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Archiv für die Kategorie ‘Computerkram’

Fenstern im Fenster

25. Januar 2010 Kommentare ausgeschaltet

Via Twitter kam dieser Hinweis von Johnny Haeusler. Um das alte "Windows-3-Feeling" aufleben zu lassen, bedarf es nicht unbedingt einer virtuellen Maschine oder der DosBox, denn ein Fan des alten 16-Bit-Dos-Aufsatzes hat dessen Oberflaeche nun auf seiner Webseite per Java und HTML nachempfunden. Somit "laeuft" Windows 3.1 ohne Installation im Browser. Zitat Spreeblick: "Ironischerweise kriegt man mit dem Internet Explorer nur einen eingeschränkten Funktionsumfang…" :) Nette Spielerei…

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Bin ich schon draussen?

13. Januar 2010 Kommentare ausgeschaltet

Ein Schimpfwort aus frueheren, internetten Tagen lautet: "Zugangssoftware". Ohne die ging frueher zunaechst wenig, nahezu jeder Internetprovider versuchte, dem Kunden zunaechst ein eigenes Portal vorzusetzen, mit dem er sich im Idealfall identifizieren sollte. "Bin ich schon drin? – Das ist ja einfach" wunderte sich Boris Becker als Werbe- und Sympathietraeger fuer "America OnLine", kurz AOL, noch vor ungefaehr zehn Jahren innerhalb eines populaeren Werbespots. Tatsaechlich trafen die Macher damit den beruehmten Nagel auf den Kopf, denn fuer Unbedarfte war AOL tatsaechlich ziemlich einfach gestrickt und sprichwoertlich "oberflaechlich".

Nach dem Einloggen erschien eine (in spaeteren Jahren leider mit Werbung ueberschwemmte) Zugangsmaske, die das Internet als solches zu integrieren versuchte. Das, was heutzutage normal ist, naemlich das direkt eine selbstdefinierte Startseite erscheint, waere damals nahezu undenkbar gewesen. Auch andere Provider stellten ihre Login-Prozeduren entsprechend so um, dass zunaechst die Heimseite des Providers selbst erschien. Die Kunden wollten das nicht, fanden oftmals "Umwege" und gluecklicherweise haben die allermeisten Anbieter mittlerweile gelernt und entsprechend reagiert.

Waehrend bei AOL noch fleissig die Fleurop-Fensterchen aufpoppten, konnte man anderweitig direkt und zunaechst unbehelligt ins Netz gehen. Teure Werbeaktionen wie das Ueberfluten der Kunden-Postkaesten mit Zugangs-CDs fuehrten eher zur Belustigung der Internetgemeinde, denn diese CDs wurden vielerseits nicht ihrem eigentlichen Verwendungszweck zugefuehrt und es gab unendlich viele Bastelbeispiele im Netz. Sie dienten als Eiskratzer, Blitzer-Blenden oder Tuerstopper und wurden im Rahmen einer grossangelegten Sammel- und Protestaktion eines Tages sogar tonnenweise per LKW zur AOL-Zentrale gebracht und dort ausgekippt…

Ich war auch mal AOL-Kunde. Ganz am Anfang. Und jetzt, da Hansenet ("Alice") vor ein paar Jahren das AOL-Endkundengeschaeft aufgekauft hat, bin ich es streng genommen wieder, aber gluecklicherweise ist von all dem, was AOL damals ausgemacht hat, nichts mehr zu bemerken, denn Alice hat AOL in bester Borg-Manier assimiliert. Doch frueher, da war AOL absolut dominant bzw. versuchte, es zu sein. Der selige "Netscape Navigator" war der angesagte Browser schlechthin. Ziemlich schnell war man dem Werbe-Treiben der "AOLler" und ihrem proprietaer-beiinflusstem IP-Protokoll ueberdruessig und verfluechtigte sich ins Linux-Lager. Linux und AOL? Das ging zunaechst gar nicht. Ein Anruf bei der dortigen Hotline bestaetigte den Verdacht: "Nein, sie MUESSEN die Zugangssoftware installieren, sonst klappt es nicht. Mit Linux kommen sie wohl nicht weit, aber ehrlich gesagt kennen wir uns hier damit auch nicht aus." Tja… mit WINE und etwas Frickelei ging es dann doch, aber das habe ich denen dann nicht mehr verraten. Die hiesige AOL-Aera waehrte ohnehin nur kurz…

In Deutschland verlieren die restlichen, ca. 140 Mitarbeiter nun ihre Arbeitsplaetze, auch einige Standorte in anderen europaeischen Laendern sowie in den USA werden geschlossen. AOL stirbt.

Woran hat’s gelegen?
"AOL hat das Netz nicht verstanden", schreibt die Sueddeutsche in einem lesenswerten Artikel.

