Tim Renner ist Chef von "Motor Music" und ein schlauer Mensch. In einem Video bei Welt.de gab er einen bemerkenswerten Kommentar zum Thema "Gema" von sich…
"Die Gema setzt Onlinestreams mit Verkaeufen gleich. Sie geht davon aus, wenn sie oder ich sich etwas anhoeren, dann substituiert das den Kaufakt. Dementsprechend wollen sie fuer jeden ausgelieferten Stream -immer, wenn Musik gesendet wird- eigentlich soviel haben, als wenn sie verkauft wuerde. Ich glaube, die Logik stimmt nicht ganz, dass wirklich jedes einzelne Anhoeren dasselbe ist wie ein Kaufakt. Die Sache ist doch viel verwandter mit Radio – und beim Radio kaeme die GEMA auch niemals auf die Idee, pro Hoerer etwas zu fordern. Beim Radio fordert sie Anteil am Umsatz – und das finde ich auch sehr gerechtfertigt. (…) In einer idealen Welt waere eine Organisation wie die Gema flexibel genug, alle moeglichen Nutzungsformen bei sich mit aufzunehmen und einfach zu sagen: 'Na klar, wenn es moeglich ist, dass der Kuenstler selbst entscheidet, wie, wann, wo verguetet wird, dann lassen wir ihm seinen eigenen Willen.' Darum geht’s doch."
Amen! :-)
…wobei man an dieser Stelle noch zwischen "normalem", traditionellem Radio und Webradio differenzieren muss, denn beides wird von der GEMA unterschiedlich behandelt…
Tim Renner’s Homepage : www.TimRenner.de
Warum ein englischer Titel? Damit es diesmal auch die "Auslaender" verstehen :)
Warum ist diese Seite heute nicht inaktiv, wie viele andere? – Weil ich’s heute morgen nicht puenktlich geschafft habe :(
Worum geht’s? Um drohende Zensur. Und das ist wichtig. Denn Zensur ist nicht gut.
Heute, am 18.1.12, sind viele Webseiten aus Protest gehen eine drohende Zensurmassnahme abgeschaltet und/oder zeigen nur einen Warnhinweis. Namhafte Blogs wie z.B. Spreeblick oder die Online-Enzyklopaedie "WikiPedia" sowie viele andere beteiligen sich an der Aktion.
Das Kuerzel "SOPA" steht fuer "Stop Online Piracy Act" und es beschreibt einen amerikanischen Gesetzentwurf aus dem Jahr 2011, der u.a. am heutigen Tag im US-amerikanischen Kongress behandelt wird. Diesem Gesetzesantrag wird vorgeworfen, unter dem Denkmantel des Urheberrechtsschutzes viele Aspekte des freien Internets und damit verbundene Onlinedienste beschneiden zu wollen. Eine "europaeischere" Variante gibt es ebenfalls, sie hoert auf den Namen "ACTA" ("Anti-Counterfeiting Trade Agreement").
Solange nur verhaeltnismaessig wenige Menschen eine somit nicht-repraesentative Zukunftsentscheidung mit unvorhersehbarer Tragweite mehr oder weniger unter Ausschluss der Oeffentlichkeit treffen sollen/duerfen/werden, sollte diesen Vorhaben mit Vorbehalten begegnet werden, die viele Webseiten am heutigen Tag durch ihre Selbstabschaltung demonstrieren.
Weitere Informationen gibt es z.B. hier und hier.
via Heise-Newsticker:
"Erstmals seit 1997 ist das Umsatzvolumen des deutschen Musikmarkts im vergangenen Jahr nicht zurückgegangen. (…) Der mit digitalen Downloads erzielte Umsatz stieg dem "Trendreport 2011″ zufolge im Vergleich zu 2010 um 28,8 Prozent, während der Umsatzrückgang bei den CDs dem BVMI zufolge mit 2,2 Prozent gering ausfiel. Umsätze aus einzeln verkauften Songs stiegen dabei mit 30,3 Prozent am deutlichsten. (…) CDs bildeten laut dem BVMI aber auch im vergangenen Jahr das Rückgrat der deutschen Musikindustrie. 2010 hatten sie 74 Prozent zum Gesamtumsatz beigetragen und ihr Umsatzrückgang fiel 2011 mit 2,2 Prozent nur gering aus." (…)
Ein Ausdeutungsansatz waere es, zu sagen, dass neue Verbreitungswege sich zunaechst immer erst etablieren muessen. Als die CD aufkam, fuehrte sie mit der Vinylschallplatte anfaenglich ein Parallel-Leben (und das ist mittlerweile wieder der Fall). Danach hat die CD jahrelang den Musikmarkt dominiert, aber nun, in einem Zeitalter, in dem sich die ersten Original-CDs nach ueber 25 Jahren Existenz schonmal sprichwoertlich zersetzen, orientieren sich die Konsumenten erneut – zugunsten der Downloads, die auf den mittlerweile allgegenwaertigen (mobilen) Abspielgeraeten zum Einsatz kommen. Das eine Uebergangsphase von einem Medium zum naechsten das eine beguenstigt und das andere benachteiligt, ist schlichtweg normal…
Eine liebevoll gestaltete Webseite fuer alle, die sich noch an ihre jeweilige BRAVO-Phase erinnern koennen, ist bravo-archiv.de. Dort gibt es viele Informationen und Ausschnitte aus alter Zeit, man kann z.B. alte Bravo-Schallfolien abhoeren, sich einen Ueberblick ueber alle Bravo-Hits-CDs verschaffen und viele Heftbeitraege nachlesen. Vollstaendige Bravo-Hefte gibt es als PDF-Downloads, sind aber mit knappen 5 Euro pro Stueck leider nicht unbedingt guenstig…
Dennoch: Eine interessante Homepage!
Komplette Spielfilme auf YouTube sollten kein Tabu mehr sein. Dumm ist es nur, wenn das mittlerweile auf den kleinsten Fitzel reagierende, automatisch Filtersystem gnadenlos zuschlaegt und selbst deutschen Content in Deutschland nicht mehr durchlaesst. Das Ergebnis: Der verhasste Sperrvermerk, der noch immer erscheint, weil YouTube und die GEMA sich nicht einigen koennen…
"Der Spielfilm "Sonnenallee", erst kürzlich groß als "Filmpremiere" auf YouTube angekündigt, ist am Mittwoch zwischenzeitlich für Zugriffe aus Deutschland gesperrt worden. (…) Die von YouTube einmal mehr gescholtene Verwertungsgesellschaft dementiert auf ihrer Facebook-Seite und betonte erneut, was die Gema zu den Sperrungen auf YouTube schon gebetsmühlenartig zu sagen pflegt: Die Gema habe die Sperre nicht veranlasst. (…) Auf der Video-Plattform soll sich die Aufführung durch Werbung finanzieren. Doch konnte der Film am Mittwochvormittag "für kurze Zeit nicht abgerufen werden", wie ein Google-Sprecher der dpa erklärte. Das Problemchen sei aber schnell wieder behoben worden. Der YouTube-Hinweis auf "SME" (Sony Music Entertainment) lässt die Schlussfolgerung zu, dass die automatischen Sicherungssysteme des Portals zugeschlagen haben, die die ungenehmigte Veröffentlichung von urheberrechtlich geschützter Musik unterbinden sollen (…)
(via Heise-Newsticker)
Tja, in diesem Fall koennte "SME" auch "Sonnenallee mit Einschraenkung" bedeuten…