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Archiv für die Kategorie ‘Medien’

Werbung per DPD

21. Juli 2010 Kommentare ausgeschaltet

Es klingelt mitten in der Mittagszeit. Ein Mitarbeiter des Paketzustelldienstes DPD bringt einen (!) dicken Werbekatalog fuer sanitaere Anlagen. Natuerlich war dieser unbestellt. "Wer kommt auf diese saubloede Idee, so etwas mit einem Paketdienst zu schicken?" frage ich den Zusteller genervt. "Im Zweifelsfalle haette ich das Teil jetzt bei Ihnen abholen muessen…" fuege ich noch hinzu. "Wenn hier keiner aufgemacht haette, haette ich das Ding wahrscheinlich stumpf vor die Tuer gelegt", erwidert der freundliche DPD-Mitarbeiter. "Gut zu wissen", denke ich noch, denn wegen nicht angeforderter, gedruckter Werbung auch noch persoenlichen Aufwand hinnehmen zu muessen, waere nicht akzeptabel gewesen. Im Nachhinein stellt sich die Frage, was passiert waere, haette ich die Annahme des Pakets verweigert? Da es aber fuer den Nachbarn bestimmt war, konnte ich das leider nicht ausprobieren. Beim naechsten Mal… :-)

KategorienMedien

25 Jahre Fluxkompensator

7. Juli 2010 Kommentare ausgeschaltet

Falsch! Eigentlich muesste es "Flusskondensator" heissen, was wiederum die korrekte Uebersetzung des englischen Originals "Flux capacitor" ist (siehe Wikipedia).

Vor 25 Jahren startete Marty McFly alias Michael J. Fox im Kino auf seine Reise "Zurueck in die Zukunft" – und ich fand’s klasse. Bis heute. Selten ist eine Filmtrilogie in sich so stimmig, witzig und auch spannend gewesen. Von diversen Ungereimtheiten (die man damals allerdings noch nicht sah) mal abgesehen, bietet die Filmreihe nach wie vor nette Stilblueten, beispielsweise die Szene, die zeigt, wie der Bruder von Chuck Berry waehrend der legendaeren "Johnny B. Goode"-Performance mit seinem Bruder telefoniert und ihn anscheinend so zu seinem spaeteren (!) Hit verhilft.

Ebenso besticht das Werk durch hervorragende Kulissen (man beachte den zentralen Platz in "Hill Valley", der in drei verschiedenen Zeitepochen immer wiedererkennbar dargestellt wird) und durch eine gehoerige Portion Selbstironie (siehe das "Café der 80er" in Teil 2).

Natuerlich ist das Hollywood und nicht mehr, aber das reicht manchmal voellig aus. Kuerzlich gab es mal Geruechte um eine Neuverfilmung des Stoffes. Bitte nicht. Manche Dinge muessen einfach so bleiben, wie sie sind…

Vor ein paar Jahren bekam ich einen echten "DeLorean" aus dem Film im Technik-Museum in Sinsheim vor die Linse:

Weiterlesen und -gucken:
Video: Parodie: Auch Enten reisen durch die Zeit | Video: Originaler Trailer
Video: Soundtrack: ZZ Top – Doubleback | Zehn Fakten zum Film
"Back To The Future" in der Internet Movie Database

KategorienMedien

PrePaid-Guthaben schwindet doch

21. Juni 2010 Kommentare ausgeschaltet

Schon vor einigen Jahren gab es ein sehr verbraucherfreundliches Gerichtsurteil, nach dem vorhandene PrePaid-Guthaben im Mobilfunkbereich nicht mehr verfallen duerfen. Bis dato mussten die jeweiligen Handys auch bei sonstiger Nichtbenutzung in regelmaessigen Zyklen finanziell aufgeladen werden, um weiterhin benutzt werden zu koennen.

Im Jahr 1999 kam hier das erste "Handy" ins Haus. Es war ein Kombipaket: Motorola Kommunikationsknochen mit 10 DM D1-Gespraechsguthaben fuer 99 DM. Das war damals ein sehr gutes Angebot und diese Kombination sollte fuer die folgenden Jahre auch gute Dienste leisten. Doch die Zeit brachte irgendwann bessere Tarife bei anderen Anbietern und auch eine neue Handynummer, ueber die bis heute der Loewenanteil der hiesigen Telefonkommunikation laeuft. Das alte Handy wurde danach nur noch selten benutzt und da noch genuegend Gespraechsguthaben auf dessen alter T-Mobile-"XtraCard" vorhanden war, wurde diese lange nicht mehr aufgeladen. Mehr als 22 Monate nicht, um genau zu sein. Nun kam eine SMS von T-Mobile:


"Lieber Kunde,

hiermit kuendigen wir mit Frist von 1 Monat ihren Xtra Vertrag.

