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Archiv für die Kategorie ‘Medien’

YouTube-Verlinkungen

1. Juni 2012 Kommentare ausgeschaltet

Der Blogger und Rechtsanwalt Markus Kompa aus Muenster soll mehr als tausend Euro zahlen, weil er ein YouTube-Video auf seinem Blog verlinkt hatte, berichtet u.a. Welt Online:

"Der Münsteraner Blogger Markus Kompa ahnte nichts Böses, als er in seinem Blog zum Medienrecht in einem Beitrag einen Link auf ein Youtube-Video setzte, der Inhalt: Ein kritischer Bericht des ZDF-Magazins "Wiso" über den bayerischen Arzt Nikolaus Klehr und dessen angebliche Krebs-Heilmethoden.

Was Kompa nicht bedachte: Klehr geht seit Monaten höchst klagefreudig nicht nur gegen das ZDF vor, sondern auch gegen jeden, der den Wiso-Beitrag weiterverbreitet. Er sieht seine Persönlichkeitsrechte verletzt. Als Weiterverbreitung sehen Klehr und seine Anwälte auch bereits einen simplen Link zum Videoportal Youtube an.

Das Ergebnis: Kompa flatterte eine Abmahnung, dann eine einstweilige Verfügung plus Anwaltskostenrechnung ins Haus, weit über tausend Euro sollte ihn der Verweis auf den ZDF-Fernsehbeitrag bei Youtube kosten. (…)"

Kompa wollte und will das aber nicht akzeptieren und blaest zur Gegenwehr. Die zu Spenden aufgerufene Netzgemeinde zeigt sich teilnahmsvoll und somit besteht nun die Moeglichkeit, gegen dieses Urteil -sollte es rechtskraeftig werden- vorzugehen.

Einer Meinungskundgabe bezueglich des Herrn Klehr und seiner Aktivitaeten enthalte ich mich hiermit ausdruecklich. Ich verweise auf diese Sache, weil ein eventueller "Nebeneffekt" derselben grosse Auswirkungen fuer die "Blogger-Gemeinde" haben koennte…

Der "Otto-Normal-Blogger" (nicht abfaellig gemeint…) kann nicht saemtliche Hintergruende bezueglich der Entstehung und Rechtslage eines normalen (YouTube-) Videos hinterfragen. An dieser Stelle muessten schon professionelle Recherchen erfolgen, die z.B. fuer Privatpersonen nicht so ohne weiteres realisierbar sind. Somit muss (und wird!) meistens aufgrund des "gesunden Menschenverstandes" entschieden.

Videos mit offensichtlich-zweifelhaften Inhalten (Verbrechen, Propaganda…) oder diffamierenden Inhalten werden im allgemeinen von normal-denkenden Menschen nicht verlinkt. Wenn es -wie in diesem Fall- einer serioesen Quelle entstammt (ZDF) oder es sich z.B. um ein "Official Video" einer Musikband handelt, sollte (!) man eigentlich davon ausgehen duerfen, dass eine Verlinkung oder Einbettung desselben okay ist. Schliesslich gibt es bei YouTube fuer den Einspieler des Videos die Moeglichkeit, eben diese Optionen auch zu deaktivieren, also die externe Verwendung zu unterbinden.

Soll heissen: Ist ein YouTube- bzw. Onlinevideo ordnungsgemaess veroeffentlicht und freigegeben, dann sollte es auch weiterhin extern eingebunden werden duerfen. Schliesslich wollen die Urheber in den allermeisten Faellen auch, dass es eine grosse Verbreitung findet. Externe Seiten, Apps und soziale Netzwerke wie "Facebook" tragen erheblich dazu bei. Wenn aber nun durch so eine Geschichte, wie sie Markus Kompa derzeit wiederfaehrt, eine neue Abmahnwelle losgetreten werden koennte, ist das bedenklich, denn diese wuerde ja auch vor den riesigen Archiven der Blog-, Profil- und Webseiten dieser Welt nicht Halt machen.

