Heute gab es bei einem Kumpel einen Kellerfund zu entdecken. Einen 36er "Orion"-Farbfernseher mit sage und schreibe acht Programmspeicherplaetzen, ohne Fernbedienung, aber noch mit Ton-Konverter fuer den Soldaten-TV-Sender "BFBS-Television" (spaeter "SSVC" – Services Sound and Vision Corporation). Letzterer wird aber seit kurzem nicht mehr analog-terrestrisch ausgestrahlt.
Das Geraet hat seit den spaeten 80ern in dem recht feuchten und kalten Keller gestanden. Trotzdem gaben wir ihm eine Chance. Erstaunlicherweise macht das alte Schaetzchen tatsaechlich noch ein "Bombenbild". Natuerlich muesste es jetzt erstmal geoeffnet, grundgereinigt und gewartet werden, was sich eigentlich und trotz der guten Funktion nicht mehr lohnt, denn die Zeit ist natuerlich weitergegangen… Das Teil ist aber trotzdem ein bemerkenswertes Relikt aus einer anderen Zeit. Der abgebildete "Secam (Ost)-Umschalter" liess alte Erinnerungen hochkommen, an "Ein Kessel Buntes", die "Aktuelle Kamera" und Schnitzler`s "Schwarzen Kanal" im DDR-Fernsehen beispielsweise. Denn dafuer war der Schalter da, damit das DDR-Fernsehen in Farbe gesehen werden konnte (in Westdeutschland gab es ja damals schon -und gibt es noch- das PAL-System mit 25 Bildern pro Sekunde).
Legendaer waren damals auch die geschnittenen Bud Spencer und Terence-Hill-Filme, die fuer das DDR-Fernsehen "entschaerft" (soll heissen: "um die Kloppereiszenen gekuerzt") wurden und die es danach nur noch auf ungefaehr die Haelfte der Spielzeit brachten :) Aus hiesiger, westlicher Sicht war das DDR-Fernsehen oftmals eine richtige Lachnummer, aber nicht uninteressant…
Der digitale Kopierschutz ist nur noch selten bis gar nicht mehr vorzufinden, auch bei Audio-CDs nicht mehr. Mit Grausen kommen die Erinnerungen an nicht nach dem sogenannten "Red Book Standard" produzierte, extra mit Fehlern ausgestattette "UN-"CDs zurueck. Jene Scheiben, die das Computersystem zum Haengen brachten, es teilweise sogar infiltrierten und die im CD-Player oder dem Autoradio mit einer "Disc Error"-Meldung den Dienst verweigerten. Da stellt sich echt die Frage, ob diese mutwillig-fehlerhaften CDs im Nachhinein gegen korrekte Pressungen umgetauscht werden koennen, vor allen Dingen diverse Alben aus dem Hause "SonyBMG"…
Die Industrie ist gluecklicherweise zurueckgerudert und bietet wieder "echte" CDs an, auch Online-Downloads kommen nicht mehr so beschraenkt und proprietaer daher wie vor ein paar Monaten noch. Betrachtet man die nett-aufgemachte Pizzakartonhuelle der aktuellen "Aerzte"-CD, dann finden sich auch darauf eindeutige Hervorhebungen der Tatsache, dass die CD nicht kopiergeschuetzt ist. Anscheinend ist das ein echtes Kaufkriterium geworden. Auf der Maxi-CD von Wally Warning, der mit "No Monkey" im letzten Jahr 2007 einen Riesenhit gehabt hat, steht sogar folgendes zu lesen:
"CD NOT COPY PROTECTED. This is an independent release. Please keep in mind that the artist, producer and label try to make a living by recording and selling music. If you copy this CD, please do so just for your personal use. Thank you."
Na bitte. So geht`s doch auch. Die rein-private Verwertung ist also wieder nahezu uneingeschraenkt moeglich. Und das MUSS auch so sein. Nach wie vor gilt allerdings auch: Diejenigen, die mutwillig und im grossen Stil die geschuetzten Werke anderer zu ihren finanziellen Gunsten nutzen und vervielfaeltigen, ohne dass die Urheber etwas davon haben, gelten zurecht weiterhin als "schwarze Schafe"…
Weiterlesen: Artikel bei Welt.de
Achtung, Spoiler!
Es muss nicht immer Hollywood sein. Und Bollywood schon gar nicht :) Es gibt sie noch, die wahrlich gut gemachten und detailfreudigen Filme aus hiesigen Gefilden. Der Klassiker "Das Boot" hat es vorgemacht und einige Produktionen, die danach folgten, ueberzeugten ebenfalls durch eine bemueht-detailgerechte und gelungene Inszenierung von Vorgaengen und Geschichten aus laengst vergangenen Zeiten, wie z.B. "Comedian Harmonists" oder "Das Wunder von Bern".
"Schwere Jungs" ist ein deutscher Film (Kinostart war im Januar 2007) nach einer wahren Begebenheit. Im Jahr 1936, zur Zeit der olympischen Spiele, veranstalten ein paar Kinder in Bayern eine eigene, kleine Bob-Olympiade mit selbstgemachten Holzschlitten. Diese charmante Auftaktszene definiert schon die Charaktere, die sechzehn Jahre spaeter zur Winterolympiade nach Oslo fahren sollten, um letztendlich eine Goldmedaille fuer Deutschland einzufahren. Ein Bierbrauer, der schnell erfolgreich wird, bei vielen Dorfbewohnern aber unbeliebt ist, nicht zuletzt deswegen, weil er in "bester", kapitalistischer Manier dieses doch tendenziell ausbeutet. Darunter leidet vor allem sein groesster Wiedersacher, ein Tischler, der in finanziellen Schwierigkeiten steckt und dessen Frau schwanger ist. Um diese beiden herum reihen sich viele andere, irgendwie typische Menschen, denen von seiten der Filmemacher gehoerig auf die Finger geschaut wurde. Nachvollziehbare, authentische "Charakterkoeppe", wie wir hier sagen. Letztendlich machen sich zwei zunaechst konkurrierende Bobmannschaften auf den Weg in den hohen Norden. Dort angekommen, wachsen sie aufgrund der Umstaende zusammen und tragen letztendlich beide ihr Scherflein zur Medaille bei.
