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Archiv für die Kategorie ‘Medien’

Spartacus – Eine blutige Fernsehserie

20. April 2012 Kommentare ausgeschaltet

"Spartacus" ist eine US-amerikanische TV-Serie, die ab dem heutigen Freitag auf ProSieben gezeigt wird. Die Geschichten rund um den beruehmten Gladiator wurden in diesem Fall angeblich sehr blutig, brutal und mit vielen Sexszenen versetzt, inszeniert. In den USA ist die Serie erst ab 18 Jahren freigegegeben und fuer Deutschland gilt: "Damit die Folgen vor 23 Uhr gesendet werden dürfen, zeigt ProSieben eine geschnittene FSK-16 Version."
(Quelle: WikiPedia) / …und Spiegel Online schreibt:

"Für ProSieben, das die Serie in der deutschen Free-Premiere zeigt, ist so viel Mut allerdings ein Problem. Der TV-Sender ging in einigen Folgen mit der Schere ans Werk und schnitt allzu saftige Sequenzen hinaus, um "Spartacus" vor 23 Uhr ausstrahlen zu dürfen. So wurden die Kampfszenen in der Pilotfolge um knappe 60 Sekunden gekürzt. Das Abhacken wirkt daher bisweilen ein wenig abgehackt. "

Rums. Das war’s. An dieser Stelle ist jegliches Interesse erloschen. Das liegt nicht an etwaigem, uebermaessigem Spass an Brutalszenen, aber an der Tatsache, dass diese oftmals unsaeglich-schlecht geschnittenen FSK-16-Fassungen einfach nur aergerlich sind. Ich moechte einen Film so sehen, wie der Regisseur es gewollt hat. Schliesslich moechte ich einen Song auch so hoeren, wie die Band ihn eingespielt hat und nicht à la Antenne Bayern & Co. in verkrueppelten Schnittversionen.

Und wenn dieses Werk nicht-jugendtaugliche Elemente beinhaltet, dann soll es entweder gar nicht oder konsequent erst ab Mitternacht im normalen "Free TV" gezeigt werden. Was natuerlich nicht ausschliessen wuerde, dass auch die Jugendlichen ihren Festplattenrecorder entsprechend scharf machen und das aufzeichnen wuerden. Doch, sind wir mal ehrlich: Tagsueber schreien sich in den einschlaegigen "Doku-Soaps" irgendwelche Furien auf niedrigstem Niveau gegeneinander an, abends laufen vor 22 Uhr auf oeffentlich-rechtlichen Digitalspartenkanaelen manchmal Filme, deren Sexszenen vor wenigen Jahren noch als glatter Porno eingestuft worden waeren und ausserdem weiss die Jugend von heute genauso gut wie wir damals auch, wo man etwas herbekommt, wenn es denn von Interesse ist. Da hilft auch kein Verschluesseln, denn irgendein Papi im Freundeskreis hat Sky und ist mal nicht zuhause… Also: Zeigt es richtig – oder gar nicht.

KategorienMedien

Musikbranche erholt sich

19. April 2012 Kommentare ausgeschaltet

Das sind doch mal gute Nachrichten… (via DerWesten.de)

"Der deutsche Musikmarkt hat im Jahr 2011 erstmals seit 15 Jahren keine Umsatzverluste verzeichnet. Stattdessen gab es beim Gesamtumsatz aus allen Musikverkäufen und Einnahmen ein ganz leichtes Plus von 0,1 Prozent, vor allem dank des weiter stark wachsenden Digitalmarktes, wie der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) am Donnerstag in Berlin bilanzierte. Der Umsatz mit physischen Produkten ging um 3,8 Prozent zurück, während der Umsatz aus digitalen Geschäftsfeldern um 21,2 Prozent zulegte. (…) Neben den Downloads (Umsatzplus 28,8 Prozent) wuchs 2011 auch Vinyl erneut stark – beim Absatz um 10,3 Prozent und beim Umsatz um 15,6 Prozent. Laut BVMI-Geschäftsführer Florian Drücke ist Vinyl mit einem Umsatz von 14 Millionen Euro aber eine "Liebhabernische". Die CD sei mit einem Marktanteil von 73,8 Prozent und einem Umsatz von 1,098 Milliarden Euro trotz der zum Teil starken Rückgänge der vergangenen Jahre das Rückgrat der Branche. "Die CD ist nicht tot.""

