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Archiv für die Kategorie ‘Computerkram’

Ein (Grund-) Recht aufs Internet

28. Juli 2010 Kommentare ausgeschaltet

Ueber den "Computerclub Zwei"-Podcast, Folge 229, kam die Information, dass es in Finnland mittlerweile ein gesetzlich verankertes Grundrecht auf einen Internetzugang mit mindestens einem Megabit Bandbreite gibt. Das bedeutet natuerlich auch, dass die dortigen Provider eine flaechendeckende Grundversorgung gewaehrleisten muessen.

Welch ein krasser Gegensatz zum Rest der Welt, zumal die Finnen die ersten sind, die ein solches Gesetz verabschiedet haben. In Frankreich werden zeitgleich Internetzugaenge limitiert, in vielen anderen Laendern herrscht nach wie vor eine nicht internette Zensurpolitik, die ebenso nicht wuenschenswert ist. Und in Deutschland?

Hierzulande wird der Begriff "Grundversorgung" meistenteils in Zusammenhang mit dem "Auftrag" der oeffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten verwendet. Doch nach Abschaltung des terrestrischen, analogen TV-Netzes ist diese "Grundversorgung" nicht mehr ueberall gegeben, trotzdem muss weiter dafuer bezahlt werden. In vielen laendlichen Gegegenden ist man froh, zumindest einen 768 Kilobit oder einen ISDN-Zugang zu haben, sofern dieses ueberhaupt moeglich ist. Funkstrecken konnten die weissen Flecken bisher nicht fuellen.

Der hiesige, mal wieder typisch-deutsche Tarifdschungel behindert vielerseits das Interesse an Mobilfunk-Datenzugaengen, da diese oftmals viel zu teuer und/oder generell unattraktiv sind. Wer zahlt schon fuer eine ganze Stunde Gebuehr wenn gerade mal fuer ein paar Sekunden Emails mit dem Mobilphon abgerufen werden? "Keiner", denkt der geneigte Leser? Doch. Das passiert vielen Leuten taeglich etliche Male, weil automatisierte Vorgaenge keine Ruhezeiten kennen. Und die Provider verdienen daran nicht unerheblich mit…

Nun mag argumentiert werden, dass dieses die Ansichten eines "Nerds" sind, der sowieso taeglich mit dem Internet konfrontiert ist. Das stimmt sicherlich auch irgendwie, aber letztendlich laeuft ja mittlerweile vieles, was uns im Alltag begleitet, im Internet zusammen: Banking, Fernsehen, Radio, Telefon, etc. Und genau deswegen macht es Sinn, einen entsprechenden Grundzugang auch als Grundrecht zu verankern. Es ist zumindest eine Art der modernen Grundversorgung jenseits von alten Zoepfen, die heutzutage oftmals nur noch eine Nischenrelevanz haben, aber trotzdem weiter im alten, vollen Umfang subventioniert werden…

KategorienComputerkram

Virtuelle Altlasten

8. Juli 2010 Kommentare ausgeschaltet

Auf dieser Seite hat sich mittlerweile einiges getan, auch wenn es vielleicht nicht sofort sichtbar ist. Sie wurde auf die aktuelle WordPress-Version 3.0 umgestellt, das verwendete Thema "inove" wurde ebenfalls aktualisiert und danach wieder neu angepasst.

Die Kategorien wurden von urspruenglich 17 auf jetzt noch 9 "geschrumpft". Die Inhalte aus den weggefallenen Kategorien sind aber groesstenteils nicht geloescht, sondern in andere, verbleibende oder neue Kategorien uebertragen worden. Somit gibt es das Folgenarchiv der aelteren Podcast- und Radioprojekte wie der "Podparade", "Musicpodvision", "KultCast" und der Radiosendungen sinnigerweise erstmal in der Rubrik "Oldies". Die verbleibenden Folgen des "QTH Germany"-Amateurfunkpodcasts finden sich jetzt ebenfalls dort und zusaetzlich in der Kategorie "Amateurfunk" wieder.

