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Archiv für die Kategorie ‘Musik’

"Soundcheck" mit Richie

6. Mai 2011 Kommentare ausgeschaltet

Der Bielefelder "Kanal 21" zeichnet in seinem Studio regelmaessig Live-Konzerte vor relativ kleinem Publikum (ca. 100 Leute +/-) auf. Viele (oftmals lokale) Bands und Interpreten haben dort schon aufgespielt…

Am 5.5.2011 traten zunaechst Dieter Kropp und Mickey Meinert mit treffsicheren Texten auf hohem, musikalischem Niveau auf. Sie interpretier(t)en den Blues groesstenteils in Deutsch und mit sehr viel Humor. Ueber die musikalischen Faehigkeiten des Herrn Meinert wurde auf dieser Seite schon oft (und zurecht positiv!) berichtet, doch auch Dieter Kropp ist definitiv ein Kandidat, der z.B. wunderbar in die Guetersloher "Woche der kleinen Kuenste" hineinpassen wuerde! Anschliessend folgten "Richie Arndt & The Bluenatics". Eigene Songs treffen in ihrem druckvollen Programm auf stimmige "Importware".

Immer vorne dabei: Richie Arndt, der fuer Qualitaet buergt, wenn er die Gitarre wuergt :)

Ich habe das Ganze spontan zum Anlass genommen, den "Olympus DM-550" Audiorecorder mal einem "Extrem-Test" zu unterziehen, indem ich einen (!) Song aus ca. 10m Entfernung zur Buehne mit den eingebauten Mikrophonen aufgenommen habe. Die Aufnahme entstand sozusagen "hinten links". In diesem Fall war (absichtlich!) die Aussteuerungsautomatik eingeschaltet. Man hoert, wie diese Regelautomatik immer wieder mal eingreift, aber trotzdem klingt es in Anbetracht der ziemlich hohen Studiolautstaerke recht brauchbar, auch wenn man natuerlich keine Wunder erwarten kann. Unter Verwendung von Festpegeln waere es sicherlich noch besser geworden. Die hier zu hoerende Aufnahme wurde absichtlich nicht nachbearbeitet, sondern nur ein- und ausgeblendet. Das eigentliche Konzert wird demnaechst im "Kanal 21" zu sehen sein, dann natuerlich in professioneller Audio- und Videoqualitaet.

Hier kommen also Richie Arndt & The Bluenatics mit "Drowning In My Soul". Etwas herunterkomprimiert und aus rechtlichen Gruenden "nur" als Stream. Viel Spass beim Hoeren!

KategorienLokales, Musik

In Flagranti

21. April 2011 Kommentare ausgeschaltet


"Wir sind reifer geworden" – Das ist ein Ausspruch, den junge Bands gerne zur Veroeffentlichung ihres zweiten oder dritten Albums anbringen. Nun ist das Duo "KonFerenz" allein schon rein altersmaessig der Tokio-Hotel-Epoche entronnen, doch befindet es sich nach dem Debut "KonTakt" und dem Nachfolger "InTakt" nun auch erst beim dritten Album und zeigt dabei schon im Begleittext des Promo-CD-Exemplars ein hohes Mass an Faehigkeit zur Selbstanalyse:

In zwölf Episoden durch die Nacht der Großstadt. Urbane Beats und weite Klangflächen, treibende Grooves und funkiges Gerät. Mit ihrem dritten Album markieren Joachim Krohn und Marc Bornée – aka KonFerenz – die nächste Etappe ihres künstlerischen Wegs. Nu Jazz und Electronica, zeitlos und international, kühl und leidenschaftlich zugleich. (…) Vielschichtige Harmonien über rhythmisch filigranen Gerüsten, schimmernde Sounds wie auf nassem Asphalt, auf dem sich die Nachtlichter der Metropole widerspiegeln. (…)

Besser haette man es kaum zusammenfassen koennen. "KonFerenz" schaffen es mit diesem neuen Album "In Flagranti" vortrefflich, den Lauschenden in ihren Bann zu ziehen. Unterstuetzt werden sie dabei wieder einmal durch die Saengerin Chinaza, die weitere Facetten ihrer Sangeskunst zeigt. Vom (nebenbei erwaehnt oftmals sehr erotisch klingenden) Sprechgesang ueber laessig, ja fast schon swingend daherkommenden Einlagen ("Con Leche") bis hin zu kraftvollen Passagen (wie z.B. im Titelsong "In Flagranti") erstreckt sich der Eindruck, dass ihr bei der Produktion mehr Entfaltungsmoeglichkeiten als zuvor gegeben wurden.

