Stichtag

18. April 2007 Kommentare ausgeschaltet

Als das Podcasting so Ende 2004/Anfang 2005 auch in Deutschland erstmalig etwas bekannter wurde, da wollten die etablierten Medien noch nicht viel davon wissen. Erst im Fruehsommer 2005 stuerzten sie sich auf die bis dahin ueberschaubare Zahl meistens privater Podcaster und schrieben Berichte ueber sie oder produzierten Radiobeitraege ueber den neuen "Trend".

Danach schien es irgendwann, als ob alle sich wieder mehr oder weniger zurueckgezogen haetten und "Kriegsrat" halten wuerden. Es wurde recht still. In dieser Zeit hatten aber viele Podcaster die Ambition, das Ganze noch bekannter zu machen und ich wandte mich zum Beispiel an den WDR mit der Idee, dass dieser doch so einzelne Radio-Kolumnen und -Sendungen wie z.B. "Quintessenz", den "Stichtag" oder die "Fruehstueckspause" aus dem WDR2-Programm auch prima als Podcast veroeffentlichen koennte. Die Antwort war freundlich, aber bestimmt: "Vielen Dank fuer Ihre Anregungen, wir freuen uns immer (…), sehen aber in dem Medium "Podcasting" derzeit keine Verbreitungsmoeglichkeit fuer unsere Inhalte".

Tja, der Rest ist Geschichte. Irgendwann kam "die Flut", naemlich die Flut an oeffentlich-rechtlichen Podcasts und natuerlich schlief auch die private Rundfunk-Konkurrenz nicht (z.B. FFN oder RTL). Das Resultat: Viele grottenschlechte und ueberfluessige Sendungen (meistens aus dem Comedybereich), aber auch einiges, was sich wirklich lohnt und hoerenswert ist.

Schade nur, dass diese Dinge grundsaetzlich zulasten derjenigen passiert sind, die das Podcasting von vornherein vorangebracht, etabliert und weiterentwickelt haben. Attribute, die man den "grossen" Medien zumindest damals nicht zuschreiben konnte, von wenigen positiven Ausnahmen (wie z.B. SWR 2) mal abgesehen. Heutzutage dominieren die oeffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunkangebote zumindest in punkto Quantitaet auch die Podcastszene und es ist daher umso erfreulicher, dass es einigen urspruenglichen, wirklich-privaten Leuten mit ihren Audio- und Videobeitraegen gelingt, nach wie vor dabei zu sein und den grossen Anbietern gewissermassen die Stirn zu bieten. Ob gewollt oder ungewollt, sei dahingestellt….

Ein oeffentlich-rechtliches Angebot soll an dieser Stelle mal deutlichst hervorgehoben werden: Der "Stichtag" im WDR 2. Der laeuft allmorgendlich im normalen Radio (abends noch einmal in der Wiederholung) und bezieht sich immer auf Daten und Ereignisse, die sich im historischen Kontext auf den jeweiligen Wochentag beziehen. Dabei kann der Inhalt kulturell anspruchsvoll gestaltet sein, oftmals geht es aber auch um trivialere Themen. Der Geburtstag eines Staatsoberhauptes, eine historische Tat, eine Proklamation, eine Plattenveroeffentlichung, eine Erfindung, eine politische Uebereinkunft… einfach alles kann vorkommen. Und in den allermeisten Faellen ist es lehrreich, kurzweilig aufbereitet und sehr gut recherchiert. Lohnt sich.

Mehr unter http://wdr2.de. Den Podcast gibt es hier (klick).

KategorienMedien

Freibad im Winterschlaf

17. April 2007 Kommentare ausgeschaltet

Deutschland schwitzt bei fast 30 Grad – aber die Freibäder haben (fast) alle zu! So schreibt die BILD-Zeitung derzeit auf ihrer Webseite (ja, ja… ich weiss…. absolut "hochwertige" Presse….. aber ab und zu ueberkommt es einen mal :) )

Ich wohne in unmittelbarer Naehe eines Freibades und kann das nur bestaetigen. Leider hat man nur im Winter einen freien Blick auf und in das Gelaende :)

