Rohrfrei fuer die Festplatte

24. April 2012 Kommentare ausgeschaltet

Notebooks / Netbooks / Laptops werden oft mit sogenannten "Recovery-Partitionen" ausgeliefert, mit deren Hilfe der Lieferzustand eines mobilen Computers auf Knopfdruck wiederhergestellt werden kann. Einerseits ist das gut, andererseits stellt sich die Frage: Wer moechte denn wirklich (ggf. Monate/Jahre spaeter) eine mit Fremdsoftware verseuchte Werksinstallation wieder zurueckholen?

Diese platzraubenden und im Fachjargon "Eisa Konfiguration" genannten Teilbereiche einer Festplatte werden auch dann ueberfluessig, wenn eine Laptopfestplatte getauscht wird, wie hier kuerzlich geschehen. Die interne 150GB-HDD eines Netbooks wurde gegen eine 500GB-HDD getauscht, die zuvor aus einem externen USB-Gehaeuse herausoperiert worden war. Doch wohin mit der alten, kleinen Festplatte? Natuerlich genau in dieses externe Gehaeuse, denn z.B. fuer den Anschluss an einen SAT-Receiver zwecks Aufnahme(n) ist sie nach wie vor mehr als ausreichend…

Gedacht-Getan! Doch beim versuchten Neupartitionieren tauchte diese OEM-Partition auf, die sich mit den normalen Windows-Bordmitteln nicht loeschen liess. Eine Loesung fuer das Problem waere wahrscheinlich das Anbooten einer "GParted"-Linux-CD gewesen, doch es ging auch viel einfacher: Mit dem bereits vorhandenen Kommandozeilen-Werkzeug "Diskpart".

Auf der Webseite des Unternehmens CS-Dev fand sich dann Dank Google auch eine gute Beschreibung des Prozederes, hier als Screenshot wiedergegeben. Darueber und darunter sind zwei der hiesigen Statusfenster zu sehen:



Als Resultat war die Festplatte komplett geraeumt und konnte danach mit den "normalen" Bordmitteln (=> Datentraegerverwaltung) partitioniert und formatiert werden.

KategorienComputerkram

NormCast 205

21. April 2012 Kommentare ausgeschaltet

Ein Podcast ueber New Orleans. Ueber die rege Musikszene, ueber Katrina, warum Essen und Musik eine Einheit sind, was Brad Pitt mit Fats Domino verbindet und wieso eine Mumie in einer Kneipe an der Decke haengt. Max Oestersoetebier, ein Lehrer und Musiker, der die Stadt oft bereist und dort viele Freunde hat, gibt Einblicke aus erster Hand und spielt zudem dort angesagte Musik, die von Latin ueber Rock bis zum Jazz reicht.

Podcast-MP3-Download: NormCast Episode 205 vom 21.04.2012

Links zur Sendung:
Wikipedia ueber New Orleans
The Official New Orleans Tourism Website
Frenchquarter.com – The Best New Orleans Jazz Musicians
Trumpets Not Guns
Max Östersötebier bei Facebook
The Sazerac Swingers bei Facebook

Musik:
1. James AndrewsNight Life
2. Kermit RuffinsGood Morning, New Orleans
3. Glen David AndrewsRock Star (Like Mike)
4. Shamarr AllenMeet Me On Frenchmen Street
5. Fredy Omar – Ojos Verdes

KategorienNormCast

Spartacus – Eine blutige Fernsehserie

20. April 2012 Kommentare ausgeschaltet

"Spartacus" ist eine US-amerikanische TV-Serie, die ab dem heutigen Freitag auf ProSieben gezeigt wird. Die Geschichten rund um den beruehmten Gladiator wurden in diesem Fall angeblich sehr blutig, brutal und mit vielen Sexszenen versetzt, inszeniert. In den USA ist die Serie erst ab 18 Jahren freigegegeben und fuer Deutschland gilt: "Damit die Folgen vor 23 Uhr gesendet werden dürfen, zeigt ProSieben eine geschnittene FSK-16 Version."
(Quelle: WikiPedia) / …und Spiegel Online schreibt:

"Für ProSieben, das die Serie in der deutschen Free-Premiere zeigt, ist so viel Mut allerdings ein Problem. Der TV-Sender ging in einigen Folgen mit der Schere ans Werk und schnitt allzu saftige Sequenzen hinaus, um "Spartacus" vor 23 Uhr ausstrahlen zu dürfen. So wurden die Kampfszenen in der Pilotfolge um knappe 60 Sekunden gekürzt. Das Abhacken wirkt daher bisweilen ein wenig abgehackt. "

