Archiv

Archiv für die Kategorie ‘Medien’

Alle gegen meine Entchen

21. November 2006 Kommentare ausgeschaltet

Das Recht auf eine Privatkopie (z.B. von Musik-CDs) ist weiterhin umstritten und wird laut Heise nach wie vor heftig diskutiert. Im zugehoerigen Forum gab es dazu einen netten Beitrag zu lesen :)

Zitat:

München (xyz): Am späten Montag abend wurde in München ein Mann auf offener Straße von einem Verhaftungskommando, das vorgibt, von GEMA, IFPI und ZPÜ beauftragt zu sein, aufgegriffen. Ihm wird vorgeworfen, durch das öffentliche Pfeifen von "Alle meine Entchen" auf dem Münchner Marienplatz gegen etliche Gesetze und Regeln verstoßen zu haben. Die GEMA wirft dem Mann vor, keine Urheberrechtsabgabe gezahlt zu haben. Die IFPI wirft ihm vor, eine unrechtmäßige Kopie der Alle-meine-Entchen-Melodie in seinem Gehirn aufzubewahren. Die ZPÜ bezichtigt den Mann des Kopierens der Melodie in sein Gehirn, ohne dass er für sein Gehirn eine ausreichenden Vergütungssatz bezahlt hätte.

Nach seiner Verhaftung sagte der Mann, er sei sich keiner Schuld bewusst, außerdem habe er beim Kopieren der Melodie in sein Gehirn keinerlei Kopierschutz umgangen. Vielmehr sei er sich des Vorgangs des Kopierens nicht einmal bewusst gewesen. Sollte es zu einer Verhandlung kommen, wird sich die GEMA wohl vorwerfen lassen müssen, nicht einwandfrei nachweisen zu können, wer denn der wahre Urheber von "Alle meine Entchen" ist. Seit der Inhaftierung des Mannes sitzt dieser in seiner Zelle und singt einen Hit der Charts nach dem anderen.

Nach Auffassung der drei klagenden Parteien müssten nun die Haftstrafen der Mitinhaftierten angehoben werden, weil auch diese sich nun des Kopierens schuldig machten.

Wer Satire findet, darf sich Gedanken darüber machen.

KategorienMedien

Bemerkenswertes Interview

17. November 2006 Kommentare ausgeschaltet

Ein wirklich interessantes Interview wurde jetzt mit Juergen Schlund vom "Podcastcafe" gefuehrt und veroeffentlicht. Schon die Einleitung ist absolut gelungen:

Vor langer Zeit, da gab es Radiosendungen, in denen die Moderatoren die Musik noch selbst auswählten, ihre persönlichen „Lieblinge“ präsentierten und so ihrer Sendung eine ganz persönliche Handschrift verpassten. Inzwischen wird das Radioprogramm mehr und mehr durch Medienanalysen, Playlists, Rotation und die Jagd nach Quote geprägt, ein Kommerzdruck, der leider auch an den öffentlich-rechtlichen Stationen nicht vorübergegangen ist. Vielfalt und Persönlichkeit bleiben dabei weitestgehend auf der Strecke. Früher war eben alles besser. Wirklich? Wahr ist: Im Internetzeitalter ist das Musikangebot so groß wie nie zuvor. Vor allem Nachwuchskünstler nutzen Portale wie MySpace, Garageband oder das Podsafe Music Network, um ihre Musik einem weltweiten Publikum zugänglich zu machen. Die Qualität schwankt dabei zwischen hoffnungslosem Hobbygeschrammel und profossionell produzierter Qualitätsmusik. Ein paar Leckerbissen aus dem Meer der frei erhältlichen Musik präsentiert Jürgen Schlund wöchentlich in seinem Podcastcafe. Er spielt ausgewählte Musik aus diversen Portalen, porträtiert Musiker und führt Interviews durch. Dabei richtet er sich ganz nach seinen persönlichen Vorlieben. Ein Podcast mit persönlicher Note und ein gutes Beispiel dafür, wie Radio sein könnte, wenn es dürfte.

Juergen macht einen aeusserst hoerenswerten Musikpodcast, den ich zu meinen Favoriten zaehle…

KategorienMedien

Star Trek – Realitaet und Fiktion

15. November 2006 Kommentare ausgeschaltet

Lawrence Krauss ist Professor fuer Physik und Astronomie an einer Universitaet in Cleveland…. und Star Trek-Fan.

Er hat ein interessantes Buch mit dem Titel "Die Physik von Star Trek" geschrieben und damit bestaetigt, was viele schon wussten: "Star Trek" ist gar nicht mal so realitaetsfern, wie viele Spoetter meinen.

Fakt ist (und das wird in vielen Hintergrunddokumentationen zu den Serien verdeutlicht), dass sich die Macher in den allermeisten Faellen intensivst z.B. mit physikalischen Zusammenhaengen auseinandersetzen und diese Erkenntnisse dann fuer die Serien adaptieren, insbesondere seit "Star Trek – The Next Generation".

Sie gehen bei der NASA ein und aus und haben in der Vergangenheit auch schon viele Erfindungen vorhergesehen. Zum Beispiel aehneln die Kommunikatoren aus der Urserie in verblueffender Art und Weise den heutigen Klapphandys. Die kleinen, quadratischen Scheiben, die z.B. Dr. McCoy oftmals in den rasselnden Computer schob, koennten vom Format her einer MiniDisc gleichen. Undsoweiter… es gibt viele solcher Beispiele.