Die sogenannte "Aktion Klehranlage" wird auf der Webseite von Markus Kompa erklaert:

(…) Da der Prozess aber nun einmal irgendwie finanziert werden muss, biete ich folgendes „Anlage-Modell“ an:

Wenn etwa jeder aus meiner Twitter-Timeline einen 20er spenden würde, wäre der Prozess bis einschließlich BGH spielend finanziert. Ein 20er entspricht in etwa den Kosten eines Abendessens in einem preiswerten Restaurant, zu dem mich vielleicht der eine oder andere sowieso einladen müsste, wenn mich Klehr plattklagt und ich dann auf der Strasse weiterbloggen muss. Man könnte einen 20er auch als Shareware-Honorar für meine über 1.000 Blogposts sehen, die offenbar viele Leser wenigstens unterhaltsam finden. Jedenfalls aber kann man 20,- € als Einsatz für einen Prozess, der wohl nicht ganz unwichtig ist, durchaus verschmerzen. Jeder 20er, der eingeht, ist auch ein Signal in Richtung Hamburg, dass diese unsägliche, das Grundgesetz verhöhnende Gängelei nicht „im Namen des Volkes“ geschieht. (…) Jeder Anleger, der 20,- € unter dem Vermerk „Klehranlage“ überweist, investiert zunächst in den laufenden Prozess. Im Erfolgsfalle wird die Einzahlung nach Abschluss der juristischen Gefechte anteilig wieder erstattet werden. Wer eine Rückerstattung seines Restanteils möchte, möge mir dann, wenn es soweit ist, per E-Mail seine Bankverbindung mitteilen. Ich schlage jedoch alternativ vor, Überschüsse in eine längst überfällige Stiftung oder einen Verein zu überführen, welche die Abwehr von querulatorischen Eingriffen in die Meinungsfreiheit im Internet in vergleichbaren Fällen finanzieren. Die Klehranleger werden dann mit irgendwelchen Tools befragt, welche Anliegen sie unterstützen möchten. Wie wir den Verein oder die Stiftung aufziehen, müssen wir noch prüfen. (…)"

Weitere Informationen hierzu gibt es bei www.kanzleikompa.de

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40 Jahre Raumschiff Enterprise

27. Mai 2012 Kommentare ausgeschaltet

…in Deutschland…

Dabei war der Start dieser kultigen Science-Fiction-Serie in Deutschland eigentlich gar nicht so ruehmlich. Das ZDF hatte die Serie auf Kinderprogrammniveau -fuer eben dieses- zurechtgeschnitten und dabei auch in punkto Synchronisation viele Fehler fabriziert. Den "Sol-Antrieb" hat es beispielsweise nie gegeben, es war im Original immer der "Warp-Antrieb". Gluecklicherweise wurden die Folgen in den 90ern durch SAT1 nachsynchronisiert und wieder auf volle Laenge gebracht. Mittlerweile gibt es das Ganze sogar gelungen digital aufgefrischt in HD. Das zeigt, dass sich in gewissen Abstaenden immer wieder Leute daran erinnert haben und Lust verspuerten, es ein bisschen besser zu machen, als es urspruenglich war und es fuer die Nachwelt zu erhalten. Das schafft nicht jede Serie…

Fuer mich war und ist es eine der einflussreichsten Fernsehserien aller Zeiten und zudem der Grundstein zu einem aeusserst interessanten, ueber die Jahre gewachsenen Star-Trek-Universum. Die Serie hat vieles von dem, was heute alltaeglich ist (mobile Datenspeicher, Handys, demnaechst sogar das "Beamen" und vielleicht sogar das Raumschiff Enterprise hoechstelbst…), schon Ende der 60er Jahre prophezeit. Auch, wenn nach dem Tod von "Scotty" alias James Doohan vor fuenf Jahren und dem Ableben von "Dr. McCoy" alias DeForest Kelley im Jahr 1999 nicht mehr alle Mitglieder der "Haupt-Crew" unter den Lebenden weilen, ist die Faszination nach wie vor ungebrochen. Hierueber koennte ich an dieser Stelle einen Roman schreiben, belasse es aber bei einem herzlichen "Happy Birthday" :)

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Retro-Rahmen

2. Mai 2012 Kommentare ausgeschaltet

Man kann’s auch uebertreiben… Auf dem Spartensender "ZDF Kultur" werden Wiederholungen alter Fernsehserien mit einem Rahmen versehen, der eine Mattscheibenoptik vermitteln soll.

