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Archiv für die Kategorie ‘Medien’

Wird wer Millionaer?

17. Februar 2010 Kommentare ausgeschaltet

"Warum knackt niemand mehr die Millionenfrage?" fragt die "Welt" in einem Artikel vom 17.02.2010. Tatsaechlich scheint es schon ziemlich lange her zu sein, dass der Konfettiregen im Studio der RTL-Ratesendung "Wer wird Millionaer" losgelassen wurde. Ausgenommen davon sind die "Prominentensendungen", die aber aufgrund verhaeltnismaessig leichterer Fragen nicht unbedingt mitzaehlen.

Wer nicht nach dem Motto "Ich bin mit nichts gekommen und kann zur Not auch ohne Verlust wieder gehen" auf dem Stuhl gegenueber von Guenther Jauch Platz nimmt, ist weniger risikofreudig und hat oftmals genau kalkuliert, was letztendlich dabei herausspringen muss. "Sie wollen ein neues Auto, die Wohnung renovieren oder eine Australienreise mit der Familie unternehmen. Sie rechnen sich vorher aus, wie viel das kostet und konzentrieren sich auf diesen Betrag."
Leidet die Risikofreudigkeit der Kandidaten unter der allgemeinen Wirtschaftslage oder druecken die Macher selbst auf die Spesenbremse? "Die Fragen sind nicht schwerer geworden“, sagt Moderator Jauch. „Aber es gibt immer seltener die spielfreudigen Draufgänger, die entweder etwas riskieren oder einfach ihrer ersten Intuition trauen und nicht jede kleine Unsicherheit mit einem oder gar mehreren Jokern zu eliminieren versuchen.“

Der geneigte Zuseher mag vielleicht denken, dass der Zufallskandidat nichts zu verlieren hat und mutig drauflos raten koennte. Wenn der aber selbst im Studioscheinwerferlicht einen kuehlen Kopf bewahrt und seine eigene Situation nicht aus den Augen verliert, geht das zu Lasten der Attraktivitaet der Sendung. Stellt sich die Frage, was besser ist…

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Ansichten eines Podcasters

7. Februar 2010 Kommentare ausgeschaltet

Seine humorigen Vorbilder liegen irgendwo zwischen "Stenkelfeld" und Loriot und (fast) alles begann mit einem 10-Euro-Mikrofon. Das erzaehlt Marcus Duebel jetzt in einem Interview bei Maclites.com

"Duebel’s Geistesblitz" betrat das Podcastdorf im Jahr 2006 und erfreute sich schnell grosser Beliebtheit. Die selten laenger als 15 Minuten langen Episoden zeugen ueberwiegend von grosser Beobachtungsgabe, denn oftmals werden ganz alltaegliche Situationen, die Marcus Duebel u.a. in seiner Heimatstadt Hamm widerfahren, in bester Tradition auf die Schippe genommen, wobei sein westfaelischer Einschlag meistens nicht zu kurz kommt. Seine ebenfalls stark ausgepraegte Vorliebe fuer Hoerspiele verarbeitet er mittlerweile ebenfalls in seinem Podcast, denn er verstellt seine Stimme, um mit verschiedenen, imaginaeren Charakteren zu interagieren, was natuerlich auch mit entprechenden Soundeffekten versehen wird.

Das Ergebnis ist ein hoerenswerter, im Normalfall woechentlich erscheinender Podcast, der auch in der hiesigen Hitliste weit oben steht. Natuerlich hat dieser sich ueber die Zeit gesehen auch etwas veraendert, aber sein letztendliches Konzept war schon frueh zu erahnen, denn aller Anfang ist schwer: "Klar mag es schwer sein, sein Thema zu finden. Die meisten Nischen sind schon besetzt, aber es kräuseln sich mir die Fußnägel, wenn ich in einem Forum den Aufruf eines Neupodcasters lese, der darum bittet, daß man in sein Werk doch mal reinlauscht, und dann hört man 10 Minuten lang, wie sich jemand mit gelangweilter Stimme tausendfach für die schlechte Audioqualität entschuldigt, vielleicht noch erzählt, daß er zu Mittag Fischstäbchen mit Kartoffelpüree hatte, dann seine Freunde grüßt und zum Schluß darum bittet, daß ihm die Zuhörer doch bitte Themenvorschläge schicken sollen." (Quelle: Maclites.com) Bingo! So sollte man es nicht machen. Hat er auch nicht. Gut so…

