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Archiv für die Kategorie ‘Medien’

Die Nacht der Antworten

26. November 2006 Kommentare ausgeschaltet

RTL bittet zu Tisch (oder besser gesagt: in den Ring) und alle kamen: Der Tiger, der Rocky, der Vitali und wie sie alle heissen. Es sollte das grosse Comeback des Axel Schulz werden und wie immer stand alles unter einem von RTL kreierten, etwas kuenstlich wirkenden Motto (siehe Ueberschrift).

Ueberhaupt hatte man den Eindruck, dass die ganze Veranstaltung am gestrigen Samstagabend von vorne bis hinten auf das Fernsehen abgestimmt war. Es wurde erst wieder geboxt, als die Werbespots durch waren (die subjektiv empfunden laenger als eine "normale" Ringpause dauerten) und am allerdeutlichsten wurde dies, als Michael Buffer den Einmarsch des Axel Schulz angekuendigt hatte. Schulz` Gegner Minto stand schon laengst im Ring (nachdem er zu Survivor`s "Eye of the tiger" stilecht einmarschiert war) als RTL erstmal einen ellenlangen, um nicht zu sagen "heldenhaften" Trailer ueber Axel Schulz einspielte. Normal war das nicht :)

Danach "Light my fire" in einer Schlafzimmerversion als symboltraechtige Einmarschmusik fuer Axel Schulz, bei der Jim Morrisson von den "Doors" sich sicherlich im Grab umgedreht haette. Was soll`s, die uebliche "Event-CD" will ja auch an den Mann/die Frau gebracht werden…

Letztendlich stand Schulz sprichwoertlich im Ring und wirkte wie ein stehender Sandsack, der nur auf Hiebe wartete. Nach der zweiten Runde festigten sich die Prognosen der illustren guetersloher Fernsehrunde, der ich beiwohnte, auf die "fuenfte oder sechste Runde" als moegliche letzte Runde fuer Axel Schulz. Er verlor voellig glanzlos. "Ich habe einfach nur beschissen geboxt", sagte er hinterher voellig berechtigt. Und selbst Zuschauer Graciano Rocchigiani traf ausnahmsweise mal ein fundiertes, richtiges Urteil und stellte oeffentlich die Frage, was die Trainer im mehrmonatigen US-Trainingslager wohl mit Axel angestellt haetten.

Der hatte wiederum zuvor gesagt, dass er "der Depp der Nation" sein wuerde, sollte er den Kampf verieren. Tja, dieser Aussage wird er sich jetzt wohl leider stellen muessen. Letztendlich aber nicht kostenlos, denn eine nicht unerhebliche Gage hat er trotz alledem eingeheimst.

Naechster Akt im "RTL-Revival": Henry Maske.
Demnaechst auf ihrer Mattscheibe…

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Nicht von schlechten Eltern

23. November 2006 Kommentare ausgeschaltet

Kuerzlich fand ich eine Fanseite zu der sympathischen Fernsehserie "Nicht von schlechten Eltern" aus den neunziger Jahren. Darauf erzaehlt der Macher der Seite unter anderem, was es fuer Schwierigkeiten mit einer geplanten Veroeffentlichung des Soundtracks der Serie auf dieser Webseite gegeben hat. Das Lied heisst uebrigens "We belong together" und kommt von der Band "Wooden Heart". Interessant ist in diesem Zusammenhang das Zitat, welches dort wiedergegeben wird und welches angeblich von einem Mitarbeiter der Firma "Warner Music" stammt…

Hier die Story: (Quelle: http://www.nvse.de/innowork.php)

Der Titelsong
… zum Download / als Kopie

Ein zweigeteiltes Problem … schon vor einigen Jahren gab es von mir die Idee, den Titelsong zum Download anzubieten. Das MP3-Format – Schrecken und auch Segen der Musikindustrie, hat es doch ganz neue Märkte erschlossen – war geboren, der Download wäre technisch gesehen machbar gewesen, doch Deutschlands Verwaltungsdschungel zeigt, wie man es besser nicht machen sollte: man kann sich auch zu Tode verwalten. Zunächst hätte die GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) zustimmen müssen, was sie gegen Zahlung einer entsprechenden Gebühr auch getan hätte – sofern wir exakt hätten aufschlüsseln können, wie oft der Song heruntergeladen worden wäre. Das wäre zwar möglich, aber nicht 100%ig sicher gewesen.