Rums. Das war’s. An dieser Stelle ist jegliches Interesse erloschen. Das liegt nicht an etwaigem, uebermaessigem Spass an Brutalszenen, aber an der Tatsache, dass diese oftmals unsaeglich-schlecht geschnittenen FSK-16-Fassungen einfach nur aergerlich sind. Ich moechte einen Film so sehen, wie der Regisseur es gewollt hat. Schliesslich moechte ich einen Song auch so hoeren, wie die Band ihn eingespielt hat und nicht à la Antenne Bayern & Co. in verkrueppelten Schnittversionen.

Und wenn dieses Werk nicht-jugendtaugliche Elemente beinhaltet, dann soll es entweder gar nicht oder konsequent erst ab Mitternacht im normalen "Free TV" gezeigt werden. Was natuerlich nicht ausschliessen wuerde, dass auch die Jugendlichen ihren Festplattenrecorder entsprechend scharf machen und das aufzeichnen wuerden. Doch, sind wir mal ehrlich: Tagsueber schreien sich in den einschlaegigen "Doku-Soaps" irgendwelche Furien auf niedrigstem Niveau gegeneinander an, abends laufen vor 22 Uhr auf oeffentlich-rechtlichen Digitalspartenkanaelen manchmal Filme, deren Sexszenen vor wenigen Jahren noch als glatter Porno eingestuft worden waeren und ausserdem weiss die Jugend von heute genauso gut wie wir damals auch, wo man etwas herbekommt, wenn es denn von Interesse ist. Da hilft auch kein Verschluesseln, denn irgendein Papi im Freundeskreis hat Sky und ist mal nicht zuhause… Also: Zeigt es richtig – oder gar nicht.

KategorienMedien

Musikbranche erholt sich

19. April 2012 Kommentare ausgeschaltet

Das sind doch mal gute Nachrichten… (via DerWesten.de)

"Der deutsche Musikmarkt hat im Jahr 2011 erstmals seit 15 Jahren keine Umsatzverluste verzeichnet. Stattdessen gab es beim Gesamtumsatz aus allen Musikverkäufen und Einnahmen ein ganz leichtes Plus von 0,1 Prozent, vor allem dank des weiter stark wachsenden Digitalmarktes, wie der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) am Donnerstag in Berlin bilanzierte. Der Umsatz mit physischen Produkten ging um 3,8 Prozent zurück, während der Umsatz aus digitalen Geschäftsfeldern um 21,2 Prozent zulegte. (…) Neben den Downloads (Umsatzplus 28,8 Prozent) wuchs 2011 auch Vinyl erneut stark – beim Absatz um 10,3 Prozent und beim Umsatz um 15,6 Prozent. Laut BVMI-Geschäftsführer Florian Drücke ist Vinyl mit einem Umsatz von 14 Millionen Euro aber eine "Liebhabernische". Die CD sei mit einem Marktanteil von 73,8 Prozent und einem Umsatz von 1,098 Milliarden Euro trotz der zum Teil starken Rückgänge der vergangenen Jahre das Rückgrat der Branche. "Die CD ist nicht tot.""

Der im weiteren Verlauf des Artikels zitierte Dieter Gorny relativiert zwar, indem er sagt, dass die "illegale Konkurrenz" noch viel zu stark sei, doch sieht er das immer populaerer werdende Musikstreaming als "Bruecke zum legalen Konsum". Nun denn.

Aber ist Musik-Streaming nicht auch "nur" eine Art "Nebenbeiberieselung" waehrend der sonstigen Internetaktivitaeten? Vielleicht. Es kann aber auch gezielt genutzt werden und dadurch vielen Leuten das "Rippen" der eigenen CDs sowie das Erstellen, Taggen, Ordnen und Pflegen der MP3-Sammlung ersparen.

An dieser Stelle koennte bald ein weiterer Generationskonflikt aufkommen. Diejenigen, die mit dem Sammeln von Cassetten, CDs, Schallplatten aufgewachsen sind und rechtzeitig modern genug waren, ihre so erhaltene Musiksammlung durch Digitalisieren und Ueberspielen zumindest auf den Rechner zu uebertragen und sie somit auch mobil nutzbar zu machen, stehen auf der einen Seite.