Moechten Sie den Vertrag fortsetzen, laden Sie bitte bis dahin ihre XtraCard auf."

Das verwunderte schon, denn -wie gesagt- eigentlich darf altes Gespraechsguthaben nicht mehr verfallen. Also liess ich mich mal wieder auf das "Abenteuer Warteschleife" der mobilen Telekomiker ein und nachdem der Roboter mit weiblicher Stimme seine Sprueche beendet hatte, war tatsaechlich ein richtiger Mensch am anderen Ende zu hoeren. Seinem Akzent nach zu urteilen muss der Anruf irgendwo nach Ostdeutschland gegangen sein. "Ja, das ist eine systemgenerierte Meldung, die nach 22 Monaten des Nichtaufladens automatisch greift", toente es auf der anderen Seite. Die Anmerkung, dass das doch laut Gesetz mittlerweile illegal sein duerfte, wurde mit dem Hinweis quittiert, dass in solchen Faellen das Restgeld an den Teilnehmer bzw. Eigentuemer ausgezahlt wird, der Vertrag an sich aber auslaeuft und die damit verbundenen Dienstleistungen verfallen. Der tatsaechlich doch recht freundliche Telefonmann stornierte diese Prozedur diesmal und sagte: "Sö, jetzt haben Sie wieder ein Jahr Ruhe."

Gut. Ziel erreicht. Und bis dahin wird das alte Nokia bzw. dessen Karte sowieso wieder aufgeladen werden muessen. Doch was bleibt, ist mal wieder ein fader Beigeschmack und die erneute Erkenntnis, dass so gut wie nichts ist, wie es zu sein scheint…


KategorienDiverses, Medien

Replikator 1.0

19. Juni 2010 Kommentare ausgeschaltet

"Tee, Earl Grey, heiss!" Mit diesen Worten tritt Captain Jean-Luc Picard vom "Raumschiff Enterprise" an eine quadratische Luecke in der Wand. Ein sphaerisches Geraeusch ertoent und ploetzlich steht darin eine Tasse mit dampfendem Tee. In Gene Roddenberry’s Star-Trek-Welt von ueber-uebermorgen ist das alltaeglich und voellig normal. Die Star-Trek-Fernsehserien haben viele Dinge, die uns heutzutage begleiten, schon vor etlichen Jahren quasi "vorhergesagt" (siehe hier und hier).

Die neuartigen 3D-Drucker haben das Zeug, zu Urahnen dieser noch fiktionalen Replikatoren zu werden. Auch wenn sie komplexe Strukturen nicht replizieren koennen, so ist es mit ihnen dennoch moeglich, aus vorhandenen Rohmaterialien (wie z.B. Plastikmasse oder Gips) Modelle zu formen, die auf entsprechenden Modellentwuerfen auf dem angeschlossenen Computer basieren, was beispielsweise fuer Architekten oder Zahnaerzte interessant sein duerfte. Zudem wird die Weiterentwicklung solcher Projekte unter anderem auf Open-Source-Basis vorangetrieben, was die ersten, groeberen Exemplare sogar heute schon einigermassen erschwinglich macht.

(…) Seit Kurzem jedoch gibt es in den USA Starterkits, die 3-D-Druck schon für einige Hundert Dollar ermöglichen. Die privaten Tüftler und Bastler in den USA, die „Early Adopters“, wähnen sich in einem futuristischen, Star-Trek-ähnlichen Paradies des Eigenbaus. (…) Die entstehenden Plastikteile sehen im Vergleich zu ihren nahezu perfekten Pendants aus professionellen Maschinen wie dem sehr genauen Acryl-3-D-Drucker etwas grob aus. Doch das Gleiche galt für die Druckergebnisse der ersten Nadeldrucker auch. (…) Quelle: Artikel bei Welt.de

In wenigen Jahren wird auch diese Technologie ihre naechste Evolutionsstufe erreicht haben und dann koennte es erstmalig richtig spannend werden, wenn z.B. fehlende Plastikteile irgendwelcher Geraete oder Bordamaturen von Autos passgenau mit der kleinen Fabrikkiste auf dem heimischen Schreibtisch hergestellt werden koennen. Und irgendwann werden komplexere Strukturen ebenfalls zuhause reproduzierbar sein, auch des Captain’s Lieblingstee…