"Cool Runnings" auf deutsch? Bedingt ja. Beide Filme beruhen auf wahren Begebenheiten, beide Filme zeigen einen vermeindlich-ungehbaren Weg und beide Filme bieten eine nette Portion Situationskomik (exzellent: Bastian Pastewka in einer Nebenrolle). Trotzdem sind die beiden Filme doch recht unterschiedlich, denn "Schwere Jungs" zeichnet und liebaeugelt doch sehr mit einem speziellen, aus heutiger Sicht eher volkstuemlichen Menschenschlag. Das wird aber gluecklicherweise niemals richtig kitschig. Die authentische Kulisse und das sich vom Klamauk der deutschen 70er und 80er-Jahre-Kinofilme wohltuend-abhebende Niveau der (Situations-) Komik lassen die gerade mal 90 Minuten Spielzeit des Films im Nu vergehen. Doch… das hat Spass gemacht!
Links:
Schwere Jungs – Der Film bei amazon.de / Kritik bei Filmhai.de / Cool Runnings
Nein, wir befinden uns nicht im OP :) Die Firma "ELP" hat -neben weiteren Firmen- eine alte Idee wieder aufleben lassen: Das Abtasten von analogen Vinylschallplatten mit einem Laserstrahl. Ich meine mich dunkel daran erinnern zu koennen, dass es schonmal ein kombiniertes Laserdisc/CD/Schallplattengeraet in den fruehen 90ern gegeben hat, bin mir aber nicht sicher, ob die Vinylplatte damals auch schon per Laser abgetastet wurde oder ob zusaetzlich ein Tonarm eingebaut war. Egal, denn die Grundidee ist eine feine Sache. Die Schallplatten erleiden keinen Verschleiss durch eine durch ihre Rillen schabende Nadel und als netten Nebenbei-Effekt lernt die LP sogar einige CD-Eigenschaften, zum Beispiel die "Skip-Funktion" (Titelsprung). Kratzer bringen die Laservorrichtung nicht unbedingt aus dem Takt, lediglich Staub soll sich ab und zu bemerkbar machen. Mehrere Laser tasten die Platte ab, denn zunaechst muss die Richtung der Rille bestimmt und die nachfolgende Einheit darauf eingestellt werden, der Ton muss abgetastet werden und ein weiterer Laser sorgt fuer den Ausgleich von Unebenheiten. Ein einfaches, logisches Prinzip. Ohrenzeugenberichten zufolge soll das Ganze sehr gut und rein, wenn auch etwas steril klingen. Logisch, denn die "Rumpelfrequenzen" und andere Nebenerscheinungen analoger Nadelabtastung entfallen. Sie bilden -ob gewollt oder nicht- eine gewisse Grundlage fuer das Klangbild einer Vinylplatte… Ob dieser Spass dem Vinylenthusiasten allerdings 15.000 Dollar und mehr wert ist, bleibt abzuwarten. Trotzdem, ein nettes Teil, nicht schoen, aber interessant…
Links: Artikel bei Intro.de / ELP – Home of the whopper laser turntable :)
Hurra! Eventuell wird sich die Geschichte nicht wiederholen. Der Formatkrieg zwischen der "HD-DVD"- und der "BluRay"-Fraktion scheint beendet. Warner Brothers haben sich fuer das blaue Laserformat entschieden und Branchenkennern zufolge damit der High-Definition-DVD den Todesstoss versetzt.
Zumindest kommt diese Entscheidung zu einem Zeitpunkt, wo sich die Kunden noch nicht unbedingt zwingend fuer ein neues Format entscheiden muessen, denn die herkoemmlichen DVD-Spieler sind weit verbreitet und haben gerade mal die Videocassette abgeloest. Nun kann der Einzelanwender sich ganz in Ruhe ueberlegen, was das neue System fuer ihn fuer Vorteile bringen wuerde und dann entscheiden, ob zugeschlagen wird oder nicht. Ein Luxus, der z.B. bei der Einfuehrung der Videorecorder nicht gegeben war.
Die Fixierung auf eine Modellform wird die Industrie befluegeln, da sie jetzt genau weiss, welches Lizenzmodell in Einzelfaellen erworben werden muss und welche Distributionswege eingeschlagen werden koennen. Die beruehmten "Allesfresser" werden sicherlich nicht mehr soooo lange auf sich warten lassen.
Wenn da nicht das Internet waere. IPTV ist beispielsweise massiv auf dem Vormarsch und zwingt die Scheibendreher zu einem Wettlauf um die Zeit. An dieser Stelle wiederholt sich die Geschichte also doch mal wieder…
Dennoch wird die BluRay-Scheibe fuer wahre Perfektionisten mit Heimkino und Sammlergen interessant werden, eventuell auch noch fuer kurze Zeit als Traeger fuer allgemeine Daten. Der Normaldenker wird sich weiterhin mit der herkoemmlichen DVD begnuegen, solange es sie gibt. Die Zukunft ist mittelfristig wohl teilweise blau-rotierend, langfristig aber inter-nett und zusaetzlich duerften sich die statischen bzw. Flash-Speicherloesungen, die voellig ohne anfaellige Mechanik auskommen, durchsetzen.
Weiterlesen: Aelterer Beitrag "DVD XXL" / Artikel bei Sueddeutsche.de