Der im weiteren Verlauf des Artikels zitierte Dieter Gorny relativiert zwar, indem er sagt, dass die "illegale Konkurrenz" noch viel zu stark sei, doch sieht er das immer populaerer werdende Musikstreaming als "Bruecke zum legalen Konsum". Nun denn.

Aber ist Musik-Streaming nicht auch "nur" eine Art "Nebenbeiberieselung" waehrend der sonstigen Internetaktivitaeten? Vielleicht. Es kann aber auch gezielt genutzt werden und dadurch vielen Leuten das "Rippen" der eigenen CDs sowie das Erstellen, Taggen, Ordnen und Pflegen der MP3-Sammlung ersparen.

An dieser Stelle koennte bald ein weiterer Generationskonflikt aufkommen. Diejenigen, die mit dem Sammeln von Cassetten, CDs, Schallplatten aufgewachsen sind und rechtzeitig modern genug waren, ihre so erhaltene Musiksammlung durch Digitalisieren und Ueberspielen zumindest auf den Rechner zu uebertragen und sie somit auch mobil nutzbar zu machen, stehen auf der einen Seite.

Wie sagte der Grossvater schon? – "Was man hat, das hat man." Richtig so! :)

Auf der anderen Seite werden zukuenftig die stehen, die nichts oder wenig "eigenes" mehr sammeln und/oder zumindest virtuell zuhause horten. Sie legen alles in der Wolke ("Cloud") ab und rechnen damit, es immer und ueberall verfuegbar zu haben. Und aus diesen Datenwolken kommen dann auch die Songs und Filme, nicht mehr von der heimischen Festplatte.

DAS wird hoechstwahrscheinlich die mittelfristige Konstellation und ist im Grunde genommen nur eine Fortschreibung der Geschichte. Bisher galt quasi "analog versus digital" (z.B. Vinyl gegen CD/PC) und zukuenftig gilt "(Lokale) Datei versus (Web-) Stream". Zur Zeit befinden wir uns, wie der oben zitierte Artikel zeigt, in einer Uebergangsphase, in der auch alte Medien nochmal aufleben, wie der gesteigerte Schallplattenumsatz zeigt. Bleibt zu hoffen, dass das noch laenger so bleiben wird, aber natuerlich wird es nicht ewig so weitergehen…

KategorienMedien, Musik

Der Fluch des Vorabends

18. April 2012 Kommentare ausgeschaltet

Die 80er Jahre. Es gab noch Regionalprogramme im Ersten – und die Leute schauten zu. Sie eilten abends nachhause, um "Hart aber herzlich", "Das A-Team", "Falcon Crest" und andere Serien zu sehen, die zwischen 19 und 20 Uhr liefen und Gespraechsstoff fuer den naechsten Morgen lieferten. Doch diese Zeiten sind vorbei.

Heutzutage ist Fernsehen nichts besonderes mehr. Sendungen, die taeglich laufen, sind sprichwoertlich alltaeglich geworden und "Strassenfeger" als solche gibt es (bis auf diverse Fussballspiele) auch nicht mehr unbedingt. Das Internet ist vielerseits interessanter und auch wichtiger geworden. "Nur mal kurz die Mails checken" ist nach der Arbeit mit die allererste "Amtstat" – nicht das Einschalten des Fernsehers. Facebook, Twitter & Co sind zudem auch vom Strassencafé ausgehend nutzbar. Und in solchen Zeiten und bei der internetten Konkurrenz haetten es auch die modernen Versionen der alten Serienklassiker schwer – zumindest im Vorabendprogramm.

Die zunehmende Medienvielfalt hat naemlich auch einen eigentlich-positiven Nebeneffekt: Sie laesst sich viel mobiler als damals nutzen und macht die Leute unabhaengiger von irgendwelchen, beispielsweise durch Fernsehsender gesetzten Ausstrahlungsterminen.

