Archiv

Archiv für die Kategorie ‘Medien’

Nachruf auf die MC

24. Oktober 2010 Kommentare ausgeschaltet

Der folgende Zeitungsausschnitt stammt aus der Printausgabe der "Neue Westfaelischen" vom 23.10.2010 und passt eigentlich sehr gut zu den Themen, die auf dieser Seite gerne mal behandelt werden (z.B. hier). Das haette so ungefaehr auch von mir kommen koennen :)

Die Autorin Anne-Lena Jaschinski ist auch in diesem interessanten Videobeitrag ueber ein Bielefelder Musiclabel kurz zu sehen. Zu ihrem Kommentar passt auch diese derzeit aktuelle Heise-Meldung ueber das "Aus fuer Sony’s Kassetten-Walkman"

KategorienMedien

2012 : Katastrophenkino

23. Oktober 2010 Kommentare ausgeschaltet

Die Liste der Filme, die in Roland Emmerich’s Werk "2012" irgendwie wiederzufinden sind, ist lang. "The Day After Tomorrow" (auch von Emmerich), "Der Sturm", "Titanic", "Poseidon", "Armageddon" und viele Katastrophenklassiker der 70er und 80er Jahre duerften fuer die ein- oder andere Szene Pate gestanden haben.
Was natuerlich nicht heissen soll, dass hier stumpf geklaut wurde…

Im Jahre 2009 erhält die amerikanische Regierung einen vertraulichen Report, der bestätigt, dass die Erde schon in wenigen Jahren dem Untergang geweiht ist. Während engagierte Wissenschaftler (…) fieberhaft nach Auswegen aus der Katastrophe suchen, wird an oberster Stelle ein geheimer Katastrophenplan entwickelt, der jedoch nicht die Rettung aller Menschen vorsieht. Als Jackson Curtis (JOHN CUSACK) und seine zwei Kinder eines Tages einen Familienausflug in den Yellowstone Nationalpark unternehmen, stoßen sie nicht nur auf eine gigantische militärische Forschungseinrichtung, sondern auch auf den exzentrischen Wissenschaftler Charlie Frost (WOODY HARRELSON), der alle Anzeichen vom Ende der Welt akribisch festhält. Jackson nimmt ihn zunächst nicht ernst. Doch als bald darauf in Los Angeles die Straßen aufbrechen, weiß er, dass er den scheinbar hoffnungslosen Kampf gegen die Zeit und die bevorstehende Naturkatastrophe aufnehmen muss.

Basierend auf den Prophezeiungen der Maya, entwirft Regisseur Roland Emmerich in 2012 sensationelles Action-Kino atemberaubenden Ausmaßes. In einem dramatischen Überlebenskampf muss sich die Menschheit den Naturgewalten wie gigantischen Tsunamis, Erdbeben und Vulkanausbrüchen stellen. Der Beginn einer neuen Zeitrechnung steht bevor… (…) Quelle: Amazon.de

Der Film ist unlogisch, vorhersehbar, klischeehaft, masslos uebertrieben und manchmal auch kitschig – doch ebenso technisch brilliant, aeusserst spannend, aufwendig und unterhaltsam. Es macht, nachdem die ersten, sich etwas ziehenden 35 Minuten ueberwunden sind, in den folgenden zwei Stunden wirklich Spass.
Natuerlich gibt es typische Elemente, die sich wie ein roter Faden durch amerikanische Filme ziehen, wie z.B. die Tatsache, dass die Helden immernoch genuegend Zeit haben, die Heldendame zu umarmen und ausgiebig zu kuessen, bevor Sekunden spaeter die Katastrophe ausbricht oder verhindert wird. Emmerich zieht alle Register des Hollywood-Films und gerade das hat eben seine Vor-und Nachteile.

Auch ueber die vielen eingebettetten Aussagen innerhalb des Films braucht man an dieser Stelle keine grossen Worte verlieren. Die Vereinigung der unterschiedlichsten Menschenvoelker und deren Religionen in der Not hat im Film eine lange Tradition, allerspaetestens seit Emmerich’s "Independence Day".

Auf der DVD gibt es ein alternatives Ende des Films, welches aber aufgrund des viele Minuten vorher Passierten obsolet ist und wahrscheinlich auch deswegen nur als Bonuselement auf der Scheibe landete…

Was bleibt, ist der Eindruck eines in technischer Hinsicht perfekten Popcornkinostreifens, welcher trotz seiner an sich ernsten Thematik nicht unbedingt den mahnenden Finger erhebt und jenseits jeglicher Logik bestens unterhaelt.

