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Archiv für die Kategorie ‘Medien’

YouTube in der Offensive?

11. Juli 2011 Kommentare ausgeschaltet

Es ist nach wie vor ein Riesen-Aergernis. Selbst innerhalb geschlossenerer Social-Media-Plattformen ist man davor nicht sicher. Dieser Screenshot verdeutlicht das Dilemma:

Es heisst also nicht mehr nur "Dieses Video ist in Deinem Land nicht verfuegbar", sondern es wird explizit die GEMA fuer die Nichtverfuegbarkeit verantwortlich gemacht. Der Tonfall wird also offensiver, was hoffentlich einen etwaigen Einigungsprozess beschleunigt.

YouTube selbst ist zwar nicht ganz unschuldig an dieser Misere (…wie sonst ist zu erklaeren, dass die bei Youtube gesperrten Videos auf anderen, legalen Portalen wie "Myvideo" oder "Clipfish" problemlos und auch dauerhaft zu sehen sind…) , doch die zweifellos ebenfalls vorhandene Steinzeit-Denke gewisser Gruppierungen schiesst nicht nur Deutschland selbst sondern auch unzaehlige Bands und Solokuenstler ins internette Abseits…

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Nur getraeumt – 30 Jahre Dallas

30. Juni 2011 Kommentare ausgeschaltet

Vor 30 Jahren flimmerte die erste "Dallas"-Folge ueber die Fernsehschirme. Was heutzutage in unendlich vielen Seifenopern sprichwoertlicher Serien-Alltag ist, war damals revolutionaer neu. Intrigen in Kombination mit unverbluemten Dialogen und Drama-Komponenten gingen in Serie.

Allen voran: J.R. Ewing alias Larry Hagman, den man getrost als Dreh- und Angelpunkt der Serie bezeichnen kann. Miss Ellie, Pamela, Sue-Ellen und andere Bewohner der "Southfork Ranch" wurden sehr schnell sehr beliebt und die Serie brach einen Rekord nach dem anderen.

Die Geschaefts-Duelle der texanischen Öl-Multis, umrahmt von einem fuer den deutschen Ottonormalverbraucher unerreichbar schienenden Luxus in hochmodernen Stadt- und Landkulissen, zogen an jedem Dienstagabend ab 21:45 Uhr Millionen Fernsehzuschauer in ihren Bann.

Als Bobby Ewing – JR’s kleiner Bruder – den Serientod starb, entbrannten Diskussionen. Als er spaeter dann ploetzlich quicklebendig unter Pamela’s Dusche stand und sein Tod angeblich nur ein Traum war, wurden ganze, zwischenzeitliche Handlungsstraenge mal eben so ausgehebelt – der Zuschauer schluckte es nahezu widerstandslos.

Natuerlich kamen Nachahmer auf den Plan, allen voran der "Denver-Clan", der auch sehr beliebt wurde, der aber nicht wirklich an die Popularitaet der Texas-Saga heranreichen konnte. Gerne gesehen wurde auch die Weinsaga "Falcon Crest" – am Donnerstagabend im WWF, dem "Westdeutschen WerbeFernsehen".

Was nach 30 Jahren uebrig bleibt, sind Erinnerungen an dienstagabendliche Fernseh-Rituale. Um 21 Uhr lief die legendaere Musikvideosendung "Formel Eins" im "Dritten" (WDR), danach kam direkt "Dallas" in der ARD. Und am naechsten Tag gab’s dann auf dem Schulhof wieder viel Gespraechsstoff. Schoen war’s…

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Jesse Stone versus Magnum

23. Juni 2011 Kommentare ausgeschaltet

Der "Tagestipp" einer Filmredaktion ist abhaengig von der diensthabenden Redaktion. Logisch. Doch zeigen sich hierbei oftmals diverse, althergebrachte Klischees. Schreibt eine Frau den entsprechenden Kommentar, wird der "knackige Hintern" des vermeindlich gutaussehenden Hauptdarstellers schonmal hervorgehoben und der zugehoerige Film zur Tagesempfehlung gekuert. Sind Maenner am Werk, haben auch Filme wie "Easy Rider", "Star Trek" oder "Kill Bill" gute Chancen, ganz oben zu erscheinen. Man fragt sich, wie eine "Filmredaktion" einer TV-Zeitschrift einen Ueberblick ueber alle gezeigten Filme behalten kann oder ihn ueberhaupt erst bekommt. Die Antwort: Manchmal gar nicht, denn vorgefertigte bzw. mitgelieferte Kurzinhaltsangaben werden gerne mal subjektiv ausgedeutet.