KategorienComputerkram, Medien

Zwang bleibt Zwang

15. Juni 2010 Kommentare ausgeschaltet

Die bisherige Rundfunkgebuehrenregelung wird mit Wirkung zum Jahr 2013 geaendert. Endlich – sollte man meinen. Doch obwohl die "neue" Struktur durchaus einige positive Aspekte aufweist, bleibt eines unveraendert: Der Zwang, eine Gebuehr fuer etwas zahlen zu muessen, das unter Umstaenden gar nicht oder zumindest nicht im der doch recht hohen Monatsgebuehr entsprechenden Umfang genutzt wird.

Eine "Haushaltsabgabe" soll es werden. Jeder Haushalt zahlt demnach zukuenftig knapp 18 Euro im Monat fuer die oeffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Dabei ist es voellig unerheblich, wieviele Radios, Fernseher, Computer usw. in diesem Haushalt vorzufinden sind und wie gross dieser an sich ist. Aber: JEDER Haushalt soll zahlen, auch wenn er die zu finanzierenden Angebote nicht nutzt und auch wenn er ueberhaupt kein entsprechendes Geraet besitzt. Firmen sollen eine GEZ-Pauschale abgeben.

Fuer Wohngemeinschaften und nicht verheiratete Paare, die zusammen wohnen, ist diese Regelung sicherlich von Vorteil, zumal "nur" noch einmal bezahlt werden muss. Doch mit welcher Berechtigung wird auch mit der neuen Regelung wieder diese allgegenwaertige "Pauschalverdaechtigung" ausgesprochen? Warum gibt es ueberhaupt noch (!) einen Zwang, diesen mittlerweile viel zu grossen, oeffentlich-rechtlichen Rundfunkapparat auch als Nichtnutzer bezahlen zu MUESSEN? Genau das ist es, was stoert.

Ich hoere sie schon wieder, die Stimmen: "Ohne oeffentlich-rechtlichen Rundfunk gaebe es nur noch Talkshowtrash und Werbung, aber keine niveauvollen, mehrheitsfaehigen Programme". Voelliger Bloedsinn. Ich habe ja auch nichts gegen den oeffentlich-rechtlichen Rundfunk an sich, im Gegenteil. Aber eine ARD-Rundfunkanstalt braucht keine fuenf plus X – Radiosender und nochmal soviele Fernsehsender, um ihrem Auftrag gerecht zu werden. Ein- oder zwei landesweite Programme, die Schulfernsehen, Themenabende, Olympia, Theater, Tagesschau und aehnliche, wichtige Dinge ausstrahlen, wuerden durchaus reichen.

"Wetten, dass…", "Musikantenstadl", die etlichen, oeffentlich-rechtlichen Seifenopern oder die erschreckend-haeufig von den Privaten abgekupferten Ratespielformate in den "dritten" Programmen koennten ja durchaus weiterlaufen, sollten aber in eventuell noch zu schaffende, teilprivatisierte Bereiche der Sendeanstalten verlegt werden und duerften im Gegenzug auch Werbephasen beinhalten. Wer’s wie bisher werbefrei haben will, zahlt extra.

Die recht hohe GEZ-Gebuehr ist auch einer der Gruende, warum privates PayTV bisher nie eine richtige Chance in Deutschland hatte, denn wer zahlt denn unter dem Strich an die 50 Euro oder mehr im Monat nur fuer die Flimmerkiste? Dabei gaebe es soviele Moeglichkeiten, das Ganze gerechter zu gestalten. Nutzungsbasierte Abrechnungen (diesbezuegliche Datenerfassung ist mittlerweile kein technisches Problem und auch kein Sicherheitsrisiko mehr), "Flatrates" oder sogar "PrePaid"-Modelle waeren durchaus auf die Fernsehnutzung uebertragbar.

Doch das wollen gewisse Leute natuerlich nicht und somit wird die GEZ wohl noch lange nicht von der Bildflaeche verschwinden. Sie wird etwas schrumpfen und soll sogar einen neuen Namen bekommen. Lediglich die ungeliebten "Tuerleute" werden auf Dauer arbeitslos. Obwohl das prinzipiell persoenlich keinem zu goennen ist, ist es in diesem Fall aber durchaus erfreulich, denn diese Leute haben oftmals leider voellig zurecht einen schlechten Ruf…

KategorienMedien