Wen wundert’s da wirklich, dass eine taegliche Vorabendsendung wie "Gottschalk Live" nur zoegerlich aufgenommen wurde und demnaechst nach kurzer Laufzeit wieder eingestellt wird, weil die Quoten nicht stimmen.

Gottschalk war eigentlich nie derjenige, der aus seinen "Wetten, dass…?" – Gaesten jenseits der netten Oberflaechlichkeiten Tiefgruendigeres herausholen konnte – und seine zweifelsohne vorhandene Schlagfertigkeit konnte auch nicht immer der Garant fuer eine interessante Gespraechsrunde sein. Doch natuerlich hat er seine Qualitaeten und daher war z.B. die "Gottschalk Live" – Ausgabe mit Studiogast Guenther Jauch durchaus unterhaltsam.

Doch diejenigen, die das im Nachhinein wirklich interessiert, schauen es sich in der Mediathek oder bei Youtube dann an, wenn sie Zeit und Lust dazu haben. Was wiederum zulasten der "Live-Quote" waehrend der Sendung geht. An dieser Stelle sollte also eher erforscht werden, welche letztendliche Reichweite eine Sendung unterm Strich hatte.

Frueher lief z.B. "TV Total" mit Stefan Raab nicht wie aktuell viermal die Woche und es war daher durchaus auf der Wochenterminliste vorzufinden. Heutzutage ist es nettes Beiwerk, wenn man zufaelligerweise quasi darueber "stolpert" – aber nichts mehr, fuer das der rechnerbasierte Nachfahre des seligen Videorecorders unbedingt bemueht werden muesste.
Vielleicht ist weniger manchmal eben doch mehr…

KategorienMedien

Aus fuer Analog-TV

16. April 2012 Kommentare ausgeschaltet

Senderuebergreifend werden derzeit TV-Spots ausgestrahlt, die darauf hinweisen, dass am 30.4.2012 die analoge Uebertragung der deutschen Fernsehprogramme auf den Astra-Satelliten enden wird. Nach dem Ende des terrestrischen Analog-Fernsehens zugunsten von DVB-T kommt nun die naechste Umruest-Welle auf die Verbraucher zu. Doch so schlimm braucht es gar nicht erst zu werden, denn in den allermeisten Faellen duerfte ein Grossteil der bisher verwendeten Hardware weiterverwendbar sein.

Ein grosse Irrglaube ist, dass es "analoge" und "digitale" LNBs (das sind die Empfangsteile, die vor die Satellitenschuessel auf den Ausleger geschraubt sind) gibt. Das stimmt so nicht, denn digitaltaugliche LNBs haben lediglich einen groesseren Empfangsfrequenzbereich. Man kann auch mit "analogen" LNBs digital empfangen, allerdings dann nur verhaeltnismaessig wenige und aus deutscher Sicht meistenteils uninteressante Sender. Wer also nicht weiss, was fuer ein Empfangskopf vorhanden ist, kann bedenkenlos erstmal den neuen, digitalen Satellitenreceiver (der auf jeden Fall angeschafft werden muss) anstelle des alten, analogen Modells anschliessen und einen Suchlauf starten. Werden die gaengigen Sender wie z.B. ARD, ZDF, SAT1, RTL gefunden, kann davon ausgegangen werden, dass auch der Rest empfangbar sein duerfte. Aber, Achtung: Das bezieht sich nur auf direkte Verkabelung. Weichen, Verteiler und aehnliche, eventuell in der Leitung befindliche Peripheriegeraete koennen den Signalfluss in diesem Fall stoeren.

Wer bis dato eine flaechenmaessig ausreichende Schuessel (60cm Durchmesser und mehr) ordentlich aufgebaut und ausgerichtet in Betrieb hatte, wird an der Konstruktion selbst nicht viel aendern muessen. Auch das Zuleitungskabel duerfte, gute Qualitaet vorausgesetzt, weiter verwendbar bleiben. Fuer hochaufloesende HD-Signale ist der eventuell noch vorhandene, alte Roehrenfernseher aber nicht geeignet, sie werden darauf -abhaengig vom angeschlossenen Sat-Receiver- nur vermindert dargestellt.