Die Entscheidung, einen virtuellen Präsentationsrahmen, der an einen Fernseher aus den 70er und 80er Jahren erinnert, in der 'ZDFkult'-Programmstrecke einzusetzen, beruht darauf, unseren Zuschauerinnen und Zuschauern die Betrachtungswirklichkeit damaliger TV-Geräte zu simulieren, die neben der röhrenbedingten Wölbung noch eine verhältnismäßig große Bildmaskierung an den Rändern (Safe Action Area) hatten", sagte ein Sendersprecher. (Quelle: DWDL.de)

Das ist doch voelliger Quatsch und ein sprichwoertlicher "Kultur-Schock", denn zum einen wird das Bild dadurch nachhaltig beschnitten und zum anderen sieht dieser Rahmen auf einem 16:9-Fernseher noch unrealistischer aus. Das haben die alten Klassiker nicht verdient…

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Spartacus – Eine blutige Fernsehserie

20. April 2012 Kommentare ausgeschaltet

"Spartacus" ist eine US-amerikanische TV-Serie, die ab dem heutigen Freitag auf ProSieben gezeigt wird. Die Geschichten rund um den beruehmten Gladiator wurden in diesem Fall angeblich sehr blutig, brutal und mit vielen Sexszenen versetzt, inszeniert. In den USA ist die Serie erst ab 18 Jahren freigegegeben und fuer Deutschland gilt: "Damit die Folgen vor 23 Uhr gesendet werden dürfen, zeigt ProSieben eine geschnittene FSK-16 Version."
(Quelle: WikiPedia) / …und Spiegel Online schreibt:

"Für ProSieben, das die Serie in der deutschen Free-Premiere zeigt, ist so viel Mut allerdings ein Problem. Der TV-Sender ging in einigen Folgen mit der Schere ans Werk und schnitt allzu saftige Sequenzen hinaus, um "Spartacus" vor 23 Uhr ausstrahlen zu dürfen. So wurden die Kampfszenen in der Pilotfolge um knappe 60 Sekunden gekürzt. Das Abhacken wirkt daher bisweilen ein wenig abgehackt. "

Rums. Das war’s. An dieser Stelle ist jegliches Interesse erloschen. Das liegt nicht an etwaigem, uebermaessigem Spass an Brutalszenen, aber an der Tatsache, dass diese oftmals unsaeglich-schlecht geschnittenen FSK-16-Fassungen einfach nur aergerlich sind. Ich moechte einen Film so sehen, wie der Regisseur es gewollt hat. Schliesslich moechte ich einen Song auch so hoeren, wie die Band ihn eingespielt hat und nicht à la Antenne Bayern & Co. in verkrueppelten Schnittversionen.

Und wenn dieses Werk nicht-jugendtaugliche Elemente beinhaltet, dann soll es entweder gar nicht oder konsequent erst ab Mitternacht im normalen "Free TV" gezeigt werden. Was natuerlich nicht ausschliessen wuerde, dass auch die Jugendlichen ihren Festplattenrecorder entsprechend scharf machen und das aufzeichnen wuerden. Doch, sind wir mal ehrlich: Tagsueber schreien sich in den einschlaegigen "Doku-Soaps" irgendwelche Furien auf niedrigstem Niveau gegeneinander an, abends laufen vor 22 Uhr auf oeffentlich-rechtlichen Digitalspartenkanaelen manchmal Filme, deren Sexszenen vor wenigen Jahren noch als glatter Porno eingestuft worden waeren und ausserdem weiss die Jugend von heute genauso gut wie wir damals auch, wo man etwas herbekommt, wenn es denn von Interesse ist. Da hilft auch kein Verschluesseln, denn irgendein Papi im Freundeskreis hat Sky und ist mal nicht zuhause… Also: Zeigt es richtig – oder gar nicht.

