NormCast 164

4. Mai 2010 Kommentare ausgeschaltet
KategorienNormCast

DVB-T und Digitale Dividende

30. April 2010 Kommentare ausgeschaltet

Der Terminus "Digitale Dividende" hat derzeit Hochkonjunktur. Er umschreibt die Frequenzueberbleibsel, die z.B. durch die Umstellung der terrestrischen Fernsehsender von analog auf digital sowie durch Abschaltung von danach ueberfluessigen Fuellsendern entstanden sind. Diese Frequenzbaender sind vor allen Dingen fuer Mobilfunkanbieter von groesstem Interesse und sie koennten unter anderem dazu genutzt werden, um zukuenftig auch in abgelegenen Gebieten nutzbare Internetzugaenge anzubieten.

Ein analoges Fernsehsignal belegte eine ziemlich grosse Bandbreite innerhalb des jeweiligen Frequenzbereiches und musste mit verhaeltnismaessig grosser Sendeleistung abgestrahlt werden. Heutzutage koennen sechs digitale Fernsehsender auf dieselbe Bandbreite verteilt werden und die Sendeleistung muss beiweitem nicht mehr so hoch sein wie frueher. Zudem koennen die Endanwender ihre alten Fernsehantennenanlagen rein technisch gesehen durchaus weiterverwenden, denn so etwas wie "digitale Antennen", wie sie windige Klinkenputzer gerne mal an der Haustuer verkaufen wollen, gibt es nicht. Doch eigentlich reichen auch kleine Magnet-Stummelantennen, die einfach auf die naechstbeste Coladose oder Heizung geklatscht werden, zumindest im Stadtkern zum Empfang des DVB-T-Signals aus…

Das sogenannte "Ueberallfernsehen" soll mittlerweile eine theoretische Abdeckung von 90% in Deutschland erreicht haben, doch sind beiweitem nicht alle Sender ueberall empfangbar. Hier in Ostwesfalen-Lippe ist das Programmangebot nach wie vor auf diverse, ausschliesslich oeffentlich-rechtliche Kanaele beschraenkt, die bekannten Privatsender sind in dem von der Bielefelder Huenenburg abgestrahlten DVB-T-Bouquets nicht zu finden. Zu analogen Zeiten wurden immerhin RTL, SAT1 und VOX von dort aus verbreitet…

Die einen werden sagen, dass sie den "Werbekram" via DVB-T sowieso nicht brauchen und andere werden argumentieren, dass nur Arte & Co. ihnen zu langweilig sind. Es geht in diesem Fall auch nicht zwingend um die Programminhalte, sondern ums Prinzip. Fuer die Privaten lohnen sich diesbezuegliche Investitionen vor allem ausserhalb der Ballungsgebiete anscheinend nicht (mehr)…

Die analogen Tuner sind aus neu zu kaufenden TV-Geraeten gerade mal so verschwunden, da werden die Nachfolger mit DVB-T-Empfangsteilen auch schon wieder per Sonderaktionen 'rausgehauen, denn der in Einzelgebieten mittlerweile testweise in Betrieb genommene, sogenannte DVB-T2-Standard koennte das bisherige DVB-T in absehbarer Zeit ersetzen. "Alte" Geraete werden diesen nicht entschluesseln koennen. Fazit: Noch mehr Elektroschrott. Wer heutzutage einigermassen auf der sicheren Seite sein will, entscheidet sich zwischen digitalem Satellitenempfang (DVB-S/2) und DVB-C, also der Kabelvariante. Eine weitaus bessere Bildqualitaet als DVB-T bieten beide Alternativen allemal…

"Es koennte alles so einfach sein – isses aber nich'", sangen Herbert Groenemeyer und "Die Fantastischen Vier" einmal. Wie wahr. Ein Geraet im Raum mit passendem Empfangsteil und keine zusaetzliche Silberbuechse, die per Scart oder HDMI daran angeschlossen werden muss – das waere effizient. Gerade hierbei koennte DVB-T mit Leichtigkeit seine wenigen Vorteile ausspielen und sich zumindest als Standard fuer Zweitgeraete etablieren. Im kommenden Sommer koennte das anlaesslich der Fussball-WM sogar fuer einen kleinen "Aufschwung" sorgen, doch auf Dauer wollen viele Leute auf RTL & Co. nicht verzichten. Und spaetestens dann werden sie sich wieder in Richtung Satellit, Kabel und/oder des zurecht boomenden Internetfernsehens orientieren.

