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Archiv für die Kategorie ‘Computerkram’

Endlich tut sich was…

28. September 2007 Kommentare ausgeschaltet

Mal eben so einfach "nur" einen Computer kaufen, das ist gar nicht so einfach. Versierte Anwender kaufen sich die Komponenten im Regelfall sowieso einzeln und stellen ihren Rechner ihren Beduerfnissen entsprechend angepasst zusammen. Oftmals kommen dabei sehr "schlanke" Loesungen zusammen, die sich, sofern gut komponiert, oft als sehr zuverlaessig und langlebig erweisen. Wenn dann noch das Betriebssystem entsprechend-abgestimmt installiert wird, kann so ein Computer sehr schnell viel Freude machen.

Die allermeisten Angebote fuer Komplettrechner (z.B. aus dem Discounter) protzen hingegen mit wuchtigem Innenleben. Dabei ist es egal, ob der Kunde die von vornherein eingebaute TV-Karte braucht oder gar nutzt oder nicht. Alles oder nichts. Besonders aergerlich wird es dann aber erst, wenn die meistens ueberdimensionierten, zugehoerigen Softwarepakete analysiert werden. Vieles von dem braucht die Mehrheit der Kaeufer/innen niemals. Trotzdem muss es miterworben werden. Auch das Betriebssystem selbst -meistens Windows- ist quasi Pflicht und auch nicht so ohne weiteres leicht veraeusserbar, da keine richtigen "Vollversionen" als Beigabe enthalten sind, sondern nur sogenannte "Recovery-Versionen", die auf anderen Rechnern meistens nicht funktionieren (Hardwarebindung) und/oder (bei Microsoft) nicht anderweitig freigeschaltet werden koennen.

Man betrachte den derzeit aktuellen Aldi-PC "Medion MD 8827". Er bietet in punkto Hardware eine gaengige Ausstattung fuer knapp 500 Euro. Im Preis enthalten ist dann ein "umfangreiches Softwarepaket":

– Windows Vista® Home Premium
– MEDION Home Cinema Suite
(PowerDirector 5 SE, PowerProducer 4, PowerDVD 7, MediaShow)
– nero Essentials
(Nero Burning ROM 7 Essentials, Nero Recode 2SE Essentials, Nero Express Essentials, Nero Vision Express Essentials)
– Microsoft® Works 9.0
– Microsoft® Math 3.0
– Microsoft® Office 2007 Trial Version
– Ulead PhotoImpact 12 SE
– T-Online
– WISO Mein Geld 2007
– STAMPIT® Home 3.0 – Frankiersoftware (Gewaltig wichtig :))
– TVsweeper 3 SE
– BullGuard Internet Security Paket
– Sceneo Bonavista

Da werden im Grunde genommen Nutzerabsichten unterstellt, die wahrlich nicht jeder hat. Besonders dreist wird es dann, wenn zum Beispiel mit beigefuegter FREEware (z.B. Skype) geworben wird…

Jetzt hat sich jemand dagegen gewehrt – mit Erfolg. "Antoine G. hatte es versucht. Mehrmals. Hatte versucht, sich seinen Wunschcomputer, ein Notebook des Herstellers Acer, ohne die darauf vorinstallierte Software zu beschaffen. Schließlich bestellte er im Sommer 2006 das Gerät mit dem Softwarepaket bei einem Online-Versand und wandte sich anschließend an die Herstellerfirma. Doch die bot ihm als Entschädigung dafür, dass er weder das vorinstallierte Windows XP noch andere ebenfalls schon eingerichtete Software zu nutzen gedachte, einen Betrag von 30 Euro an. Viel zu wenig, fand Antoine G., er klagte Das Verfahren zog sich fast ein Jahr hin, doch nun bekam G. das schriftliche Urteil zugestellt und darin fast in allen Punkten recht: Der Richter in Puteaux (Großraum Paris) verurteilte den Computerhersteller dazu, nicht nur 311,85 Euro für die nicht genutzte Software und deren Deinstallation zu bezahlen, sondern auch 500 Euro Schadenersatz sowie weitere 150 Euro für einmalige Kosten, die dem Kläger entstanden. Die Kosten des Verfahrens muss der Hersteller ebenfalls tragen. (…) Ein Kunde, der im März bei Dell Deutschland ein Notebook bestellte und das vorinstallierte Windows durch Linux ersetzte, bekam dafür und für ein weiteres ungenutztes Microsoft-Programm immerhin 78 Euro gutgeschrieben." (Quelle: Sueddeutsche.de)