Aufgrund der häufigen Anfragen "Könnt ihr den Soundtrack mal brennen?" habe ich mich schließlich auch danach erkundigt. Das wäre gegen Zahlung eines entsprechenden Obulus an die GEMA möglich gewesen (auch wenn das für die drei Tracks auf der Single schon fast den größten Teil des regulären Kaufpreis ausgemacht hätte). Aber: hier wäre die Genehmigung des Rechteinhabers noch zusätzlich erforderlich gewesen. Was sich nun abspielte, wäre zum Lachen, wenn es nicht so traurig gewesen wäre: von der GEMA verwies man mich zunächst an den Rechteinhaber, den ich erst mal ermitteln mußte. Ursprünglich war das die Plattenfirma WEA, die es aber in dieser Form nicht mehr gibt. Rechtsnachfolger ist Warner Music mit Sitz in Hamburg und Berlin.

Dort wußte man zunächst nicht, wo man mich hinschicken sollte, bis ich schließlich im fünften oder sechsten Anlauf doch in der richtigen Abteilung landete. Wieder trug ich mein Problem vor, und irgendwann erkundigte man sich nach der geplanten Stückzahl. Basierend auf den bisherigen Anfragen schätzte ich mal sehr großzügig, daß es sich langfristig um maximal 100 Exemplare handeln würde. Daraufhin bekam ich allen Ernstes die Aussage: "Deswegen wollen Sie hier die Pferde scheu machen? Brennen Sie die Dinger und die Sache ist gegessen." Natürlich war man nicht bereit, mir diese Aussage schriftlich zu geben, so daß ich selbstverständlich das Risiko nicht eingehen werde. Insbesondere in Zeiten, in denen jeder "Raubkopierer" als Verbrecher hingestellt werden, mutet diese Aussage doch sehr seltsam an.

Für die Fans bleibt somit nur der Weg über die Internet-Auktionshäuser … es tut mir leid, Leute, es scheiterte nicht an uns. Und bevor es zu Mißverständnissen kommt: die anfallenden GEMA-Gebühren, evtl. zu leistende Zahlungen an die Rechteinhaber und die Materialkosten (für einen CD-Rohling und ggf. einen Cover-Ausdruck) wären auf die Besteller umgelegt worden, ansonsten hätten wir natürlich nichts dafür verlangt.

Quelle: http://www.nvse.de/innowork.php

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Alle gegen meine Entchen

21. November 2006 Kommentare ausgeschaltet

Das Recht auf eine Privatkopie (z.B. von Musik-CDs) ist weiterhin umstritten und wird laut Heise nach wie vor heftig diskutiert. Im zugehoerigen Forum gab es dazu einen netten Beitrag zu lesen :)

Zitat:

München (xyz): Am späten Montag abend wurde in München ein Mann auf offener Straße von einem Verhaftungskommando, das vorgibt, von GEMA, IFPI und ZPÜ beauftragt zu sein, aufgegriffen. Ihm wird vorgeworfen, durch das öffentliche Pfeifen von "Alle meine Entchen" auf dem Münchner Marienplatz gegen etliche Gesetze und Regeln verstoßen zu haben. Die GEMA wirft dem Mann vor, keine Urheberrechtsabgabe gezahlt zu haben. Die IFPI wirft ihm vor, eine unrechtmäßige Kopie der Alle-meine-Entchen-Melodie in seinem Gehirn aufzubewahren. Die ZPÜ bezichtigt den Mann des Kopierens der Melodie in sein Gehirn, ohne dass er für sein Gehirn eine ausreichenden Vergütungssatz bezahlt hätte.

Nach seiner Verhaftung sagte der Mann, er sei sich keiner Schuld bewusst, außerdem habe er beim Kopieren der Melodie in sein Gehirn keinerlei Kopierschutz umgangen. Vielmehr sei er sich des Vorgangs des Kopierens nicht einmal bewusst gewesen. Sollte es zu einer Verhandlung kommen, wird sich die GEMA wohl vorwerfen lassen müssen, nicht einwandfrei nachweisen zu können, wer denn der wahre Urheber von "Alle meine Entchen" ist. Seit der Inhaftierung des Mannes sitzt dieser in seiner Zelle und singt einen Hit der Charts nach dem anderen.

Nach Auffassung der drei klagenden Parteien müssten nun die Haftstrafen der Mitinhaftierten angehoben werden, weil auch diese sich nun des Kopierens schuldig machten.