Die Zukunft liegt nicht in der terrestrischen Verbreitung diverser Fernseh- und/oder Radiostandards. Sie liegt in der Schaffung von drahtlosen Internetzugaengen. Somit kaeme technisch gesehen "alles aus einer Hand" und jeder koennte im Auto, in der Bahn, im Garten oder sonstwo jederzeit auf Texte, Bilder, Musik bzw. Radio und Videos bzw. TV aus aller Welt zugreifen. Mit einem Geraet und einem Uebertragungsstandard. Wie das "TV"-Bild auf den Schirm kommt, duerfte den allermeisten Anwendern voellig egal sein. Hauptsache ist, dass es bedienerfreundlich-einfach verfuegbar sein wird. Diejenigen, die diese Kapazitaeten darueber hinaus nutzen wollen und koennen, haetten ebenso ihren Nutzen davon und ggf. Spass daran. Somit waere allen gedient. Hoch lebe die "digitale-digitale Dividende"…

KategorienMedien

iPad – Verbot auf Lebenszeit

28. April 2010 Kommentare ausgeschaltet

Ueber Microsoft wurde schon viel gemeckert. Sie waeren diktatorisch und wuerden ihre Marktposition unter anderem zu Ungunsten der Kunden ausnutzen, hiess es. Sei’s wie es sei, wer suchet, der wird auch Beispiele finden. Doch die Konkurrenz bekleckert sich auch nicht immer mit Ruhm. Apple zum Beispiel. Zugegeben, sie sind innovativ und bauen tolle Dinge, doch ihre Produktpolitik ist aus Sicht eines verhaeltnismaessig neutralen Beobachters oftmals haarstraeubend. Allerdings hat Apple anscheinend (!) den grossen Vorteil, dass viele Fans (manchmal auch "Juenger" genannt) ihnen mehr oder weniger "blind" folgen und gerne mal Dinge sprichwoertlich in Kauf nehmen, die in anderen Laendern schon zumindest Grenzfaelle fuer den Verbraucherschutz darstellen wuerden…

Einen amerikanischen Studenten hat es jetzt besonders hart erwischt: Er darf "auf Lebenszeit" kein iPad mehr kaufen. Warum? Hier steht’s in Deutsch und hier steht’s im Original. Naja, hoffen wir mal, dass er den iPad-Hype ueberlebt und sich danach auf’s naechste "Gadget" stuerzen kann…

KategorienComputerkram

Vom CB- zum Amateurfunk

26. April 2010 Kommentare ausgeschaltet

Amateurfunk ist ein interessantes Hobby. Nach wie vor. Viele Menschen denken bei diesem Begriff nur an Morsetasten und an grosse, schwere Roehrengeraete mit grossen Knoepfen. Doch der Amateurfunk ist beiweitem nicht antiquiert, denn er hat sich beispielsweise das Internet zum Partner genommen und dadurch viele neue, interessante Spielarten geschaffen…

Meine erste "aktive" Begegnung mit einem Funkgeraet fand Ende der siebziger Jahre im Auto meines Stiefonkels statt. Es war eine Kombination aus AM-CB-Funkgeraet und Autoradio, ueber die ich dann mit diversen CB-Stationen in der hiesigen Innenstadt sprechen konnte. Einmal Blut geleckt, wollte der kleine Schueler natuerlich mehr und kaufte sich drei Jahre spaeter vom abgesparten Taschengeld eine gebrauchte "TFT Economic 2000" von "Pluto 05" alias Ingo, der heutzutage unter dem Rufzeichen DL6YEU mit dem Schreiber dieser Zeilen im gleichen Ortsverband N-47 "zuhause" ist.

Es folgten 1984 die erste, silberfarbene President PC-40 und spaeter diverse "Export-Kisten", wie z.B. die legendaere President Lincoln. Naechtelang wurde sich sowohl auf lokaler als auch internationaler Ebene unterhalten, weit bevor es Skype & Co. gab, und es hat immer einen Mordsspass gemacht. Man traf sich zu Funksignalsuchfahrten und sonstigen Unternehmungen, die oftmals auch ganz spontan zustande kamen.

Freitagabend, 22 Uhr: Der 20:15-Uhr-Film war gerade durch und der "Hauskanal" belebte sich. "Ich hab morgen frei und mir ist langweilig. Wollen wir nach Holland zum Pommes Essen fahren?" Der Rest ist Geschichte, denn auf einmal bewegte sich ein kleiner Autokorso Richtung Grenze. Ganz spontan. Ohne Planung. Das waren Zeiten :)

Doch irgendwann war die CB-Funk-Schiene auch in technischer Hinsicht relativ ausgereizt und die Scheu vor der Amateurfunkpruefung wich immer mehr der Neugier. Die Bundeswehr tat ihr Uebriges dazu, denn dort musste ich das Morsen lernen, letztendlich waren wir immerhin bis zu 30 wpm ("Woerter pro Minute") schnell, was weit ueber den damaligen Anforderungen fuer die "zivile" Amateurfunkpruefung lag. Zudem war "unser Haubo" (Hauptbootsmann Joachim "Jo" Schenkel aus Gluecksburg) ebenfalls Funkamateur und er hatte seine Stube innerhalb der Kaserne mit einem kleinen Funkshack versehen (hochoffiziell genehmigt, natuerlich). Er bestaerkte mich darin, mein Wissen zu erweitern und gab mir die Gelegenheit, einen Kursus zu besuchen, der innerhalb der Kaserne abgehalten wurde. Leider musste der wegen eines Standortwechsels abgebrochen werden.