Wenn man den "richtigen" Wert vieler Softwarepaketbeigaben vom Kaufpreis des Gesamtpakets Computer+Software abziehen wuerde, dann bliebe verwunderlicherweise oftmals kaum noch etwas uebrig. Die Hersteller muessen ihre Strategie zukuenftig wohl ueberdenken. Diese "Vollprogramme" moegen fuer den ein- oder anderen Anfaenger sicherlich ein Segen sein, da im Normalfall gleich losgelegt werden kann. Andererseits werden da meistens speicherintensive Programme von Anfang an immer mitgeladen, die man entweder nicht braucht oder die nach einer Frist verfallen und nicht mehr funktionieren. Der Datenmuell befindet sich dann trotzdem weiterhin auf der Festplatte und damit auch im System. AOL-Zugangssoftware und Norton Antivirus braucht nicht jeder und vor allen Dingen muessen solche Programme nicht von vornherein automatisch starten. Trotzdem sind solche und aehnliche Programme auf vielen vor"konfigurierten" Kaufrechnern bereits lauffaehig enthalten.

Wenn es denn schon ein fertiger Discounter-PC sein soll, dann kann man diesen ggf. kaufen und investiere ein bisschen Zusatzgeld (z.B. den etwaigen Erloes aus der Software-Preiserstattung oder aus deren Verkauf) in den freundlichen PC-Schrauber von nebenan, der das Geraet vom Hardwareballast befreit, die Festplatte neu formatiert und das System ordentlich, sauber und angepasst neu aufspielt. Dann kann so ein Geraet auf Dauer Spass machen. Allerdings bleibt dann abzuwaegen, ob dieser freundliche PC-Schrauber nicht von vornherein ein besseres Geraet zu einem fairen und reellen Preis haette bauen und durchkonfigurieren koennen…

"Alles aus einer Hand", eigentlich das Wunsch-Szenario aller Microsofties:))

Links:
Aldi-Rechner
Artikel bei der Sueddeutschen "Computer Nackt"

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Hitparade der Technik-Flops

13. September 2007 Kommentare ausgeschaltet

Die SZ hat eine Bildstrecke mit den zehn groessten Technik-Flops zusammengestellt. Unter anderem dabei: Der Bildschirmtext der damaligen deutschen Bundespost, der Tablet-PC, Apple`s PowerCD und das WAP-Handy. Auch dabei: Die Laserdisc, eine CD im LP-Format sozusagen. Viel zu gross und zu unhandlich und aus heutiger Sicht auch in punkto Speicherkapazitaet laengst ueberholt. Es gab sogar mal LaserDisc-Spieler, die CDs und DVDs spielen konnten (Pioneer), die letzte LD (in Deutschland "Bildplatte" genannt) wurde bereits vor sechs Jahren hergestellt. Generell sind die Formate so gut wie ausgestorben, die nicht mit einer 12cm-Scheibe (CD) kompatibel waren. Die DCC (Digital Compact Cassette), die MD (MiniDisc) und auch die DAT (Digital Audio Tape) Cassette fuehren beispielsweise nur noch ein Nischendasein. Analoge VHS-Videocassetten und MusiCassetten sind praktisch tot. Nach dem 12cm-CD-Format wird es neben den Mini-CDs/DVDs und Festplatten demnaechst wohl nur noch statische Speicherchips geben, die den Vorteil bieten, nicht auf anfaellige Mechanik angewiesen zu sein.
Die Filmesammlung im Zigarrenkasten – schoene neue Technikwelt :)