Generell ist die Abkehr vom analogen Fernsehen zu begruessen. Keine "Fische" mehr bei etwas zu schwachen Satellitensignalen und mehr Frequenzkapazitaeten fuer platzsparendere, digitale Programmpakete sind vorteilhaft. Generell sollte zukuenftig vom Kauf eines Fernsehgeraetes mit analogem Tuner Abstand genommen werden, denn irgendwann wird auch die letzte, analoge Fernsehbastion -das Kabelfernsehen- nur noch digitale Signale liefern. Wer ganz sicher gehen und fuer alle Eventualitaeten geruestet sein moechte, dem sei ein Fernseher mit "Triple Tuner" ans Herz gelegt, denn diese Geraete koennen alles Digitale empfangen, was ueber Hausantenne (DVB-T), Kabelanschluss (DVB-C) oder Satellitenschuessel (DVB-S) ankommt…

Update vom 25.11.2021:
Weiterführender Link entfernt, da sich dessen Inhalt geändert hatte.
Danke für den Leserhinweis!

KategorienMedien

disco zum Hoeren und Lesen

23. März 2012 Kommentare ausgeschaltet

Ilja Richter’s "disco" war kultig – und mittlerweile ist sie Kult. Vor ueber 40 Jahren erblickte sie das Fernsehlicht dieser Welt und ist seitdem, obwohl sie "nur" zwoelf Jahre lang produziert wurde, gegenwaertig. "Licht aus – Spot an" und das beruehmte "Hallo Freunde" wurden gefluegelte Worte und Ilja Richter kann mittlerweile auf eine langjaehrige Buehnenkarriere -auch abseits der "disco"- zurueckblicken.

Im Jahr 2011 begann Sony Music damit, eine aeusserst erfolgreiche CD-/DVD-Serie rund um die "disco" zu veroeffentlichen, was in der zweiten Jahreshaelfte ebenso erfolgreich fortgesetzt wurde. Auch aus "NormCastHausen" kam ein Beitrag in Form der nach wie vor erhaeltlichen CD "Die Ilja Richter disco Show". Und heute, am 23.03.2012, erscheint eine kombinierte CD- und Buch-Reihe, an der ich ebenfalls mitarbeiten durfte, was wiederum sehr viel Spass gemacht hat. Den Loewenanteil daran hat aber sicherlich Gerald "Gerry" Wetzel als Autor…

Diese "Jahrbuecher" behandeln die Jahre 1971 – 1982, in denen die "disco" erstmalig im ZDF gezeigt wurde. Grossereignisse aus Politik, Sport, Wirtschaft und natuerlich Musik werden darin unterhaltsam illustriert aufgelistet und kommentiert. Ilja Richter hoechstselbst hat zu jeder Einzelfolge ein unterhaltsames Vorwort geschrieben und besonders Vinyl-Fans werden auf ihre Kosten kommen, denn im Inneren der Buecher sind viele alte Originalsinglecover der grossen und kleinen Hits abgebildet. Jedes Buch kommt mit einer speziellen Audio-CD daher. Bei der Gestaltung der CDs selbst ging es nicht darum, ein moeglichst-homogenes und glattgebuegeltes Oldie-Repertoire mitzuliefern, sondern die Besonderheiten der jeweiligen ZDF-disco-Epoche musikalisch zu unterstreichen.

Somit "verirrten" sich auch mal seltene Aufnahmen (wie z.B. Nick MacKenzie’s "Juanita" in der deutschen (!) Fassung) auf diese CDs. Letztendlich finden sich aber insgesamt ca. 240 Titel, darunter immerhin 170 Nr.1-Hits, auf diesen CDs…

Weiteres dazu haben Ilja und ich im begleitenden "Mini-NormCast" erzaehlt.

Hier gibt’s die Reihe bei Amazon.de

"Leben Sie wohl – Lesen Sie wohl – Hoeren Sie wohl" (Ilja Richter)

KategorienMedien, Musik