Das Folgende ist anscheinend (!) so ein Beispiel:

Aha. Weil Tom Selleck die Hauptrolle spielt, sind die Folgen also im "Magnum"-Stil gedreht worden. Soso…

Jesse Stone ist ein alternder, moralisch angeschlagener Polizist, der aus der Grossstadt in ein Provinznest fluechtet. Er hat ein Alkoholproblem und muss sich mit kleineren, recht realistisch anmutenden Kriminalfaellen abgeben. Die bisher sechs im deutschen Fernsehen gezeigten Filme sind ruhig gehalten und geben den Charakteren einen gehoerigen Entfaltungsspielraum. Stone faehrt einen Streifenwagen, keinen roten Ferrari. Er traegt Uniform oder laessige Zivilkleidung und keine bunten Hawaihemden. Kein T.C. fliegt mit einem Hubschrauber umher, Higgins und die "Jungs" fehlen ebenfalls und kein Rick betreibt einen Strandclub. Zu diesen genannten Charakteren aus der 80er-Jahre-Serie "Magnum" gibt es nicht einmal ansatzweise irgendwelche Pendants in den Jesse-Stone-Filmen. Und doch sollen diese im "Magnum"-Stil gedreht sein. Aha. Voll daneben…

Da hilft nur eins: Anschauen. Wert sind sie’s allemal… (derzeit auf ZDF Neo).

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Gelesen: Wa(h)re Freunde

9. Juni 2011 Kommentare ausgeschaltet

Thomas Wanhoff ist nicht nur Podcaster der allerersten Stunde, sondern auch Journalist. Er kennt sich in der schoenen, neuen Medienwelt bestens aus. Aus dem Hessischen ist er mittlerweile nach Laos ausgewandert und hat quasi aus der Ferne ein doch so nahes Buch geschrieben:

"Wa(h)re Freunde – Wie sich unsere Beziehungen in sozialen Online-Netzwerken veraendern"

Das ca. 260 Seiten starke Buch beschreibt die vielen, internetten "Social Media"-Netzwerke, die uns Menschen mittlerweile taeglich umgeben. Dabei werden diese nicht nur genannt, sondern deren Funktionsweisen auch erklaert, ihre Reichweiten analysiert, ihr allgemeiner Stellenwert eingeordnet und ihre Auswirkungen auf unseren Alltag, unser Verhalten und unsere Einstellung zu diversen Dingen diskutiert. Twitter, StudiVZ, LinkedIn, Xing und Facebook sind nur einige, die in diesem Buch vorkommen.

Der Buchtitel ist mehr als zutreffend, denn das Wortspiel an sich zeigt schon verschiedene Facetten, die in dieses Werk eingeflossen sind. Sind virtuelle Freunde auch "wahre" Freunde? Was ist die "Ware Freunde" z.B. den Unternehmen "wert"?

Wer "den Wanhoff" gelesen hat, bekommt einen guten Einblick in die entsprechende Indikatorenbildung und das, ohne sich in abgehobenes (technisches) Kauderwelsch zu verfangen. Der Autor versucht, sich zum einen sachlich der Materie zu naehern, nimmt den Leser zum anderen aber auch an die Hand und verdeutlicht (oftmals unter Zuhilfenahme von beschriebenen bzw. erlebten Alltagssituationen) den subjektiven Aspekt, der vielen Dingen innewohnt. Ein manchmal privat angehauchter Schreibstil traegt sehr zum mentalen Wohlbefinden des bzw. der Lesenden bei.

Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass dieses Buch gewissermassen "allgemeinkompatibel" daherkommt. Sowohl "Kenner" der Materie als auch "Neuankoemmlinge" werden einiges entdecken und auch wiederentdecken, denn Thomas Wanhoff versteift sich nicht auf trockene Statistiken und/oder Auslegungen diverser Medientheorien. Er gibt nachvollziehbare Beispiele fuer viele Sachverhalte, die teilweise sogar aus der Zeit vor dem eigentlichen Internet stammen, aber oftmals noch immer verblueffend-aktuell sind. Als "Digital Immigrant", also als jemand, dem die Computertechnik NICHT in die Wiege gelegt wurde, zeigt er unter anderem, dass vieles von dem, was als "neu" angesehen wird, im Endeffekt gar nicht so neu und prinzipiell auch schon frueher vorhanden gewesen ist. Allerdings sollte der geneigte Leser zumindest einen gewissen, englischen Grundwortschatz mitbringen, um diverse, hier nicht uebersetzte Quellzitate passend verarbeiten zu koennen.

Das Buch ist eine Momentaufnahme, ein nachvollziehbar und fundiert kommentierter Spiegel der derzeitigen Online-Welt mit all ihren Vor- und Nachteilen, geschrieben von jemandem, der bei aller Faszination fuer diese Dinge in erster Linie "Mensch" geblieben ist.

"Wa(h)re Freunde" ist erschienen im Spektrum Verlag (ISBN 978-3-9274-2783-0)

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Podcastpakete

3. Juni 2011 Kommentare ausgeschaltet

"Podhost.de" war in Verbindung mit "Podster.de" das erste, relevante Podcastportal in Deutschland. Michael Elsdoerfer hat damit wahre Pionierarbeit geleistet – und das anfaenglich fast im Alleingang. Mittlerweile hat er sich aus diesem Projekt zurueckgezogen und nun ist dort nichts mehr so, wie es einmal war. Also wird auch der "NormCast" demnaechst umziehen.

Das ist aber nicht ganz so einfach, wie man denkt, denn einen zugehoerigen RSS-Feed zu aendern oder umzuleiten, der zudem jahrelang gueltig war, birgt Risiken in sich. In der Folge koennen fehlerhafte Eintraege im "iTunes"-Portal oder Inkompatibilitaeten zu diversen, sogenannten "Podcatchern" auftreten, was immer einen groesseren Hoererverlust mit sich bringen kann. RSS-Feed-Wechsel sollten also gut durchdacht und so selten wie moeglich durchgefuehrt werden…

Im hiesigen Fall gibt es zum einen die Moeglichkeit, die Podcast-MP3-Dateien beim "normalen" Hoster dieser Webseite mit zu lagern. Er bietet beispielsweise ein Paket fuer 7,95 € / Monat an, welches unter anderem 25 GB Speicherplatz in Verbindung mit einer Traffic-Flatrate beinhaltet. Nun muss man wissen, dass dieser Speicherplatz sich nicht erneuert, wie das z.B. bei Podhost.de der Fall ist. Das heisst, dass er kontinuierlich schrumpfen wird. Doch alle in den letzten sechseinhalb Jahren erschienenen NormCast-Folgen (Nr. 1-186) belegen als 256kbps-MP3-Dateien zusammen ca. 10GB Speicherplatz und natuerlich sind sie in den veroeffentlichten "Webversionen" (64kbps/Mono bis 160kbps/Stereo, je nach Inhalt) deutlichst kleiner. Also duerften die 25GB fuer die naechsten Jahre absolut ausreichen :-) Ein weiterer Vorteil waere die vollstaendige "Hoheit" ueber den RSS-Feed, der jederzeit manuell anpassbar waere.

Ein interessantes Podcast-Hostingangebot kommt von einer anderen, verdienten Lichtgestalt der Podosphaere: Fabio Bacigalupo. Zu seinem interessanten Portal "Podcast.de" gesellt sich jetzt "Podcaster.de" mit unlaengst neu vorgestellten Tarifen:

Mir persoenlich fehlt ein Tarif zwischen den Positionen "Starter" und "Podcaster", zum Beispiel 3€/Monat fuer 100MB. Das wuerde fuer drei Folgen pro Monat reichen und kaeme meinem Turnus eher entgegen. Aber ansonsten kann sich das Angebot von "Podcaster.de" durchaus sehen lassen… Mal sehen, wo die hiesige Reise hinfuehrt. Stay tuned :-)

KategorienComputerkram, Medien