Wer Satire findet, darf sich Gedanken darüber machen.

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Bemerkenswertes Interview

17. November 2006 Kommentare ausgeschaltet

Ein wirklich interessantes Interview wurde jetzt mit Juergen Schlund vom "Podcastcafe" gefuehrt und veroeffentlicht. Schon die Einleitung ist absolut gelungen:

Vor langer Zeit, da gab es Radiosendungen, in denen die Moderatoren die Musik noch selbst auswählten, ihre persönlichen „Lieblinge“ präsentierten und so ihrer Sendung eine ganz persönliche Handschrift verpassten. Inzwischen wird das Radioprogramm mehr und mehr durch Medienanalysen, Playlists, Rotation und die Jagd nach Quote geprägt, ein Kommerzdruck, der leider auch an den öffentlich-rechtlichen Stationen nicht vorübergegangen ist. Vielfalt und Persönlichkeit bleiben dabei weitestgehend auf der Strecke. Früher war eben alles besser. Wirklich? Wahr ist: Im Internetzeitalter ist das Musikangebot so groß wie nie zuvor. Vor allem Nachwuchskünstler nutzen Portale wie MySpace, Garageband oder das Podsafe Music Network, um ihre Musik einem weltweiten Publikum zugänglich zu machen. Die Qualität schwankt dabei zwischen hoffnungslosem Hobbygeschrammel und profossionell produzierter Qualitätsmusik. Ein paar Leckerbissen aus dem Meer der frei erhältlichen Musik präsentiert Jürgen Schlund wöchentlich in seinem Podcastcafe. Er spielt ausgewählte Musik aus diversen Portalen, porträtiert Musiker und führt Interviews durch. Dabei richtet er sich ganz nach seinen persönlichen Vorlieben. Ein Podcast mit persönlicher Note und ein gutes Beispiel dafür, wie Radio sein könnte, wenn es dürfte.

Juergen macht einen aeusserst hoerenswerten Musikpodcast, den ich zu meinen Favoriten zaehle…

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Star Trek – Realitaet und Fiktion

15. November 2006 Kommentare ausgeschaltet

Lawrence Krauss ist Professor fuer Physik und Astronomie an einer Universitaet in Cleveland…. und Star Trek-Fan.

Er hat ein interessantes Buch mit dem Titel "Die Physik von Star Trek" geschrieben und damit bestaetigt, was viele schon wussten: "Star Trek" ist gar nicht mal so realitaetsfern, wie viele Spoetter meinen.

Fakt ist (und das wird in vielen Hintergrunddokumentationen zu den Serien verdeutlicht), dass sich die Macher in den allermeisten Faellen intensivst z.B. mit physikalischen Zusammenhaengen auseinandersetzen und diese Erkenntnisse dann fuer die Serien adaptieren, insbesondere seit "Star Trek – The Next Generation".

Sie gehen bei der NASA ein und aus und haben in der Vergangenheit auch schon viele Erfindungen vorhergesehen. Zum Beispiel aehneln die Kommunikatoren aus der Urserie in verblueffender Art und Weise den heutigen Klapphandys. Die kleinen, quadratischen Scheiben, die z.B. Dr. McCoy oftmals in den rasselnden Computer schob, koennten vom Format her einer MiniDisc gleichen. Undsoweiter… es gibt viele solcher Beispiele.

Am verblueffensten ist aber die Tatsache, dass das "Beamen" bereits Realitaet ist, wenn auch auf kleinster Ebene. Bei Telepolis steht:
Frage:
Beam me up Scotty – die Frage nach der Teleportation. Wissenschaftler sagen, dass wir niemals Menschen "beamen" werden, aber die Teleportation ist in der Quantenphysik bereits eine Realität (vgl. Quantenfluss unter der Donau 18150).Ist das Hauptproblem der Heisenberg-Kompensator ?
(Anmerkung: Letzterer ist natuerlich eine Fiktion!)

Lawrence Krauss: Ja, genau so ist es. Teleportation ist eine Realität in der Quantenphysik, sie ist möglich mit den kleinen Einheiten der Quantenmechanik wie den Photonen, Elektronen oder Atomen. Auf der kleinsten Skala der subatomaren Welt funktioniert das. Aber menschliche Wesen sind klassische und keine Quantenobjekte. Wie bräuchten also wirklich einen Heisenberg-Kompensator, um einen Menschen zu beamen .

Na denn: Energize, Mr. Scott! :)

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