihren Ueberhit "Lemon Tree" hinausgeht.
Kein Scherz. Hoert Euch die Alben an, die danach erschienen sind, sie sind der beste Beweis.

Ein "Best Of"-Album ist derzeit in Planung und ebenso rauchen hinter den Kulissen gewaltig die Koepfe. Es geht um Musikpromotion und um die Frage, wie eine Band und deren Umfeld es schaffen kann, eine Akzeptanz jenseits von blossen Web-2.0-Freundschaftsbekundungen zu generieren und das eigentliche Produkt -die Musik- wieder in den Vordergrund zu ruecken. In dieser Situation machen "Fools Garden" das einzig Richtige: Sie fragen ihre Fans, sie wenden sich an Leute, die im Internet aktiv sind und nennen es "Blogparade". Als (meine) Antwort auf die dortigen Fragen soll dieser Beitrag dienen.

Die traditionellen Verbreitungswege fuer neue Musik sind mittlerweile holprig geworden. Viele Abfahrten auf der Datenautobahn offerieren oftmals doch erstaunliche Moeglichkeiten, denn das Internet ermoeglicht viele Dinge jenseits von Plattenbossen und Distributionsrestriktionen (tolles Wort, oder?). Eine Band kann sich eigenstaendig praesentieren und ihre Musik komplett selbst verwalten (lassen). Was in Amerika schon laengst normal ist, duerfte bald auch hier Realitaet werden, wenn die GEMA und aehnlich gelagerte Vereine endlich mal "zu Potte kommen" sollten…

In Amerika gibt es eine sich mittlerweile komplett selbst-organisierende Band namens "Harvey Danger", die ihr Album zwar kostenlos abgegeben hat und die heutzutage manchmal vor "nur" 60 Leuten in kleinen Clubs musiziert, ansonsten aber tatsaechlich auch mal Stadien fuellt und sehr gut davon existieren kann. Sie hatten sogar mal einen amtlichen Smash-Hit

Hier gibt es eine Parallele, denn Fools Garden spielten 2005 in Kaliningrad vor ca. 100.000 Leuten und bei Everding in Herford gerade mal vor wenigen hundert. Aber auch die sind was wert. Live-Konzerte sind heutzutage sicherlich viel wichtiger als frueher. Somit foerdert die neue Medienwelt paradoxerweise auch die Naehe der Kuenstler zum Publikum, das sich eben nicht nur zuhause verkriecht, CDs raubkopiert oder herunterlaedt, YouTube-Videos durchklickt und Freundesanfragen in einschlaegigen Portalen verschickt. Eine gute Band lockt die Leute nach wie vor auch vor die Tuer. Und eine gute CD wird nach wie vor auch gekauft oder als "Premium-Download" in hoher Qualitaet geordert, denn DRM-verseuchte 128kbps-Dateien reichen echten Fans nunmal nicht (und das ist auch gut so!).

Eine Best-of-CD sollte meiner Meinung nach die Hits chronologisch (!) und in den originalen Single-Versionen beinhalten. Eine Bonus-CD koennte mit raren B-Seiten und/oder Live-Aufnahmen gefuellt werden. Das haben U2 beispielsweise mit ihren beiden Best-Of-Alben bewiesen. Hier liegt also ein weiterer Weg: Mehrwert generieren. Standard kann jeder und der muss auch sein. Aber eine "Bonus-CD" bzw. ein "Bonus-Download" kann Wunder bewirken. Auch temporaere Gratis-Downloads wecken Interesse. Coldplay, die Toten Hosen, Madonna und die Sportfreunde Stiller haben Letzteres eindrucksvoll vorgemacht. Eine schoen gemachte, "richtige" CD ggf. mit Bonusinhalten findet sicherlich nach wie vor auch noch ihre Abnehmer. Und wenn sie nur zum "Rippen" in die heimische Daten-Jukebox und zum anschliessendem Herumstehen im Regal herhalten muss…