"Consideracao", der dritte Song des Albums, kommt stimmlich gekonnt jazzig-angehaucht daher, hierfuer zeichnet die Gastsaengerin Liza Da Costa verantwortlich.

Der Klangteppich im KonFerenzRaum ist breit und satt (um nicht zu sagen "fett") und dabei echt sauber. Das Album ist astrein abgemischt und selbst minimal ausgestattete Klangpassagen kommen packend daher. Beliebte Stilmittel sind das immer mal wieder dazwischenhaemmernde Piano, raffinierte Drum-Sequenzen und filigrane Basselemente, die auch ein Mark King sicherlich gerne hoeren wuerde. KonFerenz bewegen sich nicht konsequent in ihrer Musiknische, sondern widerstehen saemtlichen Versuchen, ihrer Musik einen vorgefertigten Stempel aufzudruecken, durch die Tatsache, dass auch Gernhoerer anderer Genres hier einige musikalische Zitate wiederfinden duerften. Jazz und Swing haben wir hier schon belegt, fehlt noch die Santana-esque Gitarre in Track Nummer 4 :)

Der achte Song "Dimension" kommt in deutscher Sprache daher. Eigentlich koennte er beispielsweise auch "Folge mir" heissen, doch KonFerenz bleiben ihrer Tradition der konsequenten Einbegriffs-Namensgebung auch auf dieser Platte treu. Die Songs heissen "Kadenz", "Injektion", "DisTanz", "DeKadenz", usw. und machen das Wiedererkennen nur anhand der Titelliste schwer. Doch Namen sind Schall und Rauch, wenn die Musik fuer sich spricht. KonFerenz sind nunmal keine Einzelsongvirtuosen, unter dem Strich zaehlt das Gesamtwerk. Auch dann, wenn mal wieder ein Song quasi "in flagranti" beim Hervorstechen erwischt wird…

Das Album erscheint im Mai 2011. Das Album ist mittlerweile erschienen! Siehe hier.

KategorienMusik

Just One Look

17. April 2011 Kommentare ausgeschaltet

English text by Phil Shackleton below…

"Just One Look" ist ein erstmalig von Doris Troy aufgenommenes Lied aus dem Jahr 1963, welches ein Jahr spaeter den ersten Hitparaden-Erfolg fuer "The Hollies" markierte.

Phil Shackleton hat sich dieses Songs angenommen und ihn zusammen mit Alan Silson (seines Zeichens Gruendungsmitglied der Band "Smokie") neu eingespielt. Beide Musiker wohnen mittlerweile am Rande des Teutoburger Waldes und trafen sich tatsaechlich-zufaellig, weil ein Makler ihnen beiden ihre heutigen Wohnsitze vermittelte. Urspruenglich stammen beide aus derselben Gegend in England in der Naehe von Bradford.

Frueher gab es, wenn zum Beispiel ein Radiosender mit einer neuen Platte bemustert wurde, einen sogenannten "Waschzettel" mit einem informativ gemeinten, aber oftmals sehr "speziellen" Werbetext dazu. In diesem Fall koennte ein solcher Text vielleicht so lauten:

Phil’s moderne Version von "Just One Look" besticht durch ihre klangliche Breite und Gradlinigkeit. Zudem bringt Alan Silson’s authentisch nach "Smokie" klingendes E-Gitarrensolo eine Prise Nostalgie mit ein. Dieser symbiotische Effekt formt den Ohrwurm-Charakter dieser Aufnahme, an der Norman Osthus technisch beratend beteiligt gewesen ist.