1995 war es dann aber soweit, die Lizenz flatterte ins Haus. Das erste "lizensierte" QSO fand am 16.6.1995 auf der Relaisfrequenz 438,800 mhz (DB0TB, Bielefeld) statt. Der Duobander, ein Kenwood TW-4100E, war zwar schon vorher vorhanden, wurde aber tatsaechlich erst am Tag des ersten QSOs fest installiert. Weitere Geraete sollten folgen…

Ein Kenwood TS-450 S-AT loeste den Yaesu FT-747 GX in punkto Kurzwelle ab, fuer UKW fand ein betagter Yaesu FT-726 Verwendung, der spaeter durch einen FT-736 ersetzt wurde. Im Auto werkelte ein Kenwood TM-733E. Spaeter funkte hier fuer einige Jahre ein YAESU FT-847, der als erste "eierlegende Wollmilchsau" fast alle Baender bediente.

Das einzige, was hier wirklich durch das Internet komplett verdraengt wurde, ist das Packet Radio. In den Spaetneunzigern war das Internet noch langsam und teuer. Diverse 14,4er, 28,8er und 33,6er Elsa-Modems belegten eine serielle Schnittstelle des klobigen Tisch-PCs. Es gab noch Volumen- und/oder Zeittarife, so dass das Internet nur dann "angemacht" wurde, wenn es noetig war. Aber das "Paeckchenradio", das lief fast rund um die Uhr und lieferte Informationen, DX-Cluster, Flohmarktanzeigen und vieles mehr. Sogar das, was heutzutage als "Chat" bekannt ist, war damals schon Gang und Gebe, kostenlos, aber selten schneller als 9600 Baud :) Heutzutage laeuft das Internet Dank DSL-Flatrate permanent mit und Amateurfunk wird gerne mal nur "nebenbei" betrieben…

Trotzdem: Die Faszination ist nach wie vor gegeben, auch wenn sie sich manchmal ueber laengere Strecken nur in einer Praesenz auf der "OV-Welle" niederschlaegt. Doch allein die Moeglichkeit zu haben, jederzeit beispielsweise auf die Kurzwelle zu wechseln und spontan in diese Welt einzutauchen, ist es wert, auch heutzutage noch eine Funkanlage betriebsfaehig zu halten…

Update vom 27.04.2010: Bilder gibt’s im neu eingerichteten Bereich "DL6YDY" auf dieser Seite.

KategorienAmateurfunk

VLC-Alternative: KMPlayer

22. April 2010 Kommentare ausgeschaltet

Der verbreitete VLC-Mediaplayer ist zurecht sehr beliebt, denn er ist kostenlos, plattformuebergreifend und er bringt die allermeisten, fuer den normalen Anwender notwendigen Codecs gleich von Haus aus mit. Somit ist er eine schlanke und schnelle Alternative zu den oftmals unflexiblen Bordmitteln des Betriebssystems. Allerdings ist er nur ziemlich nuechtern gestaltet und nicht immer unbedingt fehlerfrei. Dort, wo der VLC Probleme bereitet, koennte mit dem "KMPlayer" eine andere Freeware-Alternative zum Einsatz kommen. Im Audio-Kompaktmodus (siehe Bild oben) erinnert er ansatzweise an den alten "Winamp 2.x", wobei er schlank, schnell und mit allen noetigen Elementen ausgestattet ist. Doch auch im Videomodus braucht er sich nicht zu verstecken:

Ueppige Konfigurationsmoeglichkeiten, eine relativ schlanke Installation, kein grossartiger Werbefirlefanz, ein ansprechendes (zudem individuell anpassbares) Aeusseres und seine hohe Kompatibilitaet lassen ihn zu einer echten Alternative werden. Ebenso eignet er sich zur Wiedergabe von DVDs und diverser Apple-Formate sowie REAL-Dateien. Ein weiterer, grosser Vorteil ist die digitale Lesezeichenfunktion…

Schon zu Windows 9x/2000/XP-Zeiten haben Programme wie der VLC oder der "Media Player Classic" (MPC) den unsaeglichen Windows-Media-Player hier ersetzt. Unter Windows7 bahnt sich hier nun eine dauerhafte Kombination aus Winamp 5 (fuer die Jukebox nach wie vor trotz "Media Monkey" & Co. die allerbeste und bewaehrteste Loesung) und dem "neuen" KMPlayer an.

Nein, dieser Artikel wurde leider nicht gesponsert :-) Zum KMPlayer – Download bei Chip.de

KategorienComputerkram