(…) Doch Schuld am folgenden Niedergang trug auch das klassische Mediendenken, von dem sich die Verantwortlichen nicht lösen konnten (…) Die Verantwortlichen träumten zu lange von einer Plattform, die so viel bietet, dass die Nutzer sie niemals verlassen müssen – auch noch, als Google mit seiner Suche das Netz bereits endgültig dezentralisiert hatte und die Nutzer in alle Richtungen verstreute. (…) Schon damals gab das Unternehmen weltweit die Strategie aus, nun eine Plattform für Inhalte sein zu wollen und sich über Werbeerlöse zu finanzieren. Doch mehrere Chefs konnten das Deutschlandgeschäft nicht in die Spur bringen, beim Aufstieg der sozialen Netzwerke blieb AOL diesseits wie jenseits des Atlantiks Zuschauer. (…) Mit AOL Deutschland ist ein Internet-Pionier gescheitert, der in einem Zeitalter der Veränderungen zu lange die Zeichen der Zeit übersah. (…)

Friede seiner digitalen Asche…

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Big Buck Bunny

8. Januar 2010 Kommentare ausgeschaltet

"Big Buck Bunny" ist ein frei und legal herunterladbarer Computeranimationsfilm aus dem Jahr 2008. Das Besondere daran ist, dass dieser Film ausschliesslich mit freier Software erstellt wurde und das keine grosse Firma à la "PiXar" oder Disney dahinter steht. Trotzdem duerften die aus vielen Laendern stammenden, zahlreichen Macher von "Big Buck Bunny" deutlichst von den kommerziellen Vorbildern beeinflusst worden sein. Der ungefaehr zehnminuetige Film kommt ohne ein einziges Wort aus und zeigt einen dicken Riesenhasen, der sich mit ein paar Widersachern auseinandersetzen muss. Das Ganze ist witzig und teilweise richtig gemein :)

Der Film kann in verschiedenen Formaten kostenlos heruntergeladen werden. Die Bandbreite erstreckt sich von "ganz gross" (HD, 1920*1080 Pixel, ca. 800 MB) ueber "normal" (1280*720, ca. 320 MB) bis "kleiner" (854*480 Pixel, ca. 200 MB). Die Groessenangaben beziehen sich auf die jeweilige MP4-Version. Es gibt auch Varianten fuer den iPod und ein vollstaendiges DVD-Image. Hier wurde die MP4-Version mit 1280*720 Pixel geladen, sie ist qualitativ absolut ausreichend! Viel Spass…

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Partitionsmanager Gratis

15. Dezember 2009 Kommentare ausgeschaltet

Die Linux-Welt bietet manchmal mehr oder weniger kostenfreie Programme an, deren Funktionsumfang es mit so manch teurer Windows- oder MAC-Software durchaus aufnehmen kann. Zwar sind Linuxprogramme auch mal etwas komplizierter gestaltet oder generell nicht so intuitiv bedienbar wie viele "Klicki-Bunti-Versionen", doch mit ein wenig Geduld und der Bereitschaft, sich in eine Materie einzulesen, laesst sich doch so einiges an Geld sparen.

Das neue, recht beliebte Windows 7 verlangt einiges an Festplattenspeicherplatz mehr als beispielsweise XP, daher wird es oftmals notwenig, die Festplattenkonfiguration zu aendern, indem z.B. die Systempartition vergroessert wird und dafuer eine der anderen Partitionen verkleinert wird. Fuer solche Aufgaben gab und gibt es spezielle, meistenteils aber auch nicht unbedingt preisguenstige Software.

Das Programm "Partition Magic" der Firma Symantec duerfte vielen Leuten sicherlich noch bekannt sein, doch dieses wurde mittlerweile eingestellt. Nach wie vor gibt es aber auf diversen Portalen die Version 8.0 zum Download. Leider ist diese nicht unfehlbar und hat in diversen Hardwareumgebungen Schwierigkeiten.

"GParted" ist ein kleines, eher an alte DOS-Zeiten erinnerndes Linux-Programm, welches mit vielen Filesystemen zurechtkommt und mit ein wenig Vorsicht eine Festplatte ebenfalls recht schnell neu aufteilen kann. Partitionen koennen vergroessert oder verkleinert, formatiert, neu angelegt oder geloescht werden. Wer ohnehin ein Linuxsystem fest installiert hat, braucht zur Benutzung dieses Programms keine besonderen Vorkehrungen zu treffen. Ansonsten muss eine bootfaehige CD gebrannt oder ein bootfaehiger USB-Stick erstellt werden. Das CD-Image laesst sich u.a. bei der "PC-Welt" herunterladen. Die ca. 115 MB grosse ".iso"-Datei kann mit einem normalen CD-Brennprogramm geoeffnet und auf die CD gebrannt werden. Danach startet der Rechner, sofern so eingestellt, von der CD ausgehend direkt in das "GParted"-Programm. Eine bebilderte Anleitung gibt es hier.

Fazit: Ueber einen kleinen Umweg bekommt man auf diese Weise ein brauchbares, praktisches und vor allen Dingen kostenfreies Programm zum Verwalten der Festplattenpartitionen.

