Osterhasen-Warteschleife

10. April 2009 Kommentare ausgeschaltet

Tatort: Das BarFly in der "Weberei" zu Guetersloh. Puenktlich um Mitternacht wurde der Kneipen-Event trotz vollem Haus quasi abgebrochen. Warum? Karfreitag

Dieser Feiertag ist quasi der "Auftakt" zum Osterfest. Das Schokoladeneier, zudem von Hasen gelegt/gebracht, herzlich wenig mit der Realitaet zu tun haben, weiss heutzutage (fast) jedes Kind…

Doch, liebe Kinder, lasst euch sagen: Alle Jahre wieder…
…sind die mittlerweile zu Osterhasen umgepressten Nikolaeuse in den Startloechern befindlich…

Hallo Milka, no offense intended… Im Gegenteil, der "Schmunzelhase" ist schon fast eine oesterliche Institution…

KategorienDiverses

GEE – Live in der Weberei

8. April 2009 Kommentare ausgeschaltet

GEE ist eine aufstrebende, junge Band aus Ostwestfalen. Eigentlich sind es fuenf Leute, die entweder "Plugged" oder "Unplugged" spielen, auf kleineren Buehnen schrumpft die Band aber auch mal zum Trio zusammen. Wie auch diesmal anlaesslich der "Kneipenkult"-Veranstaltungsreihe, im Rahmen derer die Band am 25.03.2009 Station in der Weberei-Kneipe machte, wo auch dieses Video entstanden ist.

GEE spielen "Higher Than The Sun":

Was zeichnet die Truppe aus? Ganz klar: Sie schreiben und spielen eigene Songs und klingen nach ihrem Studio-Debut "Pure" auf ihrer zweiten CD "Unplugged – City Of Feelings" schon sehr reif…

"Nachdem die junge Band bereits als Support für "Manfred Mann’s Earth Band" spielt und Newcomer bei NDR2, einem der größten Radiosender im Norden, wird, entschließen sich die Fünf schließlich auch dazu, ihr Set unplugged tauglich zu machen. Heraus kommt eine wilde Mischung aus Jazz, Funk, Soul, Country und Rock." (Quelle: GEE-Band.de)

Yvi, die Frontfrau der Band, hatte schon ein Gastspiel beim "Bundesvision Song Contest" zusammen mit "Culcha Candela" und im NormCast Nr.106 war sie deswegen auch schon zu hoeren. Demnaechst wird sie zusammen mit Henrik, Sven und zwei weiteren Songs aus der Unplugged-CD noch einmal im NormCast zu hoeren sein, da an diesem netten Abend in der Weberei auch ein kleines Gespraech aufgenommen wurde…
http://www.myspace.com/geeband

KategorienLokales, Musik, Videos

NormCast 135

4. April 2009 Kommentare ausgeschaltet
KategorienNormCast

GEMA gegen den Rest der Welt?

3. April 2009 Kommentare ausgeschaltet

YouTube hat sich mittlerweile zu einem im allgemeinen fuer den User kostenlosen, aber gewaltigen Online-Archiv fuer audiovisuelle Inhalte gemausert. Und das ist gut so. Viele Leute entdecken in ihren Kellern alte Videocassetten und spielen beispielsweise seltene und natuerlich alte TV-Aufnahmen, die so heutzutage einfach nicht mehr zu bekommen sind, bei YouTube ein und das zur Freude der Leute, die gerne mal in Erinnerung schwelgen. Die alte RTL-Nachtschleife, der Sendeschluss der ARD und vieles mehr, von dem man meint, es wuerde keinen mehr interessieren. Weit gefehlt…

Legendaere Ausschnitte aus alten Filmen gibt es dort, nicht immer zur Freude der Urheber, die aber trotzdem davon profitieren und in positiven Ausnahmefaellen sogar die Not zur Tugend machen. Die britische Comedy-Truppe "Monty Python" hat es eindrucksvoll vorgemacht und praesentiert Videoschnipsel aus ihren eigenen Werken auf einem eigenen, offiziellen YouTube-Profil. Und das ist voellig zurecht sehr erfolgreich.

Ein Besuch bei einem ebenfalls musikbegeisterten Kumpel endete vor gar nicht allzu langer Zeit damit, dass wir gemeinsam vor dem Flachmonitor sassen und uns gegenseitig mit aktuellen Musiktipps und/oder alten, ganz seltenen Videos via YouTube ueberboten haben. Bei einer "Kanne Bier" war das ein aeusserst netter Abend, nach dem man dieses gigantische Musikvideoarchiv erneut zu schaetzen gelernt hatte.

Jetzt kommt der institutionelle Spassverderber schlechthin daher und traegt wahrscheinlich eine gehoerige Mitschuld daran, dass YouTube sich genoetigt sieht, den Zugriff auf viele Musikvideos fuer deutsche Anwender zu sperren. Die "Sueddeutsche" bezeichnet das als "Digitales Saebelrasseln".

"Ein Streit ist entbrannt. Für die einen kleinkariert, für die anderen völlig berechtigt. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen." (Quelle: Readers-Edition.de)

Die GEMA sollte eigentlich ein "Supporter" der bei ihr registrierten Bands und Kuenstler sein. Stattdessen wirft sie ihnen gerade in punkto Downloads, Podcasts, Streaming etc. mittlerweile gehoerig-grosse Steine in den Weg. Da werden Kuenstler ermahnt, die ihre Songs als MP3-Download auf ihre Seiten stellen (meistens finden nur gekuerzte Streams den Segen), da muessen Bands fuer die Live-Darbietung ihrer eigenen Songs GEMA-Gebuehren bezahlen und jetzt werden die im Normalfall werbewirksamen und sich auf viraler Ebene schnell verbreitenden Musikvideos schlichtweg abgemurkst.

"Das YouTube für die Künstler in erster Linie ein Promotion-Medium ist und war scheint die GEMA dabei vollkommen zu ignorieren – und beweist wieder einmal, wie weit hinterher der große Komplex ‘Musikindustrie’ hinsichtlich neuer Medien ist: Anstatt Trends zu erkennen und zu fördern, immerhin ist man ja Vertreter der Künstler, wird die Hand noch weiter aufgehalten und damit ein Werbemedium vollends zerstört." (Quelle: NerdTainment.de)

Viva und MTV zeigen Musik -wenn ueberhaupt- fast nur noch im Nachtprogramm, da schlechte und stumpfsinnige Dating- und Doku-Soaps anscheinend Vorrang haben. Teilweise sehenswerte Spartensender wie DeluxeTV, GoTV oder iMusicTV haben ein Defizit an technischer Reichweite und sind meistenteils den Sehern des Astra-Digital-Satelliten vorbehalten. Andere Videoportale abseits von YouTube haben oftmals nicht das Gewuenschte im Archiv.

"Noch dazu kommt, das gerade Teenies YouTube für die Musikberieselung genutzt haben – wofür die Künstler ja auch vergütet wurden. Die Möglichkeit fällt weg – wo sich die angesprochene Zielgruppe dann bedient, kann sich jeder mit gesundem Menschenverstand vorstellen: Dann geht es eben in Richtung Rapidshare oder auch Piratenbucht – und davon sehen die Künstler nicht einen Cent.
(Quelle: NerdTainment.de)

Wem schaden Musikvideos? Keinem. Sie sollen foerdern, promoten, sich verbreiten, wollen gesehen werden. Das MTV der Gegenwart ist nunmal internett. Wann sehen diese Leute, die sich nach wie vor an alten Zoepfen festklammern, das endlich ein?

"Mittlerweile hat man das Gefühl, dass die Gema, die allein im Jahr 2007 insgesamt 850 Millionen Euro einsammelte, durch ständige Gebührenerhöhungen nur noch ihren gewaltigen Beamtenapparat finanzieren will." (Quelle: Welt.de)

Zu einem Streit gehoeren immer wenigstens zwei Seiten und es ist in diesem Fall natuerlich auch wieder bedenklich, dass YouTube mit Google im Ruecken mal wieder seine digitale Macht nahezu unbehelligt ausspielen kann und darf, zum Leidwesen vieler.

Diverse Fernsehserien, die man in den USA bequem und legal auch via YouTube abrufen kann, sind in Deutschland ebenfalls nicht zugaenglich, "sorry, this video can’t be displayed in your country" und aehnlich lautende Fehlermeldungen verleiten den geneigten Zuseher immer haeufiger dazu, gepflegt in den Tisch zu beissen. Diverse Videos werden mittlerweile stummgeschaltet, weil im Hintergrund ein Voegelchen eine Sequenz aus einem bei der Warner Music Group registrierten Song pfeift. Geht’s noch?

Geld verliert man nicht unbedingt durch bei YouTube eingespielte Musikvideos, die u.U noch Werbeinblendungen enthalten (TV-Aufnahmen). Im Gegenteil, selbst diese "minderwertigen" Filmchen tragen massgeblich zum Bekanntwerden eines Songs oder zum Erinnern an ihn bei. Diejenigen, die die Videos in wirklich guter Qualitaet sehen oder besitzen wollen, kaufen entsprechende Downloads oder DVDs und/oder haben das Equipment nebst "Know-How", um das Gewuenschte aus den gnaedigen Nachtschleifen der ehemaligen Musiksender zumindest in 720*576 Pixeln aufzuzeichnen (wovon der Urheber an sich zumindest finanziell zunaechst auch nicht profitiert).

"Es wird vermutlich noch Jahre dauern, bis sich im Netz eine direkte oder indirekte Bezahlmethode entwickelt bzw. durchgesetzt hat, von der alle Leben können. Bis dahin könnten die Musiker YouTube dann als Chance begreifen, sich, ihre Marke und ihre Musik bekannter zu machen.
Wenn von 100.000 Leuten nur 1%, also 1000, eine CD oder digitales Album kauft, dann haben sie schon 10.000 Euro Umsatz erzielt." (Quelle: Kommentar bei Readers-Edition.de)

Dies hier soll keine fundierte Analyse sein, genauso wenig wie der Beitrag von Thomas Wanhoff, in dessen Fahrwasser dieser Beitrag entstanden ist und aus dem das folgende, aeusserst treffende Schlusswort stammt:

"Liebe Deutsche Künstler, erst wenn Euer letzter Song aus den Tauschbörsen verschwunden ist, Youtube Euer letztes Video gesperrt hat und iTunes den neuen Preisforderungen nicht nachgibt und zumacht, werden Ihr merken, dass es gar keine Plattenläden mehr gibt – und auch die Gema Euch nicht mehr ernähren kann."

KategorienMedien, Musik

European Podcast Award #1

2. April 2009 Kommentare ausgeschaltet

Was lange waehrt… Die nach aussen hin sichtbaren Urspruenge des "European Podcast Award" reichen weit in das Jahr 2008 zurueck, doch erst am 31. Maerz 2009 kam es zur "richtigen" Verleihung des Preises. Zumindest an diejenigen, die an diesem recht kurzfristig einberaumten Abend zugegen waren. Andere Gewinner aus anderen Laendern hatten ihre Preise schon vorab zugeschickt bekommen.

Dieser in Kurzform "EPA" genannte Preis geht auf eine Inititative diverser Leute zurueck. Stellvertretend seien hier Michel Mertens, Ulli Harrass und die Firma Olympus genannt. Mit Ulli gibt es bereits ein zweiteiliges Podcast-Interview, in dem auch einiges ueber die Ideen und Hintergruende dieses Preises erzaehlt wird (hier und hier).

Aufgrund einer entsprechenden Einladung fuhr ich am 31.03.09 bei strahlendem Sonnenschein nach Hamburg, der sich bis dorthin auch halten sollte. Ein Zimmer im Hotel "Mercure" in Hamburg-City war bereits fuer mich vorreserviert worden und das konnte sich sehen lassen. Das Hotel ist absolut empfehlenswert: sauber, komfortabel, ruhig, freundliches Personal!

Annik Rubens traf ich in der Lobby und da sie versehentlich eine S-Bahn-Doppelkarte gebucht hatte, ging es fuer mich kostenlos mit der Linie S3 zur Reeperbahn (Tnx again :-)). Dort angekommen ging es zu Fuss weiter entlang dieser nicht zuletzt aus dem Fernsehen beruehmten, einschlaegigen Lokalitaeten ("Grosse Freiheit", "Ritze" usw.) zur eigentlichen "Location", der "On Air" – Bar, an einem Ausleger der Reeperbahn gelegen. Dort schien alles fuer diesen Anlass ausgeraeumt bzw. umgebaut worden zu sein. Das eigentliche "Dating Café" bietet im Normalfall Platz fuer ca. 80-100 Leute. Erwartet wurden an diesem Abend ungefaehr 50-60, es sollte also bequem ausreichen. An dieser Stelle muss tatsaechlich mal ein gehoeriges Lob an die dort Bediensteten ausgesprochen werden. Ich habe selten so ein hervorragendes Niveau an Aufmerksamkeit und aufrichtiger Freundlichkeit erlebt…

Dieser Abend war natuerlich in keinster Weise mit den Veranstaltungen vom mittlerweile verschiedenen, deutschen Podcastclub vergleichbar, dessen erste Award-Verleihung 2006 in Muenchen besonders nobel und dessen Folgeveranstaltung ein Jahr spaeter in Koeln sehr "messemaessig" daherkam. Diejenigen, die vielleicht aufgrund dessen jetzt eine Riesenveranstaltung erwartet hatten, mussten zwangsweise enttaeuscht werden, denn eine Bar an der Reeperbahn ist nunmal nicht mit den Rheinparkhallen vergleichbar. Es hatte aber doch einen gewissen Charme, wenn auch die Anzahl der Pressevertreter und Firmenrepraesentanten die Anzahl der anwesenden Podcaster zumindest zeitweise zu ueberbieten schien.

Die sehr freundlichen Teilnehmer und/oder Gewinner/innen aus England oder Spanien waren sehr gespraechsfreudig und man bekam doch einen Einblick in die Welt ausserhalb des deutschsprachigen Podcastdorfes. An dieser Stelle seien insbesondere Carlos von der Epa-Jury und José vom spanischen "Communicando Podcast" genannt, mit denen ich mich lange und nett unterhalten habe und die extra fuer diesen Abend angereist waren.
Ebenso waren Dianna O’Carroll vom britischen "Naked Scientists Podcast" und der mit schottischem Akzent sprechende Mark Pentleton vom "Coffee Break Spanish Podcast" anwesend.

Fabio Bacigalupo, Gruender von Podcast.de, war ebenfalls dabei und natuerlich durften die beiden Wolfgangs vom "Computerclub Zwei" nicht fehlen, hatten sie doch einen Extra-Sonderpreis fuer ihre gleichnamige Audiosendung gewonnen. Wolfgang Back umriss waehrend der Verleihungszeremonie (die insgesamt eine knappe Stunde gedauert hat) die Entstehungsgeschichte dieses AudioCasts, der bei seiner Erstveroeffentlichung demnach bereits 150.000 Downloads verzeichnen konnte und mittlerweile monatlich auf ca. 1,4 Millionen Downloads kommt. Eine wirklich imposante Statistik…

Alles verlief sehr harmonisch und Ulli Harrass war quasi "inkognito" da :) Auch er wurde vor das NormCast-Mikrophon gezerrt, ebenso wie Fabio, Annik nebst weiterer Leute und natuerlich die beiden Wolfgangs, die sich auch im "live"-Gespraech nichts schenken und tatsaechlich so sind, wie sie sich in ihrer Sendung anhoeren.

"Auf der Reeperbahn nachts um halb Eins", das traditionsreiche Lied von Hans Albers, fand sich auch an diesem Abend insofern wieder, als dass wir ungefaehr um diese Zeit ein Taxi bestiegen (Tnx, Nicole!) und "heimwaerts" gen Hotel fuhren…

Natuerlich ist nicht alles "Friede, Freude, Eierkuchen". Zum einen muss man der Firma Olympus und denjenigen, die das Ganze "gewuppt" haben, absolut zugute halten, dass sie sich wirklich bemueht haben, es den Herbeireisenden so angenehm wie moeglich zu machen. Andererseits muss ich mich zumindest teilweise der Kritik von Annik Rubens anschliessen, die hier auf ihrer Webseite schreibt:

"(…) Kritikpunkt Nummer eins ist und bleibt für mich: Wo waren die Podcaster? Wieso war das mitten in der Woche an einem Dienstag? Ich hätte so gerne mehrere von den nationalen Gewinnern kennen gelernt, aber außer den erwähnten war niemand da. Nicht einmal weitere deutsche Podcaster (zum Beispiel die hier). Sehr schade. Falls der Award wirklich zu einer jährlichen Veranstaltung wird, dann plädiere ich an die Entscheider, das Ganze zu einem Treffpunkt der Szene zu machen. Denn das fehlt in Deutschland. Gerne in alternierenden Städten, gerne mit alternierenden (Co-)Sponsoren. (…)"

Aus einer Art "Trecker-Treck" wurde einst die "Love Parade". Vielleicht wird aus dieser diesmaligen, noch kleineren Veranstaltung irgendwann mal so etwas wie der "Podcast-Bambi". Der Weg dorthin ist allerdings lang und steinig, denn so etwas auf europaeischer Ebene (also ueber die deutschen Grenzen hinaus) zu stemmen, ist natuerlich aufwendig, erfordert u.a. ein hohes Mass an Logistik, Engagement und letztendlich – Geld…

Updates:

Video vom EPA bei YouTube.

Den ersten, offiziellen Blogeintrag vom EPA gibt es hier…

Der NormCast Nr.135 ist mittlerweile erschienen.
Darin sind viele O-Toene von der Veranstaltung zu hoeren.

KategorienMedien