Die oben abrufbare, statische Seite "Projekte" hiess zuvor "Podcast", doch dieser Pfad wird in naher Zukunft zum Hosten der eigenen Podcasts gebraucht werden, was eine Umbenennung noetig machte. Beitraege aus der ehemaligen Kategorie "Podcasting" wurden der "Medien"-Rubrik zugeordnet.

Saemtliche Beitraege, die ein Video enthalten, finden sich jetzt entweder ausschliesslich oder zusaetzlich in der Rubrik "Videos" wieder. Zuvor wurde das ganze Archiv nach "toten" Videobeitraegen durchforstet und diese Eintraege wurden entweder aktualisiert oder geloescht. Es war erschreckend, wieviele externe YouTube-Videos nicht mehr verfuegbar waren.

Desweiteren wurden alte Beitraege, die absolut keine aktuelle Relevanz mehr hatten, ebenfalls eliminiert. Natuerlich war es nicht moeglich, jeden einzelnen Link in jedem einzelnen Beitrag auszuprobieren und somit werden auch nach wie vor viele alte Verlinkungen ins Nirwana fuehren, aber zumindest sind die offensichtlichen, nicht mehr funktionierenden Videos jetzt weg.

Aufraeumen macht frei(er). Nicht nur im "richtigen" Leben, sondern auch virtuell. Nachdem ich bereits vor ein paar Monaten etliche Benutzerkonten bei nicht mehr genutzten Portalen und Diensten geloescht habe, sind heute weitere Profile "geopfert" worden. Bei YouTube habe ich zudem einige der eigenen Videos geloescht, weil sie entweder sprichwoertlich "ueberholt" oder rechtlich nicht mehr so ganz einwandfrei waren. Heutzutage muss man ja schon aufpassen, dass man beim Radfahren nicht "La Paloma" pfeift, dabei gefilmt wird und dann dafuer von irgendeiner Musik-Firma oder Agentur belangt wird… Die verbleibenden Videos sind alle selbstgedreht und jeweils unter Absprache mit den jeweiligen Bands und Kuenstlern selbst auch dort veroeffentlicht worden.

Diverse Aenderungen auf dieser Seite koenn(t)en Auswirkungen auf aeltere Verlinkungen von anderen Seiten auf diese Seite haben. Das sollten die Betreiber dieser anderen Seiten bei Interesse bitte ggf. ueberpruefen…

Ansonsten hoffe ich, dass jetzt erstmal alles richtig funktioniert und wuensche weiterhin einen schoenen Sommer 'rundrum!

KategorienComputerkram

Asio4All : Der Latenz-Terminator

26. Juni 2010 Kommentare ausgeschaltet

Professionelle Musikaufnahmen sind heutzutage ohne Computer nahezu undenkbar. Trotzdem ist die "richtige" Hardware dafuer nach wie vor oftmals ziemlich speziell und – teuer. Aufwendige Soundkarten kooperieren mit vielen, angehaengten Audiokomponenten und ebenso aufwendige Software erzeugt Zusatzeffekte, synchronisiert, mastert, steuert usw. Doch auch mit vergleichsweise "primitiven" Mitteln sind schon recht ordentliche Ergebnisse erzielbar.

Ein normaler Computer "von der Stange" kann, wenn er nicht gerade voellig unterdimensioniert ist, einiges bewirken. Die CPU sollte auf der Hoehe der Zeit sein, wenigstens zwei Gigabyte RAM und eine ausreichend-grosse Festplatte sollte er schon beherbergen. Aehnlich wie die Grafikkarte bei Videospielen ist bei Musikproduktion die Soundkarte des Rechners die wichtigste Komponente. Die Exemplare, die schon im normalen Betrieb keinen ordentlichen Klang liefern und gerne mal vor sich hin rauschen, sollten durch eine herkoemmliche Karte auf mindestens Soundblaster-Niveau ersetzt werden. Die allermeisten modernen OnBoard-Chips -wie z.B. der "Realtek High Definition Audio"- sind eigentlich ganz gut brauchbar. Zwar ist das auch nur ein "Behelf", doch das, was die Hardware nicht vermag, kann durch sanftes Software-Tuning realisiert werden.