Am verblueffensten ist aber die Tatsache, dass das "Beamen" bereits Realitaet ist, wenn auch auf kleinster Ebene. Bei Telepolis steht:
Frage:
Beam me up Scotty – die Frage nach der Teleportation. Wissenschaftler sagen, dass wir niemals Menschen "beamen" werden, aber die Teleportation ist in der Quantenphysik bereits eine Realität (vgl. Quantenfluss unter der Donau 18150).Ist das Hauptproblem der Heisenberg-Kompensator ?
(Anmerkung: Letzterer ist natuerlich eine Fiktion!)

Lawrence Krauss: Ja, genau so ist es. Teleportation ist eine Realität in der Quantenphysik, sie ist möglich mit den kleinen Einheiten der Quantenmechanik wie den Photonen, Elektronen oder Atomen. Auf der kleinsten Skala der subatomaren Welt funktioniert das. Aber menschliche Wesen sind klassische und keine Quantenobjekte. Wie bräuchten also wirklich einen Heisenberg-Kompensator, um einen Menschen zu beamen .

Na denn: Energize, Mr. Scott! :)

KategorienMedien

Pogo 1104

7. November 2006 Kommentare ausgeschaltet

Vier junge Leute gruenden einen Radio-Piratensender, schippern damit auf einem eigens dafuer umgebauten Kutter (der "Pogo") ausserhalb der Drei-Meilen-Zone in der Nordsee umher, waehrend sie ueber Mittelwelle 1104 khz den ganzen norddeutschen Raum mit ihrem Programm versorgen.

Eine Mini-Fernsehserie aus den fruehen 80er-Jahren, die bei ihrer Erstausstrahlung in 4*45-Minuten-Teilen gesendet wurde, spaeter dann noch einmal in zwei Teilen à 90 Minuten. Seit 1998 allerdings nie mehr wieder. Schade eigentlich.

Die Serie stammt aus einer Zeit, als es die heutige Radiolandschaft noch nicht einmal ansatzweise gab und die grossen (oeffentlich-rechtlichen) Rundfunkanstalten die Radioskala dominierten.

Anja Schuete, Richy Mueller, Ralf Richter und Erich Bar verliehen diesem "Doppelspielfilm" durch ihr aeusserst gelungenes Zusammenspiel einen besonderen Charme. Allerbeste Unterhaltung, selbst heute noch.

Im Internet gibt es eine nette Fanseite zu dieser Sendung, die hoffentlich irgendwann doch mal als DVD erscheinen wird…

KategorienMedien

DAB ohne Zukunft?

3. November 2006 Kommentare ausgeschaltet

Das "Digital Audio Broadcasting" (kurz "DAB") hat anscheinend keine grosse Zukunft, meint der Intendant vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) in der Netzeitung.

Die Technologie an sich sei zwar ausgereift, aber die mangelnde Kenntnis der Radiohoerer ueber diese Alternative und die auch daraus resultierende Nicht-Akzeptanz derselben fuehre dazu, dass sie verschmaeht wuerde. Die Leute sind mit UKW schlicht und ergreifend zufrieden und zwar so, wie es ist.

Im Auto wuerde die "neue" Technologie ja durchaus Sinn machen, denn jeder, der z.B. mal durch die Alpengebiete gefahren ist, weiss, wie schwer oftmals ein ordentlicher Radioempfang im fahrenden Wagen zu realisieren ist. In fast jedem Tal gibt es einen neuen Sender und daraus resultierend eine neue Frequenz. Aber die heutigen RDS-Radiotuner wechseln automatisch und in den allermeisten Faellen funktioniert es auch gut, insbesondere dann, wenn das Radio ueber zwei Antennen und zwei Empfangsteile verfuegt.

Technisch gesehen verbraucht ein normales UKW-Stereosignal eine groessere Bandbreite als wie ein digitales. In dieser Hinsicht verhaelt sich das Radio im wahrsten Sinne des Wortes und in doppelter Hinsicht "analog" zum Fernsehen. Waehrend digitales Fernsehen schnell zu einer grossen Akzeptanz und der damit verbundenen Abloesung des analogen Verbreitungsweges gekommen ist, duerfte das Radio tatsaechlich wohl noch laenger der traditionellen UKW-Verbreitungsart treu bleiben. Eigentlich ist das auch gar nicht schlecht. Undenkbar, wenn die ganzen -zigmillionen Radios, Autoradios, Radiowecker, Dampfradios usw. von heute auf morgen nur noch nutzloser Schrott waeren.

Viel interessanter sind die digitalen Anwendungsformen z.B. auf der Kurzwelle. Dort ist es mittlerweile moeglich, mehrere Radiosender mit Bitraten, die einer ordentlichen MP3-Datei entsprechen, gebuendelt ueber eine einzige Frequenz zu schicken (Beispiel: 6085 khz). Sofern das Signal auf Empfaengerseite entsprechend ausgewertet werden kann, ist somit eine viel angenehmere Hoererfahrung moeglich, als wie man es durch das oftmals durch Ueberlagerungen, Fading und/oder Aufloesungserscheinungen gebeutelte, traditionell-amplitudenmodulierte Kurzwellen-Rundfunksignal gewohnt war oder ist…

KategorienMedien