Wie sagte der Grossvater schon? – "Was man hat, das hat man." Richtig so! :)

Auf der anderen Seite werden zukuenftig die stehen, die nichts oder wenig "eigenes" mehr sammeln und/oder zumindest virtuell zuhause horten. Sie legen alles in der Wolke ("Cloud") ab und rechnen damit, es immer und ueberall verfuegbar zu haben. Und aus diesen Datenwolken kommen dann auch die Songs und Filme, nicht mehr von der heimischen Festplatte.

DAS wird hoechstwahrscheinlich die mittelfristige Konstellation und ist im Grunde genommen nur eine Fortschreibung der Geschichte. Bisher galt quasi "analog versus digital" (z.B. Vinyl gegen CD/PC) und zukuenftig gilt "(Lokale) Datei versus (Web-) Stream". Zur Zeit befinden wir uns, wie der oben zitierte Artikel zeigt, in einer Uebergangsphase, in der auch alte Medien nochmal aufleben, wie der gesteigerte Schallplattenumsatz zeigt. Bleibt zu hoffen, dass das noch laenger so bleiben wird, aber natuerlich wird es nicht ewig so weitergehen…

KategorienMedien, Musik

Der Fluch des Vorabends

18. April 2012 Kommentare ausgeschaltet

Die 80er Jahre. Es gab noch Regionalprogramme im Ersten – und die Leute schauten zu. Sie eilten abends nachhause, um "Hart aber herzlich", "Das A-Team", "Falcon Crest" und andere Serien zu sehen, die zwischen 19 und 20 Uhr liefen und Gespraechsstoff fuer den naechsten Morgen lieferten. Doch diese Zeiten sind vorbei.

Heutzutage ist Fernsehen nichts besonderes mehr. Sendungen, die taeglich laufen, sind sprichwoertlich alltaeglich geworden und "Strassenfeger" als solche gibt es (bis auf diverse Fussballspiele) auch nicht mehr unbedingt. Das Internet ist vielerseits interessanter und auch wichtiger geworden. "Nur mal kurz die Mails checken" ist nach der Arbeit mit die allererste "Amtstat" – nicht das Einschalten des Fernsehers. Facebook, Twitter & Co sind zudem auch vom Strassencafé ausgehend nutzbar. Und in solchen Zeiten und bei der internetten Konkurrenz haetten es auch die modernen Versionen der alten Serienklassiker schwer – zumindest im Vorabendprogramm.

Die zunehmende Medienvielfalt hat naemlich auch einen eigentlich-positiven Nebeneffekt: Sie laesst sich viel mobiler als damals nutzen und macht die Leute unabhaengiger von irgendwelchen, beispielsweise durch Fernsehsender gesetzten Ausstrahlungsterminen.

Wen wundert’s da wirklich, dass eine taegliche Vorabendsendung wie "Gottschalk Live" nur zoegerlich aufgenommen wurde und demnaechst nach kurzer Laufzeit wieder eingestellt wird, weil die Quoten nicht stimmen.

Gottschalk war eigentlich nie derjenige, der aus seinen "Wetten, dass…?" – Gaesten jenseits der netten Oberflaechlichkeiten Tiefgruendigeres herausholen konnte – und seine zweifelsohne vorhandene Schlagfertigkeit konnte auch nicht immer der Garant fuer eine interessante Gespraechsrunde sein. Doch natuerlich hat er seine Qualitaeten und daher war z.B. die "Gottschalk Live" – Ausgabe mit Studiogast Guenther Jauch durchaus unterhaltsam.

Doch diejenigen, die das im Nachhinein wirklich interessiert, schauen es sich in der Mediathek oder bei Youtube dann an, wenn sie Zeit und Lust dazu haben. Was wiederum zulasten der "Live-Quote" waehrend der Sendung geht. An dieser Stelle sollte also eher erforscht werden, welche letztendliche Reichweite eine Sendung unterm Strich hatte.

Frueher lief z.B. "TV Total" mit Stefan Raab nicht wie aktuell viermal die Woche und es war daher durchaus auf der Wochenterminliste vorzufinden. Heutzutage ist es nettes Beiwerk, wenn man zufaelligerweise quasi darueber "stolpert" – aber nichts mehr, fuer das der rechnerbasierte Nachfahre des seligen Videorecorders unbedingt bemueht werden muesste.
Vielleicht ist weniger manchmal eben doch mehr…

KategorienMedien