Querverweis: NormCast 109 mit "dem Duebel" ==> hier :-)

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CDs leben nicht ewig

1. Februar 2010 Kommentare ausgeschaltet

Etwa ab Mitte der Neunziger Jahre ging es los mit der privaten Musik- und Datenbrennerei im heimischen Buero, spaeter kamen dank geeigneter Kompressionsverfahren auch Videoinhalte hinzu. Die Leute digitalisierten ihre Bilder, Schallplatten und Videocassetten, waren die CD-Scheiben doch wesentlich flexibler, vor allen Dingen im mobilen Einsatz. Mit Beginn des neuen Jahrzehnts schicken sich Festplatte und statischer Speicher an, den rotierenden Silberscheiben in ihrer Funktion als Datentraeger den Rang abzulaufen.

Tonband-Cassetten haben schon laenger keine Relevanz mehr, die klobigen CD-Walkmaenner sind zugunsten schlanker MP3-Player nahezu ausgestorben und die Schallplatte erlebt zumindest auf den Heimanlagen eine Renaissance. Groessere Datenmengen landen immer haeufiger auf Speicherkarten oder Terabyte-Festplatten. Und warum? Weil es besser ist. Wer heutzutage seine Daten auf einer Festplatte ablegt und von dieser wiederum ein identisches Backup pflegt, duerfte bei sorgfaeltiger Handhabung weitaus laenger Freude an seinen Daten haben als diejenigen, die ihre Inhalte auf CD-Spindeln horten.

Im Jahr 1986 kaufte ich eine meiner ersten Original-CDs, "Kleine Helden" von Wolf Maahn. Eine Originalpressung aus dem Hause EMI. Diese CD wurde immer "artgerecht gehalten", bekam so gut wie nie Sonne ab und war auch nie groesseren Temperaturschwankungen ausgesetzt, natuerlich wurde sie immer in ihrer Huelle verwahrt. Sie spielt nach wie vor, hat aber im aeusseren Randbereich Ausfransungen und Verfaerbungen. Da das Album mit ungefaehr 45 Minuten Spielzeit nicht die ganze Scheibe ausfuellt, blieb die Musik bisher erhalten und diese wurde mittlerweile ohnehin in die MP3-Jukebox uebertragen.

Viel schlimmer sieht es aber mit selbstgebrannten CDs und DVDs aus. Deren Verfall macht vor ihren Inhalten auch nicht Halt. In vielen Faellen wurden und werden diese Scheiben bis zum Rand bespielt und genau diese "Randdaten" sind diejenigen, die am ehesten verloren gehen koennen. Die aelteste, hier auf einem Audio-CD-Recorder gebrannte CD, auf der eigene Vinyl-Singles verewigt wurden, ist mittlerweile 15 Jahre alt und laeuft noch einwandfrei. Andere Scheiben, die noch vor wenigen Jahren auf dem PC unter Umstaenden schneller gebrannt wurden, funktionieren mittlerweile nicht mehr. Das kleine Foto zeigt ein eigenes Beispiel, diese CD (Fabrikat "Lifetec" (Medion) / Aldi) wurde im Jahr 2002 getoastet und seit bestimmt mehr als sechs Jahren im trockenen, dunklen Keller gelagert. Sie hat sich sprichwoertlich selbst zersetzt und ist generell unbrauchbar geworden…

Eine hohe Ausfallquote haben gelabelte CDs, also diejenigen, die nachtraeglich mit einem Papier-Etikett beklebt wurden. Auch die Kombination Marken-Etiketten (z.B. Zweckform) und Marken-Rohling ist davon betroffen.