Im ebenfalls auf der DVD enthaltenen "Making of" wird das dann auch passend formuliert: "People wanna be entertained, people wanna be blown off their seats and that’s what Roland does best…"

KategorienMedien

Das Ende des Musik-Download-Booms

28. September 2010 Kommentare ausgeschaltet

Es ist so, wie es eigentlich immer war. Ein neues Medium wird zunaechst zoegerlich aufgenommen und fristet anfaenglich ein Schattendasein gegenueber den alten, etablierten Medien. Irgendwann kommt der Knick, der Wunsch nach Neuem und dann geht’s los…

Die CDs standen anfaenglich hinter Glas in den Vinylbereichen der Kaufhaeuser, spaeter standen die Schallplatten als Restposten am Rande der mit CDs gefuellten Verkaufsregale. Beispiele wie diese gibt es viele, derzeit wiederholt es sich bei den DVDs und Blu-Rays.

Doch jetzt hat es nach gefuehlten fuenf Minuten auch den Musik-Downloadbereich erwischt.

Heise schreibt:

"Der Markt sei gesättigt. Viele Verbraucher hätten in den vergangenen Jahren ihre Musiksammlung von Tonträgern auf Dateien umgestellt. Nachdem dieser Vorgang bei vielen abgeschlossen sei, blieben nur noch Neuerscheinungen als Wachstumstreiber – einen vergleichbaren Effekt gab es auch nach der Einführung der CD."

Im Grunde genommen verwenden viele von uns einen grossen Lebensanteil daran, "ihre" Medien von einem Format ins andere zu uebertragen bzw. sie zu sichern und zu erhalten. Die allermeisten analogen Fotos duerften mittlerweile eingescannt worden sein, die Videocassetten sind ueberspielt, die Schallplatten digitalisiert und die CDs in die MP3-Jukebox eingelesen. Als naechstes duerften die vorhandenen DVDs in Form von hochaufloesenden Avi- bzw. Mpg-Dateien dauerhaft auf Festplatten landen und neue Filme direkt via Online-Streaming und/oder Download bezogen werden. Damit ist eigentlich ein wesentlicher Schritt in die Zukunft getan, denn die wird -wie schon oft erwaehnt- digital. Nichts muss mehr in Echtzeit abgespielt werden, um es in ein Dateiformat zu pressen. Schlichtes Kopieren ist angesagt, schnell und unkompliziert.

Wie gut, dass die Werke an sich dann wieder Aufmerksamkeit erhalten, wenn es ums Abspielen bzw. das Betrachten geht, denn Auge und Ohr sind nach wie vor analog… Noch…

KategorienMedien

LNB ist nicht gleich LNB

18. September 2010 Kommentare ausgeschaltet

Eine Satellitenschuessel ist schnell montiert und ausgerichtet, freie Sicht auf den betreffenden Satelliten vorausgesetzt. Meistens genuegen eine 60cm-Schuessel, wenige Meter Kabel und ein normales LNB zum Empfang der in diesen Breitengraden gelaeufigen Astra-Satelliten auf 19,2 Grad Ost. Die entsprechende Ausruestung gibt es fuer wenig Geld im Bau- oder Grossmarkt.

Doch dann, wenn erschwerte Bedingungen hinzukommen, trennt sich oftmals ganz schnell die Spreu vom Weizen. Das Szenario einer aufzubauenden Satellitenanlage sah kuerzlich so aus: Schuessel am anderen Ende des Grundstuecks, 50m Kabelweg pro Leitung. Ausserdem sollte kein (!) externer Multiswitch (=Stromfresser) angeschlossen werden. Fuer mehr als zwei Parteien musste also ein "Quad-LNB" her, welches diesen Multiswitch gleich eingebaut hat (nicht zu verwechseln mit "Quattro"-LNBs, die zwar auch vier Ausgaenge haben, die aber einen externen Multiswitch benoetigen).

Ein normaler Satellitenreceiver kann ein LNB mit Strom versorgen, wobei die Spannungen variieren, z.B. dann, wenn "gezappt" wird (Horizontal-Vertikal-Umschaltung). Auf langen Kabelwegen und natuerlich auch aufgrund fehlerhafter Uebergangsverbindungen (F-Stecker) kann die Stromversorgung eines LNBs aber schonmal zusammenbrechen. Waehrend Single- oder Zweifach-LNBs meistens noch gut funktionieren, haben Vierfach- (Quad-) LNBs mit eingebautem Switch einen schweren Stand und funktionieren oftmals erst dann, wenn wenigstens zwei daran angeschlossene Receiver gleichzeitig laufen. Die handelsueblichen 20-Euro-LNBs (z.B. "Quattris LPQ 444") funktionieren bei normalen Bedingungen innerhalb brauchbarer Parameter, versagen aber bei speziellen Konstellationen wie dieser, u.a. weil sie zuviel Strom benoetigen.

