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Archiv für die Kategorie ‘Medien’

Farewell, Mal!

10. Juni 2009 Kommentare ausgeschaltet

Nach kurzer, schwerer Krankheit verstarb am Dienstag, den 9.6.2009 der legendaere Radio-"Jockdiskey"
Mal Sondock.
Noch fehlen mir die Worte, sie werden aber bald an dieser Stelle folgen!
(Update: Der NormCast 140 erinnert noch einmal an Mal)

MAL SONDOCK
1934 – 2009

Mach’s gut, wo immer Du jetzt bist…

KategorienMedien

Deplatzierte FSK-Logos

30. Mai 2009 Kommentare ausgeschaltet

Dieser Beitrag bringt den Schreiber ins Gruebeln. Ist man eher motiviert, etwas zu "bloggen", was einem missfaellt? Oder reisst einen die (positive) Euphorie eines schoenen Erlebnisses ebenfalls dermassen mit, dass man vorzugsweise darueber schreibt? Hmmmm… Wahrscheinlich trifft irgendwie beides zu.

In diesem Fall ist der Anlass fuer diese Zeilen wieder einmal etwas, das missfaellt. Welcher eventuell gelangweilte Buerokrat in irgendeinem Hinterhofbuero hat das wieder fabriziert? Gemeint sind die uebergrossen FSK-Kennzeichnungen auf Frontcovern von CDs und DVDs, wie sie in letzter Zeit erschreckend-haeufig auftauchen… Ueber Jahre -um nicht zu sagen: "Jahrzehnte"- hat eine Kennzeichnung auf der Rueckseite einer Videocassette oder auf den Seitenlaschen absolut ausgereicht.

Und jetzt werden (Hallo… hier schreibt ein Sammler…) diese Frontansichten schlicht und ergreifend VERSAUT!

Mir als muendigen Erwachsenen braucht keiner zu sagen, dass "Der Doktor und das liebe Vieh" auch fuer Kleinkinder geeignet ist…

Wenn dieses Logo z.B. in diesem auf dem Bild zu sehenden Fall auf der noch vorhandenen Schutzfolie in dieser Groesse vorhanden gewesen waere, okay! Aber leider ist es im Gegensatz zum Preisetikett direkt auf dem eigentlichen Motiv aufgedruckt und bleibt somit auch nach Entfernung der Umverpackung erhalten. Und das hier ist noch ein relativ (!!) dezentes Beispiel…

Eine FSK-18-Kennzeichung in etwas groesserer Form mag ja bei entsprechendem Ausgansmaterial noch tolerabel sein, aber das auf dem Bild zu sehende ist doch auch mal wieder uebertriebener Aktionismus, der im Extremfall ein Cover entstellt.

Ebenfalls unakzeptabel ist es, wenn auf Kauf-(!!!) DVDs der "DuGehstInDenKnastWennDuKopierst-Trailer" vorhanden ist und wenn es aufgrund anderer, nicht ueberspringbarer Werbetrailer ewig dauert, bis dass das DVD-Hauptmenue erscheint. Aber das ist eine andere Baustelle…

KategorienMedien

Wegelagerei 2.0

28. Mai 2009 Kommentare ausgeschaltet

Es gibt Tage, an denen man am besten erst gar nicht die Morgenzeitung aufschlaegt, weil einem sonst wieder die imaginaere Hutschnur hochgehen koennte. In diesem Fall war das gar nicht noetig, denn diese Meldung stand sogar auf der Titelseite der gestrigen Ausgabe der Lokalzeitung "Neue Westfaelische".
Das Thema "GEZ" ist natuerlich schon oft auch auf dieser Seite erwaehnt und diskutiert worden, aber anlaesslich einer solchen, knappen Meldung stellen sie sich einmal mehr, diese Fragen…
Nichts gegen die Programme an sich, aber es geht um’s Prinzip:
Woher nehmen sich der WDR & Co. via GEZ das "Recht", Wegezoll auf der Datenbahn zu erheben, auch wenn das Angebot nicht genutzt wird? Muessten wir denn dann nicht auch Gebuehren z.B. fuer die Fehmarnsundbruecke bezahlen, "nur weil sie da ist" und wir rein theoretisch jederzeit drueberfahren koennten?