Fazit: Der Zerfall macht vor digital-optischen Datentraegern auf Dauer nicht Halt.
Beguenstigend auf deren Langlebigkeit wirken sich dennoch folgende Dinge aus:

– Dunkel und trocken lagern
– Langsam brennen (Audio nicht schneller als achtfach, Video bis zu vierfach, Daten bis zu 16-fach)
– Markenrohlinge verwenden (Verbatim, TDK, Sony, etc. Ganz schlecht: Octron, Intenso & Co.)
– Keine direkte Sonnenbestrahlung, grosse Temperaturschwankungen vermeiden
– Niemals nachtraeglich mit Etiketten versehen!

CDs werden bald verschwunden sein. Sehr innovativ und weiter gedacht ist diesbezueglich die Praxis, die manche Plattenfirmen und/oder Bands sich mittlerweile angeeignet haben: Beim Kauf einer Schallplatte wird ein entsprechender Download-Code gleich mitgeliefert, so dass das Album auch z.B. fuer mobile Zwecke zur Verfuegung steht, ohne dass der rechtmaessige Kaeufer der Musik erst irgendwelche (mittlerweile gluecklicherweise gescheiterten) Kopiersch(m)utzmechanismen umgehen muss. Gut so!

KategorienComputerkram, Medien, Musik

Des iPad’s Opa

28. Januar 2010 Kommentare ausgeschaltet

Apple hat das "iPad" vorgestellt. Es ist optisch ein "iPhone XXL", technisch gesehen eine Art Tablet-PC mit beruehrungsempfindlichen Bildschirm. Die Apple-Juenger haben also mal wieder nettes Technikfutter bekommen…
Das Video der Praesentation mit Steve Jobs liess hier sofort wieder Erinnerungen an "Star Trek" aufkommen, denn im Grunde genommen haben die Macher der verschiedenen Fernsehserien aus dem Hause Gene Roddenberry dieses "iPad" schon vor vielen Jahren prophezeit, man erinnere sich an die Pads, die die Captains oftmals entgegennahmen, um dann mit wichtiger Mine darauf herumzutippen (siehe hier!).


"Die kleinen, quadratischen Scheiben, die z.B. Dr. McCoy oftmals in den rasselnden Computer schob, koennten vom Format her einer MiniDisc gleichen", heisst es in einem aelteren Artikel dieser Webseite. Vielleicht waren diese bunten Quadratscheiben auch die Ur-Ahnen der Compact-Flash-Karten und somit der mobilen, statischen Speicher. Die "Kommunikatoren" gleichen heutigen Klapp-Handys und das "Beamen" ist auf Mikroebene auch schon Realitaet. Also dann: Weiter geht’s…

KategorienComputerkram, Medien

Spielfeld-Spam

22. Januar 2010 Kommentare ausgeschaltet

Vor Jahren sah man die ersten Boxer im Fernsehen mit aufgemalten Webadressen auf dem Ruecken. Mit zunehmender Dauer des Boxkampfs verschmierten diese immer mehr. Ein unaesthetischer Anblick, der irgendwie auch was "Prolliges" an sich hatte…

Im Zeitalter, wo traditionelle Namen von Fussballstadien auf der Suche nach neuen Werbe-Einnahmequellen zu oftmals gekuenstelt-schlecht klingende "Arenen" mutieren und normale Bandenwerbung oftmals schon durch staendig wechselnde Inhalte auf als Banden fungierende Flachbildschirmreihen verdraengt wurde, ist es daher leider (!) nicht so abwegig, ein Spielfeld selbst zur Werbeflaeche umzufunktionieren. Auch bei der derzeitigen Handball-Europameisterschaft ist dieses Phaenomen zu beobachten:

Es ist stoerend und irgendwie unangebracht. Ebenso das lautstarke Abspielen von irgendwelchen Mitgröhl-Sequenzen aus einschlaegigen Ballermann- und Partysongs selbst in den kuerzesten Spielpausen. Da geht das Urtuemliche doch irgendwie verloren, "Stadionhits" werden programmiert. Frueher haben Leute wie "Manolo" noch ohne ausgefeilte Technik Stimmung in die Bude gebracht. Werbung-Werbung ueber alles…

KategorienMedien