Als einwandfrei funktionierende Alternative hat sich das LNB der Firma ALPS erwiesen, welches mit unter 200mA Stromaufnahme sehr genuegsam ist. Man sollte sich ausserdem von den oftmals sensationsmaessig-aufgebrachten Angaben in punkto "Rauschmass" nicht blenden lassen. Das ALPS-LNB haelt seine angegebenen Werte ueber das ganze Spektrum, waehrend die Billig-Alternativen diese Werte oftmals nur unter kuenstlich hervorgerufenen Laborbedingungen innerhalb eines limitierten Bereichs aufweisen. Es ist aehnlich wie bei den Digitalkameras: Megapixel sind nicht alles, ein gutes Objektiv ist viel wichtiger.

Sehr gelobt werden uebrigens auch die LNBs der Firma "Inverto", da auch sie sehr "hellhoerig" und dabei ebenfalls sparsam sind…

KategorienMedien

Comag SL40HD

28. August 2010 Kommentare ausgeschaltet

Dieser aeusserst klein geratene Satellitenreceiver hat es durchaus in sich und glaenzt unter anderem mit vielseitigen Anschlussmoeglichkeiten. Hierbei handelt es sich um ein recht neues Produkt, welches technisch baugleich mit dem HRS8500 der Firma XORO ist. Somit laesst sich auch dessen (manchmal vielseitigere) Software bei Bedarf auf den Comag aufspielen. Die derzeit aktuelle Xoro-Firmware brachte z.B die Moeglichkeit der individuellen Editierung der Sender-Favoritenliste mit sich. Ueber die frontseitige USB-Buchse lassen sich USB-Sticks und externe Festplatten ansprechen, die allerdings mit dem alten Dateisystem FAT32 versehen sein muessen. Auf diese externen Speichermedien kann der Receiver in originalgetreuer Qualitaet aufnehmen und diese Aufnahmen natuerlich auch abspielen. Auf diesen Speichermedien befindliche Bilder, Audio-und Videodateien koennen ebenfalls wiedergegeben werden. DivX und XviD sind kein Problem, lediglich VCD- und SVCD-Formate werden nicht bildfuellend, sondern leider nur verkleinert wiedergegeben.

Die Bildqualitaet ist selbst ueber Scart auf einem Roehren-TV noch sehr gut, ueber den rueckseitigen HDMI-Anschluss koennen hochaufloesende Fernseher angesprochen werden. Unverschluesseltes HDTV wird ebenfalls einwandfrei wiedergegeben und auf Knopfdruck aufgenommen. Das Geraet ist "PVR-ready", kann also als persoenlicher Videorecorder fungieren. Die Aufnahmen werden als .ts-Datei ("Transport Stream") abgelegt und koennen am PC zum Beispiel mit dem Programm "Project X" weiterverarbeitet werden, welches allerdings ein installiertes Java voraussetzt.

Ansonsten hat das Geraet alle Funktionen, die ein ordentlicher Satellitenreceiver normalerweise bieten muss, z.B. Teletext, EPG, waehlbares Audio, Untertitel usw.

Eine analoge Videoquelle kann durch die zweite Scartbuchse durchgeschliffen werden. Component-Videoanschluesse und Chinch-Ausgaenge fuer Stereo-Audio und Video komplettieren die Rueckseite.

Ein i-Tuepfelchen waere eine Stationsanzeige im Display gewesen, leider beschraenkt sich dieses auf eine vierstellige Kanalanzeige. Die Fernbedienung ist klein, funktionell und aufgeraeumt, setzt aber doch eine genauere Fokussierung voraus. Ein "richtiger" Ein-Aus-Schalter fehlt. Das Geraet ist im Stand-By-Betrieb zwar recht sparsam, doch empfiehlt sich hier der Einsatz einer abschaltbaren Steckerleiste, sollte die PVR-Funktion mal nicht gebraucht werden.

Fazit: Fuer schlappe 60 Euro bekommt man mit dem Comag SL40HD ein ordentliches Kleingeraet, welches alle noetigen Funktionen bietet und zudem HD-faehig ist, was in dieser Preisklasse (noch) nicht selbstverstaendlich ist. Fuer Leute mit Ambitionen in Richtung Pay-TV ist er allerdings aufgrund des fehlenden Karteneinschubs nicht geeignet.

Verbesserungswuerdig ist die VCD/SVCD-Formatwiedergabe und eine Implementierung des NTFS-Dateiformats waere ebenfalls wuenschenswert. Nichts, was nicht durch ein ordentliches Firmware-Update bewaeltigt werden koennte. Das laesst hoffen…

Update (7/2012):
Mit aktuelleren Firmware-Versionen arbeitet das Geraet mittlerweile auch prima mit NTFS-formatierten Festplatten zusammen!

KategorienComputerkram, Medien