…und so hoert sie sich an / …this is how it sounds

Im Folgenden erzaehlt "Gast-Blogger" Phil Shackleton die Geschichte dieses Projekts :-)

Just One Look or: A tale of obsession!

I suppose the seeds for eventually recording a version of this song were planted way back when I was a kid growing up in the 1960’s. My uncle had a farm in the north of England where, almost opposite, lived Bobby Elliot, the drummer of the rapidly rising star pop group “The Hollies”. My cousins and I would take our autograph books around to his house and he’d take them on tour and get them signed by famous performers of the time – but that’s another story.

A few decades later and living in Germany, I was thinking about those innocent old days and about the music that played such a huge part in my life at that time. I decided to check out The Hollies & Graham Nash on the net and and there it was, that familiar sound of “Just One Look”.

A short time later I was visiting my old friend Chris Parkinson, who was then playing with “The Rough Diamonds” , a band skippered by Steve Phillips of “Notting Hillbillies” fame, and during a live performance they played “Just One Look”, I took this to be a sign! I just couldn’t get the song out of my head, something called ohrwurm (“earworm”) here in Germany, and I knew I just had to do a cover version – but how?

Back in Germany I set to work on a demo recording, with two acoustic guitars, an old drum machine (that would only play kick, snare & hihat) and a nearly dead multitrack recorder. Only really knowing the Hollies' version, I decided to slow the whole thing down and base the beat for the song firmly on the acoustic 6 string guitar which I hammered mercilessly, concentrating most of the punishment on the bass strings. I quite liked the percussive chop-chop sound which drew attention away from that awful drum machine! I introduced melodic “fill” using a twelve string acoustic guitar (all microphone recorded) and sang the basic guide vocal. The results were fairly disappointing but – hey, this was only a demo so I suppose it was ok.

Around that time Roger Clarke-Johnson (to whom I’m indebted) came round to play bass on the track and rescue me, Norman Osthus (Normcast) recorded part of this session and placed the resulting clip on Youtube.

Then for personal reasons, my life went into overdrive, I found that I couldn’t mix the song , I was wasting time on useless details, fixated on little noises etc and very much in danger of going completely “gaga “ (shades of Brian Wilson!) all because of this demo. So I packed it all away along with the worn out machines etc, forgot about it and moved house!

About six months ago there was an avalanche of mails asking me if my version of “Just One Look” was now available, most people said they’d seen the session on Youtube. Oh no, the bogeyman had reared his ugly head again! After quite a bit of “mail pressure” I decided to dig out the old multitracker, strip the song down and re-build it. I transferred and converted the original recordings to digital which seemed to freshen things up a little, then I set about re-recording all the individual parts but again nothing worked! As so often happens during re-recording, the original feel just disappeared, so I was stuck with the original vocals, drum and guitar sounds.

I truly believe that you record atmosphere along with the song.

Over the last two years, Alan Silson -the original guitarist with 70’s band "Smokie"- has become a great friend and I was discussing these problems with him. I suggested his vocals and electric guitar sound might bring some new colour and direction into the song and that he might be able to create that mix of nostalgia and originality that I was looking for. Just before Christmas 2010 we had a long backing vocal recording session where Alan added some of that "Smokie magic", with over 30 individual vocal tracks to be mixed down to two (stereo), then we recorded Alan’s solo which brought his unique guitar sound into the mix!

Next, I played bass guitar to fit the new arrangement (sorry, Rog!) and added backing vocs to the coda.

I spent January and February 2011 climbing the walls and going almost nuts again trying to squeeze out the best from the old recordings and produce something acceptable which finally saw the light of day on March 10th (my birthday).

An additional surprise was that my version of "Just One Look" also humbly has quite a few arrangement similarities to Doris Troy’s supreme original and I hadn’t heard her version before January 2011!

My special thanks go to Roger Clarke-Johnson & Alan Silson for their invaluable help and support and of course to Norman Osthus of NormCast for kick-starting me up again.