Link: Laserdiscarchive.co.uk

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Die Akte YouTube

30. August 2007 Kommentare ausgeschaltet

"Entnazifizierung". Ein Begriff, der deutlichst nach altem Moder riecht und das ist gut so, denn es bedeutet, dass die entsprechend-vorherige Zeit schon lange vergangen ist. Jedoch nicht in den Koepfen so mancher verdrehter Existenzen, die nach wie vor meinen, irgendwelchen ideellen Schrott in die Welt setzen zu muessen und sich dabei der neuartigen Moeglichkeiten der internetten Welt bedienen. So sind auf dem Videoportal "YouTube" in juengerer Vergangenheit einige Amateurvideos mit rechtsradikalen Inhalten aufgetaucht und haben fuer einigen Diskussionsstoff gesorgt. Google (mittlerweile Eigentuemer von YouTube) liess jetzt vermelden, dass YouTube "entnazifiziert" werden soll (z.B. hier). Gut so. Richtig so. Aber: Was ist mit der "anderen Seite"? Linksradikalismus ist -und das haben insbesondere die siebziger Jahre negativ-eindrucksvoll gezeigt- auch eine sehr gefaehrliche Sache. Bei einem spontan durchgefuehrten Test stiess ich bei YouTube mehr oder weniger auf Anhieb zum Beispiel auf Videos, die die RAF (Rote-Armee-Fraktion) verherrlichen. Auch hier ist Handlungsbedarf gegeben…

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Das Ende einer Festplatte

22. August 2007 Kommentare ausgeschaltet

Vor kurzem schon kamen hier im PC-Hauptsystem ein paar merkwuerdige Fehlermeldungen und manchmal wollte das System auch nicht sofort starten. Alarm! Die gesunde Skepsis diktierte das sofortige Austauschen der Festplatte und aufgrund der Tatsache, dass im (nicht so wichtigen, da aus Ersatzteilen zusammengebauten) Zweit-PC tatsaechlich sogar eine bessere und groessere Festplatte vorhanden war (man war "damals" zu faul, die Platten zu tauschen), wurde eine Datensicherungsaktion in Angriff genommen, was in einer wahren CD/DVD-Brennorgie endete. Zusaetzlich wurde alles auf eine externe HDD ausgelagert. Die Platten wurden getauscht, das Hauptsystem hat sich bedankt und musste auch nicht neu installiert werden.

Jetzt, nach ca. drei Wochen, hat sich die zwischenzeitlich in den Zweit-PC eingebaute, verdaechtige Samsung-Platte mit lauten Klack-Geraeuschen verabschiedet. Weder das IBM/Hitachi-Rettungstool noch "Hdutil", das Pendant von Samsung, vermochten etwas auszurichten, auch die Low-Level-Formatierung brach mit vielen Fehlermeldungen ab. Friede ihrer Asche!

Die Platte landete mit einem lauten Knall mehrmals auf dem Asphalt, da eigentlich die Absicht bestand, sie voellig zu zerstoeren, damit keiner auf die Idee kommt, da noch irgendwas zu retten. Es stellte sich heraus, dass die Dinger sehr robust sind. Und erst spaeter kam die Idee, das Teil mal aufzuschrauben. Tja, der Eifer des Gefechts… :-)

Sieht doch ganz schmuck aus, fast wie ein kleiner Plattenspieler…

Trotzdem: Diese Samsung Spinpoint 160 GB-Platte hat Beachtliches geleistet, war immer leise und schnell. Also hat sich dieses Fragment doch noch einen Platz auf der Fensterbank oder im Regal verdient :)

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Patch Days vs Service Packs

14. August 2007 Kommentare ausgeschaltet

Die Tatsache, dass es diese beiden Begriffe in Zusammenhang mit Computersystemen ueberhaupt gibt, ist an sich schon ein Armutszeugnis. Mit ihrer Schaffung wurde allerdings eher aus der Not eine Tugend gemacht, so nach dem Motto: "Das ist kein Bug, das ist ein Feature". Jetzt sollen aber auch nicht die Ubuntu/Linux- oder die MAC-Fraktionen auf den Plan gerufen werden, denn auch diese Betriebssystemvarianten haben ihre Tuecken und nervigen Eigenarten. "Winzigweich" steht wahrlich nicht alleine da.