Plattformen wie "MySpace" sind eine gute Sache. Wenn man mal die grottige Programmierung, die inflationaere Werbung und das ebenso grottige "Design" von "MySpace.com" ignoriert, dann bleibt der virale Effekt, den das Portal bietet. Virtuelle "Freundschaften" wirken oftmals Wunder und gerade im Falle von "MySpace" fuehlen sich die Leute den Bands oftmals etwas "naeher", da sie zumindest ein direkteres Feedback bekommen als wie frueher durch die mehr oder weniger anonyme "Hat-Es-Dir-Gefallen-Antwortpostkarte" an die XYZ Marketing GmbH, die vom CD-Booklet abgetrennt und per Post verschickt werden konnte. Nahbarkeit ist trumpf. Und MySpace vermittelt zumindest die Illusion davon…

Im Zuge der Aktivitaeten rund um unsere "Podparade" habe ich vielen Bands immer wieder gesagt: "Opfert" wenigstens einen oder zwei Songs pro Album und gewaehrt den Podcastern das Spielen derselben in voller Laenge. Egal, ob ein Podcast technisch einen "Download" darstellt oder nicht. Ein guter Song verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Vor allen Dingen dann, wenn er gratis zu haben ist. Auch "Ottonormaluser" freuen sich ueber einen vollstaendigen Song, geben ihn weiter, spielen ihn auf Partys, usw. Diese Investition seitens der Urheber kann sich daher durchaus lohnen.

Der hervorragende Song "Mine Again" von "Black Lab" zeigte es beispielhaft im Rahmen der Aktion "Bum Rush The Charts", was moeglich ist. "Was ist haerter?" fragten "Jammin*INC" aus Braunschweig, landeten damit einen echten "Online-Hit" und spielten daraufhin beim "Chiemsee Reggae Summer". "Paralyzed", eine ehemalige Nr.1 in der "Podparade" von der Band "Rock Kills Kid", verhalf der bis dato unbekannten Band zu einem Plattenvertrag bei einem Major Label. Die "Arctic Monkeys" stellten eine EP zum freien Download ins Netz, es wurde rauf und runter gespielt, "geshared" und in Podcasts genudelt. Der Rest ist Geschichte, mittlerweile sind sie eine erfolgreiche, britische Band, deren Album "Whatever People Say I Am, That’s What I’m Not" sogar Oasis ueberholte und deren Folgealbum "Favorite Worst Nightmare" allein in der Debut-Woche 250.000 mal ueber die Ladentische gegangen ist. Ueber die "richtigen" und ueber die virtuellen…

Es gibt also viele Moeglichkeiten. Heutzutage mehr denn je. Man sollte als Band trotzdem nicht auf allen Web 2.0-Hochzeiten tanzen und darueber hinaus im richtigen Leben nahbar sein. Doch die internetten Plattformen, die letztendlich ausgesucht wurden, sollten dann auch konsequent bedient und genutzt werden.

Amazon, MySpace, Last.FM und die einschlaegigen, grossen MP3-Downloadportale sind da sicherlich erste Wahl. "Twitter" ist auch nicht zu verachten. Auch hier sind "Coldplay" wieder ganz vorne mit dabei und es ist schon nett, wenn einer der Bandmitglieder dort ein gerade eben selbstgeschossenes Handyfoto vom Saenger der "Killers" bei einem gemeinsamen Konzert noch waehrend der Veranstaltung verlinkt. Die Band laesst ihr Publikum also mehr oder weniger direkt teilhaben und versteckt sich nicht hinter kunstvoll-aufbereiteten Webpraesentationen. Das Publikum dankt es ihnen, denn in den wenigen Wochen, in denen Coldplay erst bei Twitter aktiv sind, ist ihre virtuelle Verfolgerschar schon auf mehr als eindrucksvolle 300.000 Leute und Leutinnen angewachsen…

Hauptsache ist, dass die Musik den / die Hoerer erreicht. Das Medium an sich ist zweitrangig, wenn auch nicht unbedeutend. Ich sag’s mit Captain Picard: "Make it so!" :-)

KategorienMusik