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Samsung N140 Netbook

12. Dezember 2009 Kommentare ausgeschaltet

Einfach riesig, der Kleine! Die Anschaffung eines Netbooks will wohl ueberlegt sein, denn nicht fuer jeden duerfte es sich rechnen und nicht jedem wird es genuegen. Kommt man aber zu dem Schluss, dass das "normale" Laptop/Notebook eigentlich nur fuer Anwendungen genutzt wird, die ein Netbook auch beherrscht, dann ist so eine Anschaffung doch eine attraktive Sache, denn es ist klein, robust, kann (fast) alles und: Die Akkulaufzeit ist mit bis zu 10 Stunden phaenomenal-lang…

Erste Erfahrungen mit einem Asus eeePC des Typs "1005 HA-H" endeten trotz anfaenglicher Euphorie leider ziemlich klaeglich, denn nach ca. zwei Wochen gab es einen Hardwarefehler, der entweder den Akku selbst und/oder die zugehoerige Ladeelektronik betraf. Das Geraet wurde zurueckgeschickt. Im Nachhinein gab es noch weitere Lehren aus dieser Erfahrung: Nie mehr vollstaendigen Klavierlack und kein spiegelndes Display mehr. Letzteres ist zwar toll und aeusserst klar in der Darstellung, aber letztendlich moechte man nicht sich selbst, sondern die Inhalte auf dem Bildschirm sehen. Woher der derzeitige Klavierlack-Wahn bei fast allen (!) Herstellern kommt, ist ebenfalls unverstaendlich. Nicht alle Leute wollen mega-schicke "Gadgets", sondern einfach nur ein unkompliziertes, einfaches, robustes, langlebiges und vor allen Dingen pflegeleichtes (!) Geraet. Bis auf die Oberseite des Deckels vom Samsung N140 ist der Rest des Gehaeuses gluecklicherweise matt gehalten. Ein Kompromiss, mit dem man leben kann…

Das Samsung ueberrascht durch seinen aeusserst geringen Geraeuschpegel. Es ist wirklich noch einmal eine ganz Spur leiser als das Asus-Pendant, obwohl auch das schon recht leise war. Das Display ist matt, aber trotzdem sehr klar und angenehm.

Aus dem ebenfalls hier veroeffentlichten Text ueber das Asus-Netbook lassen sich die folgenden Passagen auch 1:1 auf das Samsung-Modell uebertragen:

"Ein sehr scharfes 10-Zoll-Display, 1,6 GHZ CPU, 1 GB RAM, eine 160 GB – Festplatte, 3 USB-Ports, LAN-Anschluss, VGA-Ausgang, Audioanschluesse und Kartenleser, das sind die groben Eckdaten. Kein wieselflinkes Geraet, aber mehr als ausreichend fuer die geplanten Anwendungen und zudem seeehr leise. Der Luefter laeuft zwar fast immer, ist aber selbst in einem stillen Raum kaum hoerbar, was sehr angenehm ist. Die Tastatur entspricht zum Loewenanteil einer normalen PC-Tastatur, so dass man sich nicht gross umstellen muss."

"Webseiten wie diese werden skaliert dargestellt, sind durchweg sehr gut lesbar und das unbeliebte “Querscrollen” entfaellt auch. Videos laufen fluessig und detailreich, der Audioklang ist zwar naturgemaess quaekig, aber doch besser als urspruenglich erwartet. Zudem gab es eine kleine, positive Ueberraschung, die auch Podcaster interessieren duerfte: Der externe Mikrophoneingang funktioniert auch als Stereo-Line-In. Es wird echtes Stereo aufgenommen, was wahrlich nicht selbstverstaendlich ist. Bisher ist auch kein “Festplattenprasseln”, welches diverse Laptops bei der Audiowiedergabe gerne mal aufweisen, bei diesem Modell aufgefallen. Alles sauber und ruhig. Hier ist ein Realtek Audiochip verbaut. Ein eingebautes Mikrophon gibt es zusaetzlich und in Verbindung mit der Webcam kann man gleich loschatten, wenn gewuenscht."

Es gibt derzeit noch zwei Versionen des Samsung N140 im Handel, eine mit Windows XP Home und eine mit Windows 7 Starter. Laut Amazon-Rezensionen tut sich das Samsung mit Windows 7 noch etwas schwer, das wird aber sicherlich aufgrund des guten Treibersupports bald Vergangenheit sein. Hier wird das Netbook hoffentlich noch sehr lange die letzte Windows-XP-Bastion bleiben, denn das laeuft darauf ganz hervorragend. Natuerlich wurde die Werksinstallation auch hier durch eine neue, schlanke und effizientere ersetzt, doch selbst mit der Originalinstallation haette man unter Umstaenden leben koennen.

Fazit: Bisher ein tolles Teil, welches seine Aufgaben mehr als gut verrichtet und vor allen Dingen einen robusten Eindruck vermittelt.

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