Die letzten Tage waren ja nun sehr badetauglich und es wird wahrscheinlich in diesem Jahr wieder so sein, wie es in den Jahren zuvor auch gewesen ist: Das Bad oeffnet dann, wenn das Wetter wieder schlechter wird und die Leute zumindest in den ersten Tagen kaum Notiz von der Eroeffnung nehmen werden. Das ist sicherlich schade. Andererseits darf man nicht vergessen, dass die Unterhaltung eines solchen Saisonbetriebes sehr aufwendig ist und vieler Vorbereitungen bedarf, die erst einmal koordiniert werden muessen. Wartung der Chloranlagen, Grundreinigung und Befuellung der Becken, Absuchen der Liegewiesen, Pflege der Gartenanlagen, Inspektionen der sanitaeren Anlagen und Umkleidekabinen, Neubestueckung der Kioske und Cafes, usw.

Letztendlich muessen auch die Bademeister/innen passend verfuegbar sein. Und das geht halt nicht immer sofort, wenn die Sonne es diktiert, wie in diesem Jahr ohnehin sehr frueh geschehen. Insofern sollte man nachsichtig sein. Andererseits stellt sich sie Frage, ob viele der organisatorischen Vorab-Huerden nicht schon viel frueher zugunsten einer vorzeitigen Oeffnung haetten beseitigt werden koennen.

Aber, eines ist gewiss: Am Saisonende werden die geBILDeten Leute eventuell folgendes lesen koennen: "Der Sommer ist noch in vollem Gange und die Freibaeder schliessen schon…"

KategorienLokales

NormCast 78

15. April 2007 Kommentare ausgeschaltet

Joern Fischer arbeitet in einem Meinungsforschungsinstitut in Nuernberg. Dort werden unter anderem Telefonbefragungen durchgefuehrt. Dieses Gespraech mit ihm versucht, einen Einblick in die Aufgabengebiete einer solchen Firma zu geben und deren Arbeit von den Machenschaften unserioeser Telefonspammer abzugrenzen.

Eigenschaften:
64 kbps / Mono / 17,2 MB / 37:40 Minuten

Direkt-Download:
NormCast Episode 78 vom 15.04.2007

Links:
Icon Added Value

Emnid

Musik:
The Mates – Will you ever

KategorienNormCast

Die unfreiwillige Schranke

14. April 2007 Kommentare ausgeschaltet

Es ist unglaublich. Diese Zeilen entstehen ungefaehr 45 Minuten nach einem einschneidenden Erlebnis. Der Schreiber dieser Zeilen faehrt nach einer netten Party in der hiesigen Weberei mit dem Fahrrad durch die in der Kerninnenstadt gelegene Fussgaengerzone auf dem zugewiesenen Radstreifen gen Heimat. Mittendrin lungern ein paar Jugendliche mit -wie es im Pressejargon immer heisst- "suedlaendischem Aussehen" herum. Einer derjenigen steht spontan auf und haelt seinen rechten Arm "schrankenmaessig" in den Weg, mit den in gebrochenem Deutsch gesprochenen Worten: "10 Euro Zoll". Der nahende Radfahrer "zieht durch", wie man so schoen sagt, und hoert nach dem Durchbrechen der Sperre noch die Worte: "Du W**er, f*ck deine Mutter".

In Anbetracht der Tatsache, dass der Radfahrer sowieso in der Unterzahl gewesen waere, begnuegt er sich mit den -zugegebenermassen populistischen- Worten: "Geh` dahin, wo du hergekommen bist" und setzt den Heimweg fort. Das Echo bleibt aus.

Ich sage es ungern, aber aus tiefstem Herzen: "Das man sich sowas im eigenen Land bieten lassen muss, ist schon heftig…"

Keine (!) der jetzigen und bisherigen Regierungen hat sich diesbezueglich bisher mit Ruhm bekleckert und ein (praeventives?) Patentrezept kennt der Schreiber dieser Zeilen zugegebenermassen auch nicht, doch eine (nach aussen hin sicherlich "platt"-klingende) Erkenntnis bleibt leider: "So kann es nicht weitergehen…" :(

KategorienDiverses

XP vs. Vista

13. April 2007 Kommentare ausgeschaltet
KategorienComputerkram