Die Aufgaben der GEZ gehoeren neu definiert. Einen Computer als "neuartiges Rundfunksempfangsgeraet" zu bezeichnen, ist von der Sache her zwar nachvollziehbar, trifft aber nicht das reale Nutzungsverhalten. Zumindest nicht immer. Im Zeitalter der digitalen Verbreitung multimedialer Inhalte ist es auch einfach, den Konsum dieser zu erfassen, zu zaehlen und zu berechnen. Datenschutz hin oder her…

Verschluesselt einfach alles (!) und gebt den Leuten eine "Speisekarte", aus der sie sich ihre Wunschprogramme zusammensuchen koennen. Daraus wird dann eine jeweilige Nutzungs(!)gebuehr berechnet, die dann am Ende des Monats zu entrichten ist.
Wer eine Fernsehflatrate haben und sich die Augen wundgucken moechte… bitteschoen!

Viele werden jetzt argumentieren, dass Minderheitenprogramme dann nicht mehr realisiert werden koennten, weil keine relevante Zielgruppe bzw. Mehrheit sie bestellt bzw. sehen moechte. Okay, das mag sein. An dieser Stelle koennten die Verantwortlichen aus Politik und Medien z.B. eine Art "Fortbestandspflicht" eines (!) landesweiten, ueberall empfangbaren TV-Programms beschliessen, welches die besagten Inhalte 24/7 bietet und welches dafuer voellig ausreichen wuerde. Das wuerde dem Individuum aber keinen monatlichen, zweistelligen Eurobetrag abverlangen. Ca. 4 Radiosender und 3+x Fernsehsender pro ARD-Sendeanstalt waeren dafuer naemlich kaum noetig…

Der Begriff der "Grundversorgung" ist schon lange ad absurdum gefuehrt. Die Leute suchen sich ihre Inhalte mittlerweile selbst heraus und sie fahren dabei auf der Datenautobahn sehr haeufig an den oeffentlich-rechtlichen Ausfahrten vorbei. Diese Pauschalisierung à la "man koennte ja jederzeit…" ist tiefstes Steinzeitdenken und wird der Gegenwart nicht gerecht.

Warum hatte das PayTV in diesem Land bisher kaum eine Chance? Ganz klar: Weil die Leute immer die GEZ-Gebuehren im Hinterkopf hatten und haben, die monatlich zu den etwaigen (Premiere?-)Gebuehren hinzu kaemen. Somit landet man rein rechnerisch ganz schnell bei ca. 50 Euro im Monat und das ist fuer die allermeisten Haushalte zuviel fuer’s Fernsehen…

Die Zukunft liegt auch nicht mehr in der Verbreitung von Vollprogrammen, sondern von in jeder Hinsicht gezielten Einzelproduktionen, die zeitlich- und formatunabhaengig abrufbar sind. Pro7 und andere Sender machen es auf ihren internetten Videoportalen doch jetzt schon eindrucksvoll vor. Daher ist es in Bezug auf die oeffentlich-rechtlichen Anstalten auch nicht gerecht, wenn diese in ihren Onlineaktivitaeten beschnitten werden. Sollen sie im Internet doch machen, was sie wollen, solange dies nicht mit Zwangsgebuehren finanziert werden muss.

Wenn oeffentlich-rechtliche Extra-Online-Angebote dennoch geschaltet werden sollen, dann aber bitte mit (ggf. kostenpflichtiger) Registrierung und Login-Seite, damit der "normale" Internetnutzer, der das nicht bestellt hat, auch nicht dafuer bezahlen muss…

Wie gesagt, nichts gegen den WDR & Co., sie produzieren wirklich gute, sehens- und hoerenswerte Inhalte und sollen dafuer auch entlohnt werden. An dieser Stelle waere ein "Pay Per View"-Verfahren ein guter, weil nachvollziehbarer und gerechter Ansatz…

KategorienComputerkram, Medien

Star Trek XI

14. Mai 2009 Kommentare ausgeschaltet

Achtung: Der folgende Beitrag enthaelt "Spoiler". Wer den Film bisher noch nicht gesehen hat, dieses aber noch nachzuholen gedenkt, moege die Lektuere der folgenden Worte bitte verschieben :-)

Zunaechst sollte dieser Beitrag den Titel "Ein grosses Geschenk" tragen, denn das ist dieser Film: Ein grosses Geschenk an diejenigen, die Star Trek lieben, an diejenigen, die es erschaffen und bisher geformt haben und an diejenigen, die schon seit unzaehligen Fernsehfolgen der verschiedenen Serienableger einen Einstieg in das sogenannte Star-Trek-Universum suchen.