Phil Shackleton / March 23rd 2011

Video-Link: Alan & Phil performing Smokie’s "If You Think You Know How To Love Me"

KategorienLokales, Musik

Old Smokie and Old Folkie

27. März 2011 Kommentare ausgeschaltet

Alan Silson gruendete Anfang der siebziger Jahre zusammen mit Ron Kelly, Terry Uttley und Chris Norman die Band "Smokie", die daraufhin zu einer wahren "Hitmaschine" wurde.
Mal Sondock und Mickie Most holten sie damals nach Deutschland, sie wurden Dauergaeste im Radio und natuerlich auf den Titelseiten der "Bravo". Alan verliess "Smokie" in den Neunzigern und arbeitet derzeit an neuen Projekten.

Phil Shackleton ist mittlerweile umgezogen – und zwar mehr oder weniger zufaellig in Alan’s Nachbarschaft. So kam, was kommen musste, die beiden wurden Freunde und musizieren seitdem gerne mal zusammen. Ein neuer Song ist bereits fertig, weitere sollen folgen.
Mehr darueber demnaechst im "NormCast"-Podcast…

Dieses Video entstand spontan am 15.3.11 auf Phil’s Balkon in idyllischer, ostwestfaelischer Landschaft. "Old Smokie" und "Old Folkie" (Zitat von Phil) spielen einen der ersten, grossen Smokie-Hits: "If You Think You Know How To Love Me".

KategorienMusik, Videos

Der ganz normale Wahnsinn

24. März 2011 Kommentare ausgeschaltet

Erstmalig eingelegt, zauberte dieses neue Werk von Udo Juergens dem Schreiber dieser Zeilen gleich ein Laecheln ins Gesicht. Es klingt nach zuhause und es wirkt trotzdem modern. Zugegeben: Es gibt Wiedererkennbares auf dem neuen Udo-Juergens-Album. Aber das ist auch gut so und sich selbst zu zitieren ist manchmal voellig legitim. Vor allen Dingen dann, wenn man wie Udo Juergens mit bald 77 Jahren auf eine qualitativ und quantitativ beeindruckende Discographie zurueckblicken kann und darf…

Konsequent greift er den Grundgedanken des Songs "Voellig Vernetzt" aus dem vorherigen Album "Einfach Ich" wieder auf, singt ueber Facebook, Twitter und der damit verbundenen Durchsichtigkeit der Persoenlichkeit ("Du bist durchschaut"), wobei er zudem mit "Alles ist so easy" ordentlich gegen das "D-Englisch" schiesst:

Wir verlieren nicht – wir loosen; Wir nutzen nicht – wir usen.
Wir entspannen nicht – wir chillen; Wir toeten nicht – wir killen.

Udo swingt ("Schenk' mir einen Traum", "Wenn ein Lied so waer wie Du") und ist weit entfernt von Alterswehleidigkeit – aber auch von Altersmilde, wie bereits der Titelsong beweist:

(…) Nepper, Schlepper, Bauernfaenger; Terror, Sex und Datenklau.
Auf der Pizza falscher Kaese, Schwermetall im Kabeljau. (…)
Dann noch Fernseh’n unterirdisch, Superstars, die tun mir leid.
Nackte Deppen im Container, weggezappt – schad' um die Zeit. (…)

Dazwischen gibt es Balladen in typischer Udo-Manier, musikalisch-luftiges ("Mein erster Weg"), Nachdenkliches ("Am Ufer") und generell immer satt- bzw. Wohlklingendes nebst durchdachter Arrangements, die niemals langweilig werden.

Udo 2011 ist aktueller denn je und gleichzeitig vertraut wie eh und je. Dabei scheint er mit sich selbst zufrieden und letztendlich auch mental angekommen zu sein:

Mein Weg zu mir war krumm und weit. Und scheint auch vieles noch verschwommen,
am Ufer aus erfuellter Zeit bin ich endlich, endlich angekommen.

Diesen Kunstgriff schafft nicht jeder. Respekt!

KategorienMusik