Viele kennen das bestimmt: Ein angeschlossenes Midi-Keyboard reagiert oftmals nur verzoegert. Nach dem Anschlag einer Taste auf der Klaviatur ertoent der zugehoerige (im Rechner erzeugte) Ton nur zoegerlich. Das macht wiederum Echtzeit-Aufnahmen (z.B. zu einem separat-abgespielten Spurplayback) zunaechst nahezu unmoeglich. Hier greift der kostenlose "Asio4All" -Treiber helfend ein, denn diese sogenannten "Latenzzeiten" koennen hiermit sehr einfach angeglichen werden. Desweiteren liefert der Treiber Software-Aufsaetze fuer Aufnahme und Wiedergabe, die ebenfalls zu einer fluessigen Arbeitsweise beitragen. Klanglich verbessert der Treiber allerdings nichts.

In Verbindung mit diversen Musikbearbeitungsprogrammen wie z.B. "Reason" oder "Samplitude" funktioniert das tadellos und ist nahezu unerlaesslich, wenn man kein "richtiges" Tonstudio besitzt. "Kost ja nix" :-) => Download von der Asio4All-Homepage

KategorienComputerkram

Replikator 1.0

19. Juni 2010 Kommentare ausgeschaltet

"Tee, Earl Grey, heiss!" Mit diesen Worten tritt Captain Jean-Luc Picard vom "Raumschiff Enterprise" an eine quadratische Luecke in der Wand. Ein sphaerisches Geraeusch ertoent und ploetzlich steht darin eine Tasse mit dampfendem Tee. In Gene Roddenberry’s Star-Trek-Welt von ueber-uebermorgen ist das alltaeglich und voellig normal. Die Star-Trek-Fernsehserien haben viele Dinge, die uns heutzutage begleiten, schon vor etlichen Jahren quasi "vorhergesagt" (siehe hier und hier).

Die neuartigen 3D-Drucker haben das Zeug, zu Urahnen dieser noch fiktionalen Replikatoren zu werden. Auch wenn sie komplexe Strukturen nicht replizieren koennen, so ist es mit ihnen dennoch moeglich, aus vorhandenen Rohmaterialien (wie z.B. Plastikmasse oder Gips) Modelle zu formen, die auf entsprechenden Modellentwuerfen auf dem angeschlossenen Computer basieren, was beispielsweise fuer Architekten oder Zahnaerzte interessant sein duerfte. Zudem wird die Weiterentwicklung solcher Projekte unter anderem auf Open-Source-Basis vorangetrieben, was die ersten, groeberen Exemplare sogar heute schon einigermassen erschwinglich macht.

(…) Seit Kurzem jedoch gibt es in den USA Starterkits, die 3-D-Druck schon für einige Hundert Dollar ermöglichen. Die privaten Tüftler und Bastler in den USA, die „Early Adopters“, wähnen sich in einem futuristischen, Star-Trek-ähnlichen Paradies des Eigenbaus. (…) Die entstehenden Plastikteile sehen im Vergleich zu ihren nahezu perfekten Pendants aus professionellen Maschinen wie dem sehr genauen Acryl-3-D-Drucker etwas grob aus. Doch das Gleiche galt für die Druckergebnisse der ersten Nadeldrucker auch. (…) Quelle: Artikel bei Welt.de

In wenigen Jahren wird auch diese Technologie ihre naechste Evolutionsstufe erreicht haben und dann koennte es erstmalig richtig spannend werden, wenn z.B. fehlende Plastikteile irgendwelcher Geraete oder Bordamaturen von Autos passgenau mit der kleinen Fabrikkiste auf dem heimischen Schreibtisch hergestellt werden koennen. Und irgendwann werden komplexere Strukturen ebenfalls zuhause reproduzierbar sein, auch des Captain’s Lieblingstee…

KategorienComputerkram, Medien

Flattr : Kleinvieh macht auch Mist

4. Juni 2010 Kommentare ausgeschaltet

Aus Schweden kommt ein interessanter neuer Dienst namens "Flattr".
Zur Funktionsweise sei an dieser Stelle die Wikipedia zitiert:

Flattr ist ein Social Payment-Service aus Schweden, bei dem der Benutzer monatlich einen frei wählbaren Abonnementsbetrag auf ein Konto einbezahlt. Die Medienanbieter platzieren auf ihrer Website einen Flattr-Button, den der Nutzer anklicken kann, wenn ihm der Internet-Inhalt gefällt. Am Monatsende wird der Abonnementsbetrag des Nutzers gemäß seinen Klicks an die Medienanbieter verteilt.

Das Konzept von Flattr ist für alle Beteiligten einfach einzurichten und zu benutzen. Jeder bei Flattr registrierte Nutzer kann bei dem Dienst eine selbstgewählte Summe einzahlen, die er monatlich für Internet-Inhalte ausgeben möchte. Das Minimum für einen Flattr-Beitrag sind monatlich 2 Euro. Danach kann der Flattr-Nutzer auf jeder Website mit dem Flattr-„Spendenknopf“ entscheiden, ob er für diesen Inhalt bereit ist zu bezahlen. Am Ende des Monats wird die Anzahl der Klicks addiert und die monatliche Summe des Nutzers gleichmäßig auf alle geklickten Anbieter verteilt.

Die Geldtransaktionen, also das Ein- und Auszahlen vom Flattr-Konto, werden momentan über PayPal oder Moneybookers abgewickelt.

Flattr soll also einen bequemen Weg ebnen, der es z.B. den Bloglesern oder Podcasthoerern ermoeglicht, dem entsprechenden Blogschreiber oder Podcaster einen Obulus fuer sein Produkt zukommen zu lassen. Zunaechst ist das mal eine tolle Idee. Wenn ich fuer jeden einzelnen Download einer "NormCast"-Folge beispielsweise 50 Cent bekommen haette, waere die naehere Zukunft finanziell gesehen durchaus rosig :)
Doch leider war und ist dem nicht so. Die Teilnahme am "Amazon.de"-Partnerprogramm bringt ab und zu mal ein paar Euros zurueck, die aber meistenteils in das NormCast-Projekt zum Beispiel zur Kompensierung der Serverkosten re-investiert werden. Von daher gesehen ist "Flattr" natuerlich eine vielversprechende Idee fuer einen zusaetzlichen und unter dem Strich fairen Bonus…

Doch die ersten Zahlen sind in Einzelfaellen erstaunlich, andererseits oftmals aber auch ernuechternd. "Spreeblick", wohl eine der bekanntesten und hoechstfrequentierten Blogseiten Deutschlands, berichtet in einem interessanten Beitrag von einem Ertrag von insgesamt 110,94 Euro innerhalb der ersten vierzehn Test-Tage. Aufgrund der Tatsache, dass "Flattr" noch nicht lange existiert und sich mitten in einer Beta-Phase befindet und aufgrund des relativ kurzen Zeitraums mag diese Zahl positiv ueberraschen. Unklar ist allerdings, wieviele Klicks es tatsaechlich zum Erreichen dieses Betrages gebraucht hat und wie diese sich auf die jeweiligen Inhalte verteilen.

"Podpimp" Alex Wunschel twitterte folgendes :

Flattr-Einnahmen im Mai 2010: € 6,73 ; Ausgaben: € 10 (für mitlesende Finanzamtler)

Da draengt sich der Gedanke auf, dass -aehnlich wie bei der GEMA- zunaechst mal nur die "Grossen" verdienen und die Kleineren draufzahlen. Tatsaechlich muss ja auch erstmal investiert werden, denn die Teilnahme erfordert wie schon erwaehnt einen ueberwiesenen Mindestbetrag und ausserdem berechnet "PayPal" ja auch nochmal zehn Prozent, ebenso wie "Flattr" selbst…

Vom Grundgedanken her ist "Flattr" ein interessantes Projekt, das Aufmerksamkeit verdient. Ebenso liegt hier auch schon eine Einladung zur Teilnahme am Beta-Test vor. Allerdings ist mir "Paypal" ein groesserer Dorn im Auge, der mich bisher hat zoegern lassen. Ich warte mal noch einen Monat ab und werde mir die Zahlen anderer dann nochmal genauer anschauen…

KategorienComputerkram