Es ist schlichtweg atemberaubend und unglaublich, wie dieser Film diese Gratwanderung hinbekommt, fuer Neuankoemmlinge und fuer "alte Hasen" gleichermassen interessant zu sein, daher ein grosses Lob an J.J. Abrams, den Regisseur des Films. Hier wurde sich die Freiheit genommen, bekannte und sogar legendaere Dinge aus der Star Trek-Saga abzuaendern (die Geschichte sozusagen neu zu schreiben) und es wurde gleichzeitig dem Bisherigen gehoerigen Respekt gezollt, was sich vor allem in der sorgfaeltigen Nuancierung der Hauptcharaktere wiederspiegelt.

Der erste Fernsehkuss zwischen einer Schwarzen und einem Weissen fand demnach nach wie vor zwischen Kirk und Uhura in der Ur-Folge "Platon’s Stiefkinder" aus dem Jahr 1968 statt, innerhalb der hier nun gezeigten Zeitlinie kuessten sich Spock und Uhura – diesmal aber in 16:9 :)

Jetzt wissen wir auch, was aus Admiral (!) Archer’s Beagle wurde, denn er wurde bei einem von Scotty’s fruehen Beam-Experimenten -vorsichtig ausgedrueckt- veraendert. Wir erfahren, wie Captain Christopher Pike (aus dem Ur-Pilotfilm "Der Kaefig" und der daraus resultierenden, spaeteren Doppelfolge "Talos IV-Tabu") in den Rollstuhl kam und sehen Sulu’s ersten, klaeglichen Startversuch.

Chekov ist ein siebzehnjaehriger Jungspund, den der Bordcomputer aufgrund seines speziellen Akzents zunaechst nicht versteht. Und dann ist da noch – Uhura, gespielt von Zoe Saldana. Gerade in den Nahaufnahmen ihres Gesichts sieht der geneigte Kinobesucher, mit welcher Sorgfalt die Schauspieler ausgesucht worden sind, denn die Aehnlichkeit zum juengeren Original ist absolut gegeben. Ihre weiteren, auch koerperlichen Attribute sprechen natuerlich ebenfalls fuer sich…

Der spaetere Captain Kirk wurde also nicht (wie z.B. in "Star Trek IV – Zurueck in die Gegenwart" erwaehnt) in Iowa geboren, sondern auf einem Raumschiff, waehrend sein Vater sich mutig dem Feind entgegen stellt und letztendlich mit dem Leben dafuer bezahlt. Der Film zeigt den jungen Kirk zunaechst als Sauf- und Raufbold, doch ziemlich schnell schimmert das, was ihn spaeter ausmachen sollte, schon durch. Hier ist allerdings ein Schwachpunkt des Films zu vermerken: Die "Karriere" des Kadetts Kirk, der binnen einer einzigen Mission zum ersten Offizier und letztendlich zum Captain aufsteigt, ist ziemlich unglaubwuerdig, auch wenn sie einer situationsgebundenen Logik nicht entbehrt.

Der junge Spock wirkt sehr authentisch, wenn er auch manchmal zu schielen scheint. Im Film trifft er in einer Szene auf sein aelteres Ich (gespielt vom "Original" Leonard Nimoy). Diese Szene war okay, haette aber durchaus noch etwas tiefer gehen koennen. Zuvor rettet Spock mit einem ziemlich zappeligen Raumvehikel die Enterprise.

