Die Weberei – eventuell insolvent!

12. Januar 2007 Kommentare ausgeschaltet

Es gibt sie schon seit etlicher Zeit – Die "Alte Weberei" zu Guetersloh!

Schon ab ca. Mitte der 80er Jahre war ich dort Stammgast und einer derjenigen, der den damals durchaus-schlechten Ruf der Weberei (das war zeitlich VOR den jetzigen Inhabern!) vor den Eltern rechtfertigen musste. Was nicht immer einfach war und viel Muehe kostete, eilte die damals-negative Lokalpresse dem eigentlichen Ruf der Weberei leider voraus.

Trotzdem: Ueber all die Jahre war (und "ist"!) es ein nicht zu missender Anlaufpunkt geworden und gewesen. Jetzt gab es wieder das allmonatliche "Barfly"-Event. Eine Sache, die den Agierenden gegenueber normalerweise immer entlohnt wurde. Heute war der erste Abend, wo das nicht geschehen konnte. Trotzdem haben die "BarFlyer" (Gerry Spooner, Roger Clarke-Johnson, Benni Bobe, Jan Koeckstadt und Gaeste) gespielt. Allein nur deswegen, um das Ganze zu erhalten. Es war ein gelungener Abend mit einem zurecht begeisterten Publikum.

Die Weberei darf nicht sterben, schon gar nicht aufgrund der "Ansprueche" eines gewissen Ex-Geschaeftsfuehrers, der eine exotische (aber zugegeben gute!) Band aus Kuba unter Vortaeuschung bzw. Versprechung diverser Dinge nach Deutschland gelockt und damit der Weberei und ihren Traegern einen nicht unerheblichen Kostenfaktor aufgebuerdet hat.

Die Weberei ist (unter anderem…) ein Lokal, das sich mittlerweile durch eine hervorragende Kueche auszeichnet (dank Roger Hovell!) und deren Preise gerade aufgrund der Aktionen, die sie regelmaessig starten, exorbitant-guenstig sind. Wann und wo bekommt man ein qualitativ-einwandfreies Champignon-Rahm-Schnitzel mit genialen Pommes Frites und Salat fuer sage und schreibe 5 Euro??? (!!!)

Der Wiedererkennungswert der Lokalitaeten der "Weberei" ist gerade fuer alteingesessene Guetersloher ein nicht zu verachtender "Wohlfuehlfaktor", daher hiermit erneut der Aufruf: Geht auf "http://www.die-weberei.de" und bekundet Eure Unterstuetzung! Sie haben es verdient!

Zusatzinformation:
Martin von den "Cobblestones" (spielen voraussichtlich/hoffentlich am 17.02. in der Weberei) hat mich gebeten, auf folgende Veranstaltung hinzuweisen:

www.pipes-and-whistles.de

Hier zum Schluss die originalen Statements von der Weberei-Webseite (siehe oben):

DER BETRIEB LÄUFT WEITER!!!