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Musikbranche erholt sich

19. April 2012 Kommentare ausgeschaltet

Das sind doch mal gute Nachrichten… (via DerWesten.de)

"Der deutsche Musikmarkt hat im Jahr 2011 erstmals seit 15 Jahren keine Umsatzverluste verzeichnet. Stattdessen gab es beim Gesamtumsatz aus allen Musikverkäufen und Einnahmen ein ganz leichtes Plus von 0,1 Prozent, vor allem dank des weiter stark wachsenden Digitalmarktes, wie der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) am Donnerstag in Berlin bilanzierte. Der Umsatz mit physischen Produkten ging um 3,8 Prozent zurück, während der Umsatz aus digitalen Geschäftsfeldern um 21,2 Prozent zulegte. (…) Neben den Downloads (Umsatzplus 28,8 Prozent) wuchs 2011 auch Vinyl erneut stark – beim Absatz um 10,3 Prozent und beim Umsatz um 15,6 Prozent. Laut BVMI-Geschäftsführer Florian Drücke ist Vinyl mit einem Umsatz von 14 Millionen Euro aber eine "Liebhabernische". Die CD sei mit einem Marktanteil von 73,8 Prozent und einem Umsatz von 1,098 Milliarden Euro trotz der zum Teil starken Rückgänge der vergangenen Jahre das Rückgrat der Branche. "Die CD ist nicht tot.""

Der im weiteren Verlauf des Artikels zitierte Dieter Gorny relativiert zwar, indem er sagt, dass die "illegale Konkurrenz" noch viel zu stark sei, doch sieht er das immer populaerer werdende Musikstreaming als "Bruecke zum legalen Konsum". Nun denn.

Aber ist Musik-Streaming nicht auch "nur" eine Art "Nebenbeiberieselung" waehrend der sonstigen Internetaktivitaeten? Vielleicht. Es kann aber auch gezielt genutzt werden und dadurch vielen Leuten das "Rippen" der eigenen CDs sowie das Erstellen, Taggen, Ordnen und Pflegen der MP3-Sammlung ersparen.

An dieser Stelle koennte bald ein weiterer Generationskonflikt aufkommen. Diejenigen, die mit dem Sammeln von Cassetten, CDs, Schallplatten aufgewachsen sind und rechtzeitig modern genug waren, ihre so erhaltene Musiksammlung durch Digitalisieren und Ueberspielen zumindest auf den Rechner zu uebertragen und sie somit auch mobil nutzbar zu machen, stehen auf der einen Seite.

Wie sagte der Grossvater schon? – "Was man hat, das hat man." Richtig so! :)

Auf der anderen Seite werden zukuenftig die stehen, die nichts oder wenig "eigenes" mehr sammeln und/oder zumindest virtuell zuhause horten. Sie legen alles in der Wolke ("Cloud") ab und rechnen damit, es immer und ueberall verfuegbar zu haben. Und aus diesen Datenwolken kommen dann auch die Songs und Filme, nicht mehr von der heimischen Festplatte.

DAS wird hoechstwahrscheinlich die mittelfristige Konstellation und ist im Grunde genommen nur eine Fortschreibung der Geschichte. Bisher galt quasi "analog versus digital" (z.B. Vinyl gegen CD/PC) und zukuenftig gilt "(Lokale) Datei versus (Web-) Stream". Zur Zeit befinden wir uns, wie der oben zitierte Artikel zeigt, in einer Uebergangsphase, in der auch alte Medien nochmal aufleben, wie der gesteigerte Schallplattenumsatz zeigt. Bleibt zu hoffen, dass das noch laenger so bleiben wird, aber natuerlich wird es nicht ewig so weitergehen…

KategorienMedien, Musik