Es gibt allerdings so Sachen, bei denen man kopfschuettelnd davor steht und sich fragt, ob wir noch im Windows-95-Zeitalter leben, wo es notwendig war, saemtliche Kleinigkeiten manuell einzustellen, um den gewuenschten Effekt zu erzielen. Oder in der Aera des abendfuellenden Kernel-Kompilierens unter Linux.

So manche WordPress-basierte Seite (wie auch diese) wird in aelteren Versionen des "Internet Explorers" quasi "zerhackt". Soll heissen, dass der rechte Bereich (die sogenannte "Sidebar", hier z.B. mit den Links und der Kategorieauflistung bestueckt) auf einmal nicht mehr neben den Inhalten, sondern darunter auftaucht. Okay. Die bordeigenen IE-Versionen von Windows XP sind ja in Bezug auf Computerzeitalterdimensionen tatsaechlich schon biblisch alt und koennen daher nicht mehr saemtliche Codes kennen.

Nun soll also herausgefunden werden, ob die neue Version (der Internet Explorer 7) diese Seiten auch falsch darstellt. Also wurde das 14-MB-Installationspaket des IE heruntergeladen und froehlich in einen "virtuellen PC" kopiert, in dem ein emuliertes Test-XP mit Service Pack 1 laeuft (falls man mal Anwendungen hat, die nur mit SP1 laufen… ja…sowas gibt`s…). Auf dem Hauptsystem wollte man das natuerlich nicht ausprobieren, da dieses schoen "sauber" und von saemtlichen Ballast befreit ist und weil hier eigentlich sowieso nur der Firefox-Browser benutzt wird. Die "IE7-WindowsXP-x86-deu_2.exe" wurde also in der Emulation aufgerufen. Die Dateien wurden daraufhin entpackt und dann kam die erwartungsgemaesse Fehlermeldung: "Dieses Installation unterstuetzt die aktuelle Service-Pack-Version dieses Betriebssystems nicht".

Okay. Auch gut. Das Schoene an einer Emulation ist, dass man das darin befindliche Betriebssystem schnell sichern kann, indem man zwei oder drei Dateien umkopiert und ggf. wieder zurueckkopiert. Gesagt-getan und dann wurde mal spasseshalber das Service Pack 2 heruntergeladen (Flatrate olé). 265 MB. Das Ganze wurde dann innerhalb der Emulation aufgerufen. Es wurde entpackt, initialisiert, verifiziert, installiert, geroedelt und gemacht und getan. Es dauerte ewig. Dann der unvermeindliche Reboot. Success.

So, nun sollte der neue Internet Explodierer wohl installiert werden koennen. Wie gesagt, eigentlich wollte man nur einmal die eigene Seite auf dem IE7 sehen :) Die Installation startet. Auf einmal der Hinweis: "Diese Windows Version muss vor der Installation des Internet Explorers 7 bei Microsoft verifiziert werden" (sinngemaess). Hallo? Was macht man denn, wenn man den IE nur zum Betrachten von heimischen html-Dateien verwenden moechte und gerade keine aktive Internetverbindung hat? Schon sch****e.

Okay. Man hat ja nichts zu befuerchten und klickt auf "verifizieren". Das Ende vom Lied? Es funktionierte trotzdem nicht, da spaeter eine Handvoll IE-Dateien des urspruenglichen SP1 mit den neueren vom SP2 kollidierten und eine De-Installation des IE6 angeraten wurde. Hallo? Offiziell soll der IE6 doch gar nicht de-installierbar sein (inoffiziell: es geht natuerlich). An dieser Stelle war dann aber spaetestens saemtlicher Geduldsfaden gerissen…

Ne, Microsoft, das ist schlicht und ergreifend inakzeptabel. Das Experiment wurde mit den neuen Versionen von Opera unter Windows und dem Konqueror unter Linux fortgefuehrt. Man laedt eine kleine Datei, installiert und es funktioniert. Unglaublich :)
Und in Ermangelung eines MAC-Systems wurde ueber "Browsrcamp.com" auch noch die Ansicht auf dem Safari-Browser erfolgreich getestet. Na also.

Der Internet Explorer 7 ist hier also langsam aber sicher so uninteressant geworden, dass auf ihn nicht mehr unbedingt Ruecksicht genommen werden muss, wenn das so weitergeht…

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