Die wiederum rettet die Welt. Mal wieder. Oder erstmalig? Wie auch immer. Zugegeben, die Story ist nicht die ausgefeilteste schlechthin, eigentlich ist sie sogar ziemlich simpel, aber die Umsetzung bestimmt hier den Spass- und Spannungsfaktor. Es knallt und blitzt und generell rappelt es gehoerig im Karton – natuerlich in Dolby Surround…

Ein weiterer, kleiner Schwachpunkt ist (und das ist wohlmoeglich der deutschen Synchronisation anzulasten) Montgomery Scott alias "Scotty". Die Gesichtszuege der jungen Vorlage sind sehr gut getroffen, hier wirkten seine Dialoge meistenteils aber doch eher aufgesetzt und manchmal sogar richtig "platt". Zudem ist der "Maschinenraum" (eher eine Maschinenhalle) viel zu gross, als dass man ihn wie in der Urserie als Scotty’s Reich bezeichnen koennte. James Doohan, der originale Mr. Scott, hatte einen schottischen Akzenteinschlag, mit dem im Original immer wieder kokettiert wurde. Dieses Element fehlt zumindest hier in der deutschen Fassung gaenzlich und laesst Scotty etwas farblos erscheinen.

A-pro-pos "farblos": Wer kommt waehrend einer der ersten, gezeigten Aussenmissionen gleich ums Leben? Natuerlich, der Typ im roten Anzug :) Wie fast immer. Damals….

Es gibt sogar Sequenzen in diesem Film (vornehmlich im ersten Drittel), in denen komplette Dialogsequenzen aus der Ur-Serie so woertlich und passend in den Gesamtkontext eingebaut wurden, dass es den "Wissenden" maechtig amuesiert und den "Unwissenden" zumindest schmunzeln laesst.

Ich koennte jetzt noch stundenlang ueber diesen Film schreiben, moechte aber natuerlich nicht alles kommentieren und somit verraten. Nur soviel noch:

Das Raumschiff Enterprise selbst ist das Symbol fuer die Gratwanderung, die dieser Film bravoroes meistert: Man erkennt sie trotz ihres zeitgemaessen, aeusseren Feinschliffs sofort wieder und freundet sich mit ihr an, wenn auch die Bruecke selbst ein wenig zu hell und unbunt (was nicht "farblos" heissen soll) geraten ist.

Waehrend des ersten Teils des Abspanns blieben alle (!) Kinobesucher sitzen. Eine schoene, flotte, orchestrale Version des Original-Fernsehthemas von Alexander Courage schlug zum einen die Bruecke zur "Zukunft" (bzw. zur nostalgischen Fernsehvergangenheit), die hier im Kontext die alte Ur-Fernsehserie ist und zum anderen liess die Musik und ihre visuelle Umsetzung die Leute nicht los.

Den Schreiber dieser Zeilen eingeschlossen.


Alles in allem: Ein Meisterwerk mit minimalen Schwaechen, dem man jeden Dollar des hohen Budgets anmerkt und welches ein grosses Fortsetzungspotential in sich birgt.

KategorienMedien

Die Bayern und das Pay-TV

17. April 2009 Kommentare ausgeschaltet

Man stelle sich das mal vor: Ein Fernsehsender kuendigt einen aufwendigen, zweiteiligen Spielfilm an und zeigt den ersten Teil im Hauptabendprogramm. Den zweiten Teil ueberlaesst er aber einem Pay-TV-Sender, den nur verhaeltnismaessig wenige Zuschauer empfangen koennen bzw. abonniert haben (…oder er muss ihn dem Bezahlfernsehsender ueberlassen…). Wuerde man sich da nicht zurecht schlicht und ergreifend aergern?

Egal, ob man Fussball nun mag oder nicht: Nur das Hinspiel der Champions League "richtig" zu zeigen (SAT1) und das Rueckspiel der Bayern gegen Barcelona dann nur einem weitaus kleineren Konsumentenkreis zugaenglich zu machen (Premiere), ist das, was der Volksmund schlicht und ergreifend gerne als "Verarsche" bezeichnet…

Auch wenn der FC Bayern das Hinspiel mit 0:4 verloren hatte und nicht unbedingt damit zu rechnen war, dass das Rueckspiel (Endstand 1:1) in der Allianz-Arena das Blatt noch haette wenden koennen, ist so etwas nicht zwangsweise hinzunehmen. Ein Spielfilm-Zweiteiler muss ja schliesslich auch nicht aus zwei gleich guten Teilen bestehen.

Trotzdem, Herr Hoeness, Wasser auf ihre "2-Euro-pro-Haushalt-fuer-den-Fussball-Muehle" sollte das aber dennoch nicht sein :-)

KategorienMedien