Das soziokulturelle Bürgerzentrum Die Weberei e.V. stellt Insolvenzantrag

Betr. Nr. 31480938
Die Weberei e.V. ist seit über 20 Jahren das soziokulturelle Zentrum in unserer Region und betreibt neben dem Kulturzentrum, der Jugendkunstschule, dem Begegnungszentrum, dem Kindergarten und dem Veranstaltungsbereich mit ca. 170 Veranstaltungen im Jahr eine eigene Gastronomie mit Biergarten und Diskothek. In den Sommermonaten gehört mit dem Wapelbad noch eine Gartenwirtschaft dazu. Mit über einhunderttausend Gästen im Jahr zählt die Weberei zu den größten Gastronomiebetrieben in Ostwestfalen-Lippe. Die Weberei e.V. wurde von der Stadt Gütersloh mit einem leistungsgebundenen Zuschuss von etwa 10 Prozent ihres Budgets unterstützt. Auch für das Jahr 2007 hat die Weberei e.V. einen Antrag auf Bezuschussung gestellt, auf Grund der noch laufenden Haushaltsverhandlungen wurden aber noch keine Gelder gewährt.
Am heutigen Montag, dem 8. Januar 2007 hat der Trägerverein beim Insolvenzgericht Bielefeld einen Insolvenzantrag gestellt. Als Grund für die Insolvenz wurde im Antrag Überschuldung genannt.
Obwohl seit dem Jahr 2004 endlich wieder Gewinne erwirtschaftet werden konnten, die einem steten Schuldenabbau zugeflossen sind, übersteigen die aufsummierten Schulden nunmehr das Vereinsvermögen. Da sich in den letzten Jahren zeigte, dass neben dem Schuldenabbau kaum Gelder für besonders dringende Renovierungsarbeiten oder gar Investitionen aufgebracht werden konnten, konnte die Arbeit unter den bestehenden Bedingungen nun nicht mehr fortgesetzt werden.
Insgesamt sind 23 festangestellte Mitarbeiter und ca. 60 Aushilfen von dem Insolvenzantrag betroffen.
Vorstand und Geschäftsführung hoffen, dass der laufende Geschäftsbetrieb nicht eingestellt werden muss. Allerdings liegt diese Entscheidung beim vom Insolvenzgericht bestellten Insolvenzverwalter. Die notwendigen betriebswirtschaftlichen Daten stehen vollständig zur Verfügung.
Alle Beteiligten hoffen sehr, dass ein Fortbestand der Weberei als Gütersloher Institution durch einen neuen Träger gesichert werden kann.
Vorstand und Geschäftsführung der Weberei e.V.

InSOLIvenz Party

WIR MACHEN WEITER!

In den letzten Tagen ging über und von der Weberei sehr viel durch die Presse. Zwei Tage lang wussten wir selber nicht ob wir erstmal weiter machen dürfen. Dieses ist aber seit gestern gewiss. WIR MACHEN WEITER! Die Weberei bleibt bis auf weiteres als Party- und Kulturhochburg erhalten. Mehr noch… Wir haben uns entschlossen die Gunst der Stunde zu nutzen und nochmal in die Vollen zu gehen und eine "InSOLIvenz Party" auf die Beine zu stellen. Hierzu laden wir euch alle herzlich ein. Es wird einen Musik Mix aus den letzten 20 Jahren der Weberei Geschichte geben. Lasst uns gemeinsam hoffen, dass die Weberei nach dem Insolvenzverfahren weiter bestehen wird.

Eure Weberei

KategorienLokales

Admiral Twin – Mock Heroic

11. Januar 2007 Kommentare ausgeschaltet

Die Band "Admiral Twin" kommt aus Oklahoma und hat ihren Namen einem Drive-In-Kino entliehen. 1997 gab es das Debut-Album. Das hier vorliegende Album "Mock Heroic" ist bereits sieben Jahre alt, wurde aber aufgrund des Songs "Better than nothing at all" angeschafft, der fuer mich einer der Ohrwuermer im vergangenen Podparadenjahr gewesen ist.

Der Saenger der vierkoepfigen Band koennte wunderbar zusammen mit Brian Molko ("Placebo") und dem bereits verstorbenen Michael Hutchence ("INXS") singen, seine Stimme ist irgendwo dazwischen einzuordnen.

Mit 45 Minuten Gesamtspielzeit bekommt man ein unter dem Strich ordentliches, wenn auch nicht immer ganz ausgereiftes Album. Es beginnt ziemlich ungestuem und gleich der erste Song ("The unlucky ones") hat ein sehr ploetzliches Ende. Danach folgt mit "Another day" ein etwas getrageneres Lied, welches aber durchaus gutes Radiopotenzial zu bieten hat.

Aller guten Dinge sind drei, daher gibt es den oben genannten Podparadenohrwurm als dritten Song, der auch nach dem kompletten Durchhoeren des Werkes alles andere darauf in den Schatten stellen wird.

Leicht plastikmaessig geht es mit "No.1-Fan" weiter um dann mit "Veteran`s Day" in einem weiteren Album-Hoehepunkt zu gipfeln. Ein etwas komplexeres Stueck, klasse gemacht. Der Song Nr.6 heisst "When I hit the brakes" und ist schon in sich selbst Programm. Was mit einem wuchtigen Gitarrenanfang beginnt, laesst im weiteren Verlauf die Saiten doch etwas vermissen. Zeit fuer einen Ohrwurm. "Half a word away" bietet allerbestes, sympathisches Ohrenfutter.

Fools Garden singen Beatles-angehauchtes? Ja, das koennte funktionieren. Admiral Twin`s "Blessed Imperial" hoert sich zumindest etwas danach an, im positiven Sinne. Das sich anschliessende "Such a saint" beginnt zwar recht schmissig, aber erst nach mehrmaligem Durchhoeren des Albums wird man diese beiden Songs nicht mehr als "Durchhaenger" empfinden.

Im letzten Drittel angelangt, erleben wir mit Lied Nr.10 ("Aeroplane" / hat nichts mit dem gleichnamigen Klassiker der "Red Hot Chili Peppers" zu tun) einen weiteren Reigen netter Melodieboegen. Ganz klar, dass darauf wieder ein Kontrast folgen muss, denn der elfte Streich ("Eustice & Isodore") wirkt etwas nervoes und sitzt nach dessen Ende zunaechst doch quer im Magen.

Der finale Song "One solitary life" haelt das Niveau der allermeisten Vorgaenger und macht Appetit auf mehr. Dummerweise ist die CD danach schon zuende…

Fazit: Ein manchmal durchwachsen wirkendes, aber durchaus erwachsenes Album, irgendwo auf der Schwelle zwischen Pop und Rock, zwischen Kitsch und Anspruch.
Nichts, was andere Bands nicht auch schon so oder sogar besser hinbekommen haetten, trotzdem aber nett und hoerenswert.

Myspace-Praesenz: http://myspace.com/admiraltwin

Bezugsquelle: Amazon.de – Marketplace

KategorienMusik

Kristin Shey

9. Januar 2007 Kommentare ausgeschaltet

Sie wurde 1985 in Bielefeld geboren und lernte zunaechst klassisches Klavier. Mit 15 stand sie, inspiriert u.a. durch Bob Dylan, mit ihrer Gitarre auf der Buehne und verliess mit 17 die Schule. Seitdem reist sie gern umher und spielt zu vielen Anlaessen ihrer mittlerweile meistens selbstkomponierten Songs. Auch im Vorprogramm von "Canned Heat" hat sie schon in den USA gespielt und mit Steve Walwyn von "Dr. Feelgood" akustisch musiziert. Ebenso ist sie eine Bekannte von "Chicago" Mike Beck, der auch schonmal in der Podparade platziert gewesen ist.

Kuerzlich sah ich sie in "Patrick`s Irish Pub" in Guetersloh und kam mit ihr ins Gespraech. Eine freundliche Erscheinung mit einer moerderischen Stimme, die man ihr so erstmal nicht ansieht. Sie drueckte mir spaeter auch ihre CD in die Hand und ich denke, dass wir sie demnaechst mal in der "Podparade" wiederhoeren werden, denn ihre Musik ist gut und gemafrei.

Auf ihrer Webseite gibt es einige Songs zum Anhoeren und Herunterladen und natuerlich weitere Informationen und Bilder. Am 21.04. spielt sie uebrigens wieder bei "Patrick`s".

http://www.kristinshey.com

KategorienLokales, Musik

Commander In Chief

6. Januar 2007 Kommentare ausgeschaltet

…das ist die korrekte Amtsbezeichnung des amerikanischen Praesidenten. Gleichzeitig ist es der Titel einer 18-teiligen Fernsehserie mit Geena Davis in der Hauptrolle als erster weiblicher amerikanischer Praesident MacKenzie Allen. In einer weiteren Rolle ist uebrigens Donald Sutherland (der Vater von "24"-Star Kiefer Sutherland) zu sehen.

Wenn einen die obligatorische Fruehjahrsgrippe heimsucht, wie hier unlaengst geschehen, ergibt sich aufgrund von nicht vorhandener Produktivitaet die Situation, viel Zeit zum passiven DVD-Schauen zu haben. Die Serie mit dem sachlich falschen, "deutschen" Titel "Welcome, Mrs. President" (es muesste wenn schon "Madam President" heissen) war in dieser Situation willkommenes Mattscheibenfutter. Und erstaunlich gut.

Die Serie wirkt authentisch und beschraenkt sich eigentlich generell darauf, die vielseitigen Geschehnisse aus der Sicht der Agierenden im weissen Haus zu Washington zu zeigen. Es erinnert ein wenig an "Raumschiff Enterprise", wo Captain Kirk den Abschuss der Torpedos befahl, Mr. Sulu dann z.B. mit "Treffer an Backbord" antwortete, aber von dem eigentlichen Vorgang selbst nur recht selten etwas zu sehen war. Die Kamera blieb bei der Crew auf der Bruecke des Raumschiffs. Aehnlich ist es hier. Trotzdem ist es teilweise doch sehr spannend gemacht.

Glaubwuerdige Charaktere, nicht zu ueberspitzt gezeichnet und nachvollziehbare Situationen. Da werden alle moeglichen Problemstellungen, die das amerikanische Volk beschaeftigen, ausfuehrlich angegangen. Aids, die Todesstrafe, politische Manipulationen, Rassenfragen, Traditionen, Terrorismus, Aussenbeziehungen, Nordkorea, der Medienzirkus usw.

Dabei wird der Alltag eines Praesidenten oftmals augenzwinkernd parodiert, aber meistens sachlich-unterhaltend und niemals langweilig dargestellt. Bei vielen Sachverhalten wird kein Blatt vor den Mund genommen und diese Offenheit ueberrascht den normalsterblichen Zuseher gluecklicherweise ziemlich oft. Wahrscheinlich ist die Serie auch deswegen nicht auf allzu grosse Gegenliebe in der derzeitigen Bush-Administration gestossen. Streckenweise ist die Serie leider auch nicht frei von gewissen, fuer amerikanische Produktionen oftmals typischen Klischees und dem anscheinend unvermeidbaren Pathos, nur faellt beides hier nicht sofort unangenehm auf.

Geena Davis bekam fuer ihre Rolle den "Golden Globe".

Die Serie ist in sich abgeschlossen und wird auch nicht weiter fortgesetzt. Trotzdem: Gute Fernsehunterhaltung auf ueberraschend hohem Niveau. Nicht ganz so extrem spannend wie "24", dafuer aber recht vielschichtig.

Die Serie wurde in 2006 auf Sat 1 ausgestrahlt, wobei der Sender nach wenigen Folgen immer wieder darueber nachdachte, die Sendung zu kippen oder zu verschieben, da die Quoten mal wieder nicht stimmten. Aber, was will man an einem Dienstagabend um 23:15 Uhr erwarten? Trotzdem hat SAT1 den Termin diesmal durchgehalten. Der naechste Sendetermin ist interessant: Laut SAT1-Webseite im Jahr 1970 :)

KategorienMedien

Die Podparade ist nominiert

5. Januar 2007 Kommentare ausgeschaltet

Unsere Podparade ist fuer den "Podcast Award 2007" in der Rubrik "Kultur:Klang" bei den privaten Podcasts nominiert.

Der Award wurde im letzten Jahr erstmalig in Muenchen verliehen (siehe NormCast Nr. 49. Preistraeger waren damals Markus Kaes, Annik Rubens, Alex Wunschel, Wolfgang Tischer und die Chicks On Tour.

In diesem Jahr sind wir also auch dabei und wenn man bedenkt, dass auch viele andere, grossartige Podcasts wie z.B. das "Podcastcafe", "Lindis Bluescast" oder "Rock auf dem Vulkan" in der gleichen Rubrik vorgeschlagen waren, kann man sich eigentlich auch schon ueber die blosse Nominierung freuen, aber… :) Wir sind gespannt…

Ausrichter der diesjaehrigen Verleihung in Koeln am 26. und 27.01. ist der deutsche Podcastclub e.V. Die Trophäe ist eine Art deutscher "Podcast-Oscar" :)

Umrahmt wird das Ganze wieder durch den mittlerweile zweiten Podcast-Kongress, den unter anderem der ECO-